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Abstracts 201

Computerassistierte Implantologie: Entwicklung und state oft the art Autor: G. Widmann
Co-Autor: W. Puelacher
Kontakt: Universtitätsklinik für Radiologie I, Department Radiologie, Medizinische
Universität Innsbruck Adresse: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck
Email: gerlig.widmann@i-med.ac.at
Zielstellung: Die computerassistierte Implantologie hat in den letzen 10 Jahren zunehmend an
Bedeutung gewonnen. Zur Orientierung sollen die Entwicklung und state of the art von Bohrschablonen und Navigationstechnologien verglichen werden. Methoden: Pub-med Analyse der letzen 10 Jahre von in-vitro und in-vivo Studien zum
Thema computerassistierte Implantologie im teilbezahnten und zahnlosen Kiefer. Ergebnis: Die computerassistierte Implantologie verwendet Computertomographie (CT) oder Digitale Volumentomographie (DVT) zur 3D Evaluation des Knochenangebots und Software- basierte prothetische Implantatplanung. Sowohl für Bohrschablonen als auch Navigationstechniken wurden hohe in-vitro und klinische Genauigkeiten publiziert sowie erfolgreiche standard open flap Implantologie, transgingivale Implantologie, Früh- oder Sofortbelastungskonzepte beschrieben. Die Navigation erlaubt eine dynamische, die Bohrschablonen eine statische Bohrführung. Der nachteilige hohe Infrastrukturaufwand der Navigation ermöglicht jedoch multiple Navigationsanwendungen in der Mund-, Kiefer-, Gesichtschiurgie. Für die Verwendung von Bohrschablonen im zahnlosen Kiefer müssen Fixierungshilfen verwendet werden. Fehlermanagement ist für eine hohe Genauigkeit essentiell. Konklusion: Die computerassistierte Implantologie ersetzt keinesfalls Fertigkeiten in
Augmentationstechniken und Weichgewebsmanagement. Patienten profitieren jedoch von dieser Technologie, wenn eine CT zur optimalen Implantatplanung notwendig ist, wenn höchste Anforderungen an prothetisch orientierter Implantation bestehen, eine sichere Implantation mit maximaler Ausnützung des vorhandenen Knochenangebots erforderlich ist, und wenn transgingivale minimal invasive Implantation sowie Sofortbelastungskonzepte gewünscht werden. CT based evaluation of template (NobelGuide) guided implant positions - a prospective radiological study. Autor: Vasak Christoph1
Co-Autor: Watzak Georg1, Gahleitner André1, Strbac Georg1, Watzek Georg1 & Zechner
Adresse: 1 Department of Oral Surgery, Bernhard Gottlieb Dental School, Medical
University of Vienna, Vienna, Austria Objectives: This prospective study was intended to evaluate the overall deviation in a clinical
treatment setting to provide for quantification of the potential impairment of treatment safety and reliability with computer-assisted, template-guided transgingival implantation. Material and Methods: The patient population enrolled (male/female = 10/8) presented with
partially dentate and edentulous maxillae and mandibles. Overall, 86 implants were placed by two experienced dental surgeons strictly following the NobelGuide protocol for template- guided implantation. All patients had a postoperative CT with identical settings to the preoperative examination. Using the triple scan technique pre- and postoperative CT data were merged in the Procera planning software: a newly developed procedure - initially presented in 2007 allowing measurement of the deviations at implant shoulder and apex. Results: The deviations measured were an average 0.43 mm (bucco-lingual), 0.46 mm
(mesio-distal) and 0.53 mm (depth) at the level of the implant shoulder and slightly higher at the implant apex with an average 0.70 mm (bucco-lingual), 0.63 mm (mesio-distal) and 0.52 mm (depth). The maximum deviation of 2.02 mm was encountered in corono-apical direction. Significantly lower deviations were seen for implants in the anterior region versus the posterior tooth region (p < 0.01, 0.31 mm vs. 0.5 mm), and deviations were also significantly lower in the mandible than in the maxilla (p = 0.04, 0.36 mm vs. 0.45 mm) in mesio-distal direction. Moreover, a significant correlation between deviation and mucosal thickness was seen and a learning effect was found over the time period of performance of the surgical Conclusion: Template guided implantation will ensure reliable transfer of preoperative
computer-assisted planning into surgical practice. With regard to the required verification of treatment reliability of an implantation system with flapless access all maximum deviations measured in this clinical study were within the safety margins recommended by the planning Vor- und Nachteile schablonengeführter Implantologie – klinisches Vorgehen und Autor: Peter Kapeller (1)
Co-Autor: Robert Koehnke (2), Wolfgang Burger (1), Ronny Hölbl (1), Oliver Ploder (2)
Institut: Praxis Bregenz(1), Abteilung für MKG-Chirurgie Akademisches Lehrkrankenhaus
Kontakt: Rathausstr. 2, 6900 Bregenz, Österreich
Email: peter@zahnarzt-kapeller.at
Einleitung: Die präzise Planung von Implantaten in Hinblick auf die prothetische Situation
und den anatomischen Gegebenheiten ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Rehabilitation des implantatprothetisch zu versorgenden Patienten. Mit der Möglichkeit der schienegeführten Implantation lassen sich diese Parameter (prothetische und anatomische Idealposition der Implantate) in der Planungsphase simulieren und gegebenenfalls Verändern. Die geplante Idealposition der Implantate wird durch die Verwendung der schienengeführten Implantation beim chirurgischen Eingriff umgesetzt. Die radiologischen Daten werden durch moderne dreidimensionale Aufnahmetechniken (Digitalen Volumentomographie oder Multislice CT) mit einer ausgezeichneten Bildgenauigkeit gewonnen und können mit verschiedenen Softwareprogrammen (Materialize®, NobelGuide® oder Med3D®) bearbeitet werden. In der Planungsphase kann im Vorfeld der Operation am Computer die prothetische und chirurgische Idealposition der Implantate bestimmt werden. Eine so geplante Behandlung kann schnell, minimal invasiv und vor allem vorhersagbar durchgeführt werden. Dies steigert die Qualität sowohl des chirurgischen Eingriffes, wie auch die der prothetischen Versorgung. Material und Methode: Zwischen 2008 und 2010 wurden bei 39 Patienten 45
schablonengeführte Implantationen (30 im Ober- und 15 im Unterkiefer) von drei Behandlern durchgeführt. Die Planung und Fertigung der Schablone wurde bei 35 Patienten mit Nobel Guide, bei 5 Patienten mit Med3D und bei 5 Patienten mit Materialize durchgeführt. Resultate: Es wurden 199 Implantate im Ober- und 15 Implantate im Unterkiefer gesetzt.
Durchnittlich wurden 5.9 Implantate pro Schiene gesetzt (6,6 im Ober- und 4,3 im Unterkiefer). Bei Bei den meisten Patienten waren gleichzeitig Augmentationen notwendig. Die durchschnittliche Einheilzeit der Implantate betrug 3,5 Monate. In einem Nachuntersuchungszeitraum von 12 Monaten wurden 4 Implantate entfernt. Bei 3 Schablonen wurden intraoperativ Ungenauigkeiten festgestellt und korrigiert. Diskussion: Die Anwendung von dreidimensionaler Planungsverfahren zur Versorgung mit
enossalen Implantaten kann bei entsprechender Erfahrung ein sicheres und praktikabels Instument für den Chirurgen sein. Vorteile dieser Technik stellen die schonende OP -Technik, die verkürzte OP - Zeit und die sichere prothetische Planung dar. Die Anwendung erfordert jedoch viel Erfahrung bei der Planung und bei der Implantation Einzeitige vertikale Knochenaugmentation mit Knochenringen in der dentalen Implantologie Autor: Norbert Fock
Co-Autor: Bernd Giesenhagen
Kontakt: 1010 Wien, Kohlmarkt 7
Email: norbert.fock@medunivie.ac.at
Einleitung: Die Vorbereitung eines ausreichenden Knochenlagers für die Insertion eines
dentalen Implantates erfolg in der Regel durch Augmentation mit autologem Knochen als ein zweizeitiger Eingriff mit einer Wartezeit von 3-6 Monaten. Material und Methode: Bei der neuen Technik der einzeitigen vertikalen Augmentation wird
eine dreidimensionale Augmentation von Knochendefekten mit Hilfe von Knochenringen, die direkt um das zu setzende Implantat positioniert sind , erreicht. Die Knochenringe werden mit Hilfe von Trepanbohrern entweder vom Kinn, retromolar oder palatinal gewonnen. Die im Knochendefekt gesetzten Implantate müssen eine apikale Primärstabilität aufweisen. Die freileigenden Gewindegänge des Implantates, entsprechend des Knochenverlustes, werden dann mit einem über das Implantat gestülpten Knochenring versorgt. Die Positionierung des Implantates zum Knochenring sollte leicht subcrestal eingestellt werden, so dass eine den Implantatdurchmesser überragende Implantatabdeckschraube den Knochenring auf den Knochen der Empfängerregion komprimiert. Eine Abdeckung des Knochenringes mit einem nur gering resorbierbaren Knochenersatzmaterial und einer resorbierbaren immobilisierten Folie ist evident, ebenso wie ein dichter Wundverschluss. Nach einer Einheilzeit von 6 Monaten kann die normale Versorgung mit einer prothetischen Versorgung des Implantates vorgenommen werden. Resultate: Die Langzeiterfolge zeigen bei einem derzeitigen Beobachtungszeitraum von ca 7a
kaum Resorptionen oder einen Totalverlust eines Augmentates. Eine gewisse Morbidität an der Entnahmestelle, insbesondere beim Kinn im Sinne einer Hypaesthesie der Unterkiefer Frontzähne war zu beobachten. Die funktionellen und aesthetischen Ergebnisse waren sehr zufrieden stellend. Diskussion: Die Rekonstruktion von dreidimensionalen Knochendefekten ist bisher in der
Regel durch zweizeitige OP Techniken durchgeführt worden. Dabei traten oft Probleme mit einer nicht kalkulierbaren Resorption des Augmentates im Empfängergebiet auf. Zudem bedeuted eine zweizeitige Methode immer einen zweiten Eingriff und eine verlängerte Heilungszeit. Die einzeitige Methode mit Knochenringen hat sich als eine für den Patienten weniger invasive Methode mit sehr guten funktionellen und aesthetischen Ergebnissen gezeigt. Die Einhaltung eines strenden OP Protokolls ist dabei aber eine unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg der Methode. Um die Morbidität an der Entnahmestelle zu eliminieren ist die Methode ebenfalls mit deprotiiniertem Spenderknochen durchführbar. Zusammenfassung: Die dreidimensionale Augmentation mit Knochenringen hat im Vergleich zu den sonst üblichen zweizeitigen Augmentationsverfahren bei zumindest gleichwertigem funktionellen und aesthetischen Ergebnisses das Plus einer verkürzten Behandlungszeit und nur eines chirurgischen Eingriffes voraus. Intralift – die Ablösung des offenen Sinuslifts durch ein neues ultraschallgestütztes, minimalinvasives Verfahren zur Sinusbodenelevation beliebiger Ausdehnung Autor: Siegfried Jank
Co-Autor: Angelo Trödhan
Adresse: KH der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, Abt. für MKG-Chirurgie, Anichstr. 35,
6020 Innsbruck, Österreich Email: siegfried.jank@gmx.de
Einleitung: Beim herkömmlichem, offenen Sinuslift besteht eine relativ hohe Gefahr der
Perforation der Schneiderschen Membran, während interne Techniken wie der Summers-Lift nur ein sehr begrenztes Elevationsvolumen bieten. Die Intralift-Technologie bedient sich der hydraulischen Technik um die Schneidersche Membran von der Unterlage abzuheben, wobei ein crestaler Zugang gewählt wird. Material und Methode: Am Sinus des Schafskiefers wurden 50 Kavitäten präpariert um den
mittleren hydraulischen Druck sowie den mittleren pneumatischen Druck, welcher erforderlich ist um die Sinusmembran anzuheben, bestimmt. Des Weiteren wurden definierte 1mm große Defekte in die Sinusmembran präpariert, um beim anschließenden Sinuslift die Rupturlänge im Vergleich zur Ballontechnik und zum Summers-Lift zu bestimmen. Klinisch wurden die Ergebnisse von 234 Patienten dokumentiert. Resultate: Der mittlere pneumatische Druck zum Anheben der Sinusmembran beträgt 30
Mbar (+/-6), während der mittlere hydraulische Druck 20 Mbar (+/-6) beträgt. Die Rupturlänge der Defekte beim Riss der Membran sind unter Anwendung der Ballontechnik am höchsten (bis zu 14mm). Beim Summers-Lift beträgt die Defektgröße bis zu 10mm, während bei der Intralift-Technik keine wesentlichen Rupturen zu verzeichnen sind. Die klinische Auswertung von 234 Patienten zeigte 5 Misserfolge (1 x Instrumentenbruch, 2 Perforationen, 2 x keine solide Knochenneubildung). Diskussion: Im Vergleich zu den herkömmlichen minimal-invasiven Sinuslift-Verfahren
zeigt der vorliegende Versuchsansatz deutliche Vorteile hinsichtlich der Rupturgefahr der Schneiderschen Membran. Zusammenfassung: Die Intralift-Technik stellt eine suffiziente Alternative zum klassischen
offenen Sinuslift und zum Summers-Lift dar. Osseointegration dentaler Implantate nach verschiedenen vertikalen Augmentationsverfahren - Tierversuchsstudie Autor: Alexander Gaggl
Co-Autor: H. Bürger, Ch. Brandner, M. Kürcü, M. Benliday, F.M. Chiari
Institut: Abt. f. MKG-Chirurgie, LKH-Klagenfurt
Kontakt: St. Veiterstr. 47, 9020 Klagenfurt, Österreich
Email: alexander.gaggl@lkh-klu.at
Einleitung: Der Transfer freier Knochentransplantate ist eng an die Regenerationskraft des
Transplantatbetts gebunden, während mikrovaskuläre Transplantate ein eigenes Transplantatbett-unabhängiges Regenerationspotential aufweisen, dienen freie nicht- vaskularisierte Transplantate v.a. als Regenerationsplatzhalter. Im Rahmen dieser Tierversuchsstudie erfolgte die Untersuchung der Implantateinheilungsrate und des Ausmaßes der Knochen-zu-Implantatkontaktfläche verschiedener vertikaler Augmentationsverfahren. Material und Methode: Bei je 4 Hausschweinen erfolgte die vertikale Augmentation des
seitlichen Unterkiefers mit einem freien Knochentransfer aus der Retromandibularregion oder dem medialen distalen Femur. Bei 4 weiteren Schweinen wurde ein revaskularisiertes Transplantat aus dem Bereich des medialen distalen Femur verwendet. Vier Monate nach Transplantation erfolgte die chirurgische Reexploration, Knochenbiopsie und Implantation von je 10 dentalen Implantaten (30 Straumann®-Implantate, Schweiz) in die augmentierten Kiefer. Drei Monate nach Implantation wurden die Knochenregenerations- und Implantationsergebnisse histologisch und histomorphometrisch aufgearbeitet und ausgewertet. Resultate: Vier Monaten nach Augmentation zeigte sich eine signifikant höhere
Dimensionsstabilität der revaskularisierten Transplantate im Vergleich zu freien Knochentransplantaten. Zudem ergab sich eine geringere Degenerationstendenz bei höherem Transplantation. histomorphometrische Analyse ergab nach 3 weiteren Monaten eine BIC (Bone to Implant Contact percentage) von 57.38±11.97 % für das Mandibulatransplantat (MG), 76.50±7.88 % für das nicht-vaskularisierte Femurtransplantat (NVFG) und 76.53±8.15 % für das revaskularisierte Femurtransplantat (VFF). Die BIC Werte der NVFG- und VFF-Gruppe waren signifikant größer als der Wert der MG-Gruppe (p<0.001). Diskussion: Die höchste Formstabilität einer Onlay-Augmentation konnte durch das
mikrovaskuläre Knochentransplantat vom Femur erzielt werden. Nach Einheilung der Transplantate zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Osseointegration nach freier und vaskularisierter Femur-Augmentation. Im Gegensatz dazu konnten nach beiden Arten der Femuraugmentation eine größere Knochen-zu-Implantat-Kontaktzone erzielt werden als nach Augmentation mit einem intraoralen Knochentransplantat. Zusammenfassung: Der höchste Gesamtstellenwert kann somit in diesem Vergleich dem
mikrovaskulären Femurtransplantat zugesprochen werden. Bone Morphogenetic Proteins in der MKG-Chirurgie Autor: Arno Wutzl
Co-Autor: Günter Russmüller, Clemens Klug, Christian Schopper, Peter Pietschmann, Rolf
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,Medizinische
Universität Wien Kontakt: waehringer guertel 18-20, 1090 wien, a
Email: arno.wutzl@meduniwien.ac.at
Einleitung: Bone morphogenetic proteins (BMPs) werden in der Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie sowohl als Implantatbeschichtung als auch zur Optimierung von Kieferaugmentationen und in der Frakturheilung eingesetzt. Die Hypothese dieses Vortrages lautet, dass aufgrund der Vielfalt der verschiedenen BMPs eine Verbesserung der Therapie durch die Kombination der einzelnen BMPs möglich ist. Material und Methode: An der MKG-Chirurgie, Medizinische Universität Wien, wurden
BMP-2 und BMP-4 zur Behandlung von Patienten mit Knochendefekten eingesetzt. Die postoperativen Ergebnisse wurden evaluiert. Weiters wurde in einer in vitro Studie Osteoklasten und Osteoblasten mit verschiedenen Konzentrationen von BMP-2, BMP-5 und BMP-6 alleine und in Kombination stimuliert. Die Qualität und Quantität der Knochenmarkszellen wurde gemessen. Resultate: Die Behandlung von Patienten mit Knochenmarksdefekten wurde ohne
Allgemeinkomplikationen durchgeführt. Während die Knochenheilung als erfolgreich betrachtet werden kann, traten doch Wundheilungsstörungen auf. Die in vitro Ergebnisse zeigten unterschiedliche Einflüsse auf Knochenzellen. BMP-2, BMP-5 und BMP-6 in Kombination veringerten die Wirkung auf Osteoklasten, die effektivste Kombination war BMP-2 und BMP-5. Auf die Osteoblasten zeigte jedoch die Kombination aus BMP-2, BMP-5 und BMP-6 den größten Einfluss, stärker als BMP-2 alleine. Diskussion: Trotz sicherer Anwendung von BMPs bei Patienten mit Knochendefekten,
zeigten die klinischen Ergebnisse doch lokale Wundheilungsstörungen. Weiters ist der klinische Einsatz der BMPs mit hohen Kosten verbunden. In vitro Versuche weisen auf eine Optimierung des chirurgischen Eingriffes durch die Kombination mehrer BMPs hin. Zusammenfassung: Der Einsatz von BMPs kann als sicher erachtet werden. Die
postoperativen Ergebnisse und die Resultate aus der in vitro Studie zeigen, dass eine Kombination von BMPs die klinischen Ergebnisse verbessern könnten. Welchen Einfluß besitzt die intraoperative Lagerung auf die Vitalität der autologen Autor: Ralf Smeets
Co-Autor: Marco Blessmann, Frank Kloss, Dieter Riediger, Andreas Kolk, Max Heiland
Institut: Zahn-, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum
Kontakt: Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, BRD
Email: rasmeets@ukaachen.de
Einleitung: Die Effektivität der autologen Spongiosatransplantation und somit die Vitalität
der Osteoblasten ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Sie wird sie von der Entnahme, der Qualität und Quantität, der Fixierung und Präparation des Knochens, sowie der Blutversorgung, der Beschaffenheit und Lokalisation des Transplantationsortes beeinflusst (Nade 1970, Albrektsson 1980, Gray und Elves 1981, Gross et al. 1993, An et al. 1995, Toribatake et al. 1998, Davy 1999, Kim et al. 1999, Perry 1999, Sandhu und Grewal 1999, Gould et al. 2000, Laursen 2001). Albrektsson et al. (1980) konnten nachweisen, daß eine Minimierung des operativen Traumas zu einer höheren Überlebensrate der Zellen führt und die Revaskularisierung und das Remodelling des Transplantates beschleunigen. Aus den Studien von Gray und Elves (1981 und 1982), Stevenson (1999) und Gould et al. (2000) geht hervor, daß die transplantierten Bestandteile der Spongiosa (Osteoblasten, Osteoprogenitor- Wachstumsfaktoren) Knochenneubildung beitragen. Autologe Spongiosa wird intraoperativ auf unterschiedliche Weise gelagert, sofern sie nicht sofort nach der Entnahme implantiert wird. Üblich ist entweder die trockene Lagerung oder die feuchte Aufbewahrung in Kochsalzlösung. Ziel dieser Studie ist die Klärung der Frage, wie der entnommene Knochen, insbesondere bei längeren Eingriffen, bei denen keine direkte Transplantation möglich ist, optimal gelagert Material und Methode: Die aus dem Beckenkamm entnommene Spongiosa wurde sofort
nach der Entnahme des Knochens in zehn gleiche Knochenstücke aufgeteilt und in verschiedene Gefäße gegeben. Die Gefäße wurden zuvor unter sterilen Bedingungen je nach Gruppenzugehörigkeit präpariert. Insgesamt wurden fünf verschiedene Lagerungsgruppen untersucht: - trockene Aufbewahrung - feuchte Kompresse (NaCl 0,9%) - NaCl-Lösung (0,9%) - Glucoselösung (5%) - Kulturmedium Nach 2 oder 4h wurden die Knochen in Kulturmedium überführt und anschließend für ca. 1 Woche in Medium kultiviert bis sich ein konfluenter Zellrasen ausgebildet hatte. Anschließend wurde eine Zellzählung vorgenommen. Zur Überprüfung der metabolischen Aktivität und damit näherungsweise der Zellzahl wurde im Anschluß an die Zählung ein XTT-Test (Tetrazoliumsalz-Spalttest; Roche, Mannheim, Deutschland) durchgeführt. Resultate: Die vorliegende Studie verdeutlicht den Einfluß der intraoperativen Lagerung auf
die Vitalität der transplantierten Zellen und der Effektivität der autologen Spongiosaplastik. Die Ergebnisse der Studie von Laursen et al. (2003) konnten insofern bestätigt werden, daß eine trockene Lagerung des Knochens insbesondere bei längerer Verweilzeit außerhalb des Empfängerlagers zu einer niedrigeren Proliferationsrate der Osteoblasten führt. Auch konnte bestätigt werden, daß die Lagerung in Kochsalzlösung oder in einer mit NaCl angefeuchteten Kompresse im Vergleich zur trockenen Aufbewahrung zu einer höheren Vitalität der Osteoblasten führt. Es wurde deutlich, daß die Lagerung des Knochens in 5-prozenziger Glucoselösung oder Medium nach 4h gegenüber der Lagerung in Kochsalzlösung die Vitalität der transplantierten Osteoblasten erhöht, während nach 2h die Aufbewahrung in Glucose 5% den höchsten Vitalitätsgrad aufweist, gefolgt von NaCl-Lösung. Bei Lagerungszeiten über 4 Stunden ist es jedoch denkbar, daß der positive Effekt der Glucoselösung nachlässt und die Lagerung im Medium zu einer höheren Proliferation führt. Kritisch ist anzumerken, daß insbesondere die Schwankung der Zellzahlen als subjektiv ermittelter Wert sehr hoch waren, so daß wir zu Überprüfung der Ergebnisse den XTT-Test durchführten. Diskussion: Die intraoperative Lagerung autologer Spongiosa sollte in jedem Fall in Lösung
stattfinden. Empfehlenswert erscheinen hier NaCL-Lösung oder Glucose 5%, da beide Lösungen in den Operationssälen einfach aufzubewahren und verfügbar sind. Die trockene Aufbewahrung sollte grundsätzlich vermieden werden Einfluss des Alters auf die Mikrovaskularisierung des Knochens Autor: Robert G. Stigler
Co-Autor: Günter Lepperdinger, Robert Gassner, Michael Rasse, Frank R. Kloss
Institut: Univ. Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Innsbruck
Kontakt: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: robert.stigler@i-med.ac.at
Einleitung: Die Bevölkerungsentwicklung europäischer Länder zeigt eine Zunahme der
alternden Bevölkerung bei gleichzeitiger Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung. Damit steigt die Zahl alter Patienten die im Rahmen rekonstruktiver oder präprothetischer Eingriffe eine Knochentransplantation benötigen. Neben zahlreichen Faktoren hängt der Erfolg einer autogenen Knochentransplantation von der Qualität der Spenderregion ab, wobei ein wesentlicher Faktor die Vaskularisierung des Transplantates darstellt. Bislang fehlen in der Literatur ausreichende Daten über die Mikrovaskularisierung möglicher Spenderregionen in Abhängigkeit vom Alter des Patienten. Material und Methode: Zur Untersuchung der Mikrovaskularisierung autogener
Beckenkammtransplantate wurden Knochenproben im Rahmen von aufbauenden oder rekonstruktiven Eingriffen bei Patienten unterschiedlichen Alters gewonnen. Die Proben immunhistochemischen Evaluation unterzogen. Dabei wurden zur Detektion von Endothelzellen anti-CD31 Antikörper und BSL-1 (Bandeiarea simplicifolia Lektin-1) Resultate: Das Alter der Spender variierte von 19 Jahren bis 68 Jahren (Mittelwert 36,5
Gruppe Jung und 64,2 Gruppe alt). Immunhistochemische zeigte der Vergleich von jungen und alten Beckenkammbiopsien sowohl im Knochen als auch im Knochenmark eine Abnahme der Mikrogefäßdichte. Diskussion: Die Abnahme der Mikrogefäßdichte im alternden Spenderknochen reduziert die
Qualität des Spenderknochens in mehrfacher Weise. Die Revaskularisierung des Transplantates kann dadurch verlangsamt oder vereitelt werden. Darüber hinaus weisen neuere Studien darauf hin, dass insbesondere die perivaskuläre Nische ein Reservoir für mesenchymale Stammzellen darstellt. Zusammenfassung: Eine Verringerung der Gefäßdichte, könnte somit die verminderte Zahl
der mesenchymalen Stammzellen im alternden Knochen erklären. Einfluss einer VEGF Beschichtung auf die Vaskularisierung von Scaffolds Autor: Daniel Lindhorst
Co-Autor: Frank Tavassol, Constantin v. See, Paul Schumann, Harald Essig, Horst
Kokemüller, Martin Rücker, Nils-Claudius Gellrich Institut: Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30161 Hannover, Deutschland
Einleitung: Eine adäquate Vaskularisierung ist eine der wichtigsten Vorraussetzungen bei der
Knochentransplantation. Deshalb wurden ß-Trikalzium-Phosphat (ß-TCP) und poröses Poly(l- Laktid-Co-Glykolid) (PLGA) Scaffolds mit Hilfe von Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) beschichtet und es wurde untersucht, ob diese Beschichtung einen Einfluss auf die Vaskularisierung und Angiogenese hat. Material und Methode: In 48 balb/c Mäusen wurden Rückenhautkammern implantiert, und
diese wurden 6 Gruppen zugeteilt (jeweils n=8). Unbeschichtete, kollagenbeschichtete und zusätzlich VEGF-beschichtete PLGA und ß-TCP Scaffolds wurden in die Kammern eingebracht. Während des 14-tägigen Beobachtungszeitraums wurden mittels intravitaler Floureszenzmikroskopie wiederholt die Angiogenese, die Neovarskularisation und Leukozyten-Endothel-Interaktionen gemessen. Ergänzend wurde die Freisetzung von VEGF aus PLGA und ß-TCP über eine ELISA-Testung untersucht. Anhand von histologischen Präparaten wurden mikromorphologische Aspekte beobachtet. Resultate: Unbeschichtete ß-TCP Scaffolds zeigten im Vergleich zu unbeschichteten PLGA
Scaffolds eine beschleunigte und höhere Angiogenese. Die Beschichtung mit VEGF in vivo bewirkte zusätzlich sowohl in PLGA- als auch besonders in ß-TCP Scaffolds eine signifikante Steigerung der Neoangiogenese. PLGA Scaffolds setzten im Vergleich zu ß-TCP innerhalb der ersten zwei Tage in vitro signifikant mehr VEGF frei. In der Folge konnten wir bei den PLGA Scaffolds eine massive Abnahme der VEGF-Freisetzung beobachten. Die Freisetzung war im Vergleich zur konstanten VEGF-Abgabe von ß-TCP vernachlässigbar gering. Über den Beobachtungszeitraum zeigten sich konstant leicht erhöhte Entzündungsparamter im nicht signifikanten Bereich. Histologisch zeigte sich sowohl bei PLGA- als auch bei ß-TCP Scaffolds eine adäquate Einheilung ins Empfängergewebe. Diskussion: Die mikroporöse Beschaffenheit von ß-TCP führt zu einer prolongierten
Freisetzung von VEGF über den Beobachtungszeitraum von 14 Tagen im Vergleich zu PLGA Scaffolds. Dadurch werden verbesserte Bedingungen für die Neoangiogenese geschaffen. Zusammenfassung: Die Studie demonstriert, dass ß-TCP Scaffolds bessere
Vorraussetzungen für die Vaskularisierung bieten als PLGA-Scaffolds. Eine Beschichtung mit VEGF verbessert die Bedingungen in beiden Scaffolds signifikant. Es kommt zu einer früheren und stärkeren Vaskularisierung. Die Studie stellt somit einen vielversprechenden Lösungsansatz für den erfolgreichen klinischen Einsatz von Tissue Engeneering Konstrukten Der intramandibuläre Verlauf des N. alveolaris inferior im Molarenbereich von zahnlosen Mandibeln: Die klinische Bedeutung für die vertikale Distraktion und Implantologie Autor: N. Lautner
Co-Autor: C. Krenkel; M. McCoy
Institut: Salzburg Landeskliniken, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Hagenaustrasse 16A, 5020 Salzburg, Österreich
Email: nora.lautner@pmu.ac.at
Einleitung: Zahnlosigkeit reduziert die Alveolarfortsatzhöhe über dem Mandibularkanal. Die
ungenügende Knochenhöhe kann bei der Verankerung von Implantaten oder Operationsverfahren wie Distraktionsosteogenese Schwierigkeiten bereiten oder den N. alveolaris inferior schädigen. Ziel dieser Untersuchung ist eine möglichst genaue Bestimmung der intramandibulären Distanzen im zahnlosen Unterkiefer im Vergleich zur Cawood Material und Methode: Untersucht wurden 37 mazerierte zahnlose menschliche Unterkiefer
aus anatomischen Sammlungen (Pürgg, Hallstatt) mittels Dental CT. Verglichen wurden die Unterkieferquerschnitte in der Region des ersten und zweiten Molaren auf beiden Seiten (d.h., vier Querschnitte pro Mandibula). Gemessen wurden jeweils sieben Distanzen [totale Höhe (A), totale Breite (B), Dicke der bukkalen Kortikalis (C), Innendurchmesser des Mandibularkanals (D), Distanz zwischen bukkalem Außenrand des Mandibularkanals zur lingualen Kortikalis (E), Abstand zwischen Mandibularkanal und Alveolarkamm (F), Abstand der bukkalen Kortikalis zum Mandibularkanal (G)]. Zum Vergleich wurde auch die Art der Atrophie in den vier Querschnitten mittels der Cawood Klassifikation (Kieferkammform, Höhe, Breite) bestimmt. Resultate: Es zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen linker und rechter Seite
(p=0.05) für die Distanzen E und G. Gleichfalls signifikante Unterschiede fanden sich zwischen dem Bereich des ersten und zweiten Molaren der gleichen Seite (p=0.05) für folgende Variablen: A, B, E, F, G. Die Distanzen im Bereich des ersten Molaren betrugen im Mittel: A: 18.24mm; B: 13.87mm; C: 2.32mm; D: 3.59mm; E: 8.76mm; F: 6.67mm; G: 5.1mm. Im Bereich des zweiten Molaren wurden folgende durchschnittliche Distanzen ermittelt: A: 16.58mm; B: 15.36mm; C: 2.16mm; D: 3.61mm; E: 9.86mm; F: 5.87mm; G: 5.5mm. Somit unterschieden sich lediglich die Dicke der bukkalen Kortikalis (C) und die Durchmesser des Mandibularkanals (D) nicht signifikant. In den jeweils 74 untersuchten Querschnitten zeigten sich Unterschiede in der Verteilung der Cawood Klassen im Bereich des ersten Molaren (I n=2; II n=6; III n=16; IV n=36; V n=3; VI n=11) und im Bereich des zweiten Molaren (I n=2; II n=3; III n=29; IV n=20; V n=5; VI n=15). Daraus ergibt sich nach Cawood eine höhere Atrophieklasse im Bereich des ersten Molaren als im Bereich des zweiten Molaren. Die Gesamtverteilung der 148 Querschnitte betrug: I n=4; II n=9; III n=45; IV n=56; V n=8; VI n=26. Am häufigsten war die Cawood Atrophieklasse IV mit 38% vertreten. Für die Setzung von vertikalen Distraktionsschrauben von 2.0mm Durchmesser ist eine Mindestdistanz von3.5mm zwischen bukkaler Kortikalis und Mandibularkanal erforderlich (lateral des N. alveolaris inferior, = G). Diese Mindestdistanz wurde zu 88% (n= 65) im Bereich des ersten Molaren und zu 93% (n=69) im Bereich des zweiten Molaren gefunden. Das Setzen von Implantaten benötigt eine Mindestdistanz von 8.0mm vom oberen Rand des Mandibularkanals zum Alveolarkamm (F). Diese Distanz wurde zu 35% (n=26) im Bereich des ersten und nur in 22% (n=16) im Bereich des zweiten Molaren gefunden. Zusammenfassung: Bemerkenswert erscheinen die Unterschiede in der Beurteilung der
Atrophie im Bereich des ersten und des zweiten Molaren: Der Alveolarkamm ist beim ersten Molaren höher als beim zweiten Molaren; nach der Cawood Klassifikation ist jedoch die Atrophie beim ersten Molaren stärker ausgeprägt als beim zweiten Molaren. Über die Ursache dieser Unterschiede können nur Vermutungen angestellt werden. Die Bestimmung der Cawood Klasse alleine lässt jedenfalls keine Aussage über das Risiko einer Nervschädigung bei der Verwendung einer vertikalen Distraktionsschraube oder Implantatsetzung zu. Auf Grund der eher geringen Fallzahl von Mandibeln, die nie prothetisch versorgt waren, sind diese Ergebnisse allerdings eingeschränkt zu bewerten. Titanoxid - Partikel – Unverträglichkeit (TPU): Brauchen wir ein Umdenken in der dentalen Implantologie – Keramik anstatt Titan? Autor: Norbert Fock
Co-Autor: Johan Feith
Kontakt: 1010 Wien, Kohlmarkt 7
Email: norbert.fock@medunivie.ac.at
Einleitung: Periimplantitits bei dentalen Titanimplantaten ist ein zunehmendes Problem in
der implantologischen Praxis. Die Häufigkeit wurde von der sechsten Konsensuskonferenz der Parodontologie in Ittigen in der Schweiz am 2-6 Febr. 2008 auf Basis von Multi Center Studien festgestellt. Periimplantitis kommt in 28%-56% der Implantat Patienten vor, wobei 12%-43% der Implantate befallen sind. Die Ursachen können dabei nicht in allen Fällen nur in einer mangelnden Mundhygiene gefunden werden. Neueste Studien beschreiben eine mögliche Unverträglichkeit durch Titanoxid Partikel. Eine Periimplantitis bei keramischen Dentalimplantaten wird bisher nahezu kaum beobachtet. Material und Methode: Anhand von Studienergebnissen, auch aus dem orthopädisch
chirurgischen Bereich, wird die Problematik einer TPU aufgezeigt. In einem neuen Bluttestverfahren lässt sich feststellen, ob ein Patient auf Titanoxidpartikel bis 0,5 Mikron durch eine Immunzellaktivierung der Monocyten reagiert, welche sich durch Freisetzung von TNF-α und IL-1ß äußern. Über einem bestimmten Schwellenwert dieser Entzündungsmediatoren ist Titan für solch einen Patienten ein ungeeignetes Implantatmaterial. Zusätzlich lässt sich die persönliche Entzündungsbereitschaft der Patienten bestimmen, welche genetisch vorgegeben ist. Es werden hier derzeit vier unterschiedliche Respondertypen klassifiziert. Resultate: Bei Patienten mit Periimplantitis bei Titanimplantaten besteht in der Regel eine
starke Korrelation zwischen einer TPU und einem ungünstigen Respondertypus. Diese Parameter haben bei der Verwendung von Zirkonoxid keinen Einfluss laut Studien der Orthopädischen Universitäten in Essen und Würzburg . Diskussion: Die Problematik der Periimplantitis ist implantologisch tätigen Kollegen auch
oft wegen ihrer Therapierefraktarität hinlänglich bekannt. Eine adäquate Standardtherapie – abgesehen von penibler Mundhygiene – hat sich nicht durchsetzen können. Obwohl die Anzahl der keramischen dentalen Implantate in vivo nur einen geringen Prozentsatz der sich in vivo befindlichen dentalen Titanimplantate ausmachen, ist eine Problematik durch Periimplantitis nicht oder kaum zu beobachten. Eine Häufung von TPU und ungünstigem Entzündungs-Responder-Typ bei einer Periimplantitis bei Titanimplantaten legt dabei den Schluss für die Problematik einer suffizienten Therapie nahe. Keramik als Implantatwerkstoff war in der Vergangenheit insbesondere aufgrund verlängerter Einheilzeiten und ungünstiger Einheilparameter (Tiefziehschiene) aufgrund einer zu geringen Oberflächenrauhigkeit Konditionierungsverfahren des keramischen Grundwerkstoffes vor der Sinterung (Patent ZV3) konnten vergleichbare Parameter, wie bei Titanimplantaten, bezüglich der Einheilungszeiten und Parameter erreicht werden. Die Verwendung von Titanimplantaten als Standardtherapie sollte daher insbesondere bei Risikopatienten streng überdacht werden. Zusammenfassung: Periimplantitis bei dentalen Titanimplantaten wird mit einer Häufigkeit
von 28-56% angegeben und korreliert in vielen Fällen mit einer Titanoxid-Partikel- Unverträglichkeit und einem ungünstigen überschießenden Entzündungs-Responder Typ. Beide Parameter können präoperativ durch Bluttests erhoben werden. Eine Periimplantitis bei keramischen Implantaten wird jedoch kaum beobachtet, auch nicht bei Patienten, die zu einem ungünstigen Responder Typ gehören. Aufgrund neuester materialtechnischer Entwicklungen beim System ZV3 sind Keramikimplantate nun, im Gegensatz zu früheren Erfahrungen, insbesondere bezüglich der Einheilungszeiten und Parameter mit Titanimplantaten vergleichbar. Die bisher meist unreflektierte Verwendung des Titanimplantats als Standardtherapie sollte deshalb überdacht werden. Nanotechnologie als technologischer Fortschritt in der MKG Chirurgie Autor: Frank R. Kloss
Co-Autor: Oliver Hächl, Doris Steinmüller-Nethl, Robert Gassner, Michael Rasse
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Medizinsiche
Universität Innsbruck Kontakt: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: frank.kloss@i-med.ac.at
Einleitung: In den letzten Jahren gewinnt die Nanotechnologie in allen Gebieten der Medizin
an Bedeutung. Dabei bietet diese Technologie eine Vielfalt von Möglichkeiten, von der Nutzung von Nanopartikeln zur gezielten Medikamentenapplikation bis hin zur Generierung neuartiger Oberflächen in der Implantologie. Mit der Nanostrukturierung einer Oberfläche treten die Volumeneigenschaften einer Oberfläche mehr und mehr hinter ihre eigentlichen physiko-chemischen Eigenschaften. Durch die gleichzeitige Oberflächenvergrößerung kommt es zu einer Potenzierung der funktionellen Gruppen an der Oberfläche. Diese Möglichkeiten werden heute von zahlreichen Anbietern genutzt und sollen am Beispiel von in vitro und in vivo Ergebnissen einer nano-kristallinen Diamantoberfläche dargestellt werden. Material und Methode: Zur Durchführung der Versuche werden Implantatoberflächen
unterschiedlicher Rauigkeiten mit einem nanokristallinen Diamanten beschichtet (rho-BeSt coating GmbH, Innsbruck). Die endständigen Oberflächenbindungen werden entweder mit Wasserstoff (hydrophob) oder Sauerstoffgruppen (hydrophil) abgesättigt. Zur Beobachtung des Einflusses der Nanostrukturierung werden sowohl in vitro (SaOS2 Zellinie) und in vivo Versuche in der Ratte (Hautmodell) und im Großtier (Osseointegration) durchgeführt. Ziel des Vergleiches ist die Darstellung der Bedeutung der physiko-chemischen Eigenschaften einer nanokristallinen Oberfläche gegenüber dem morphologischen Einfluss und der Bedeutung der Nanotechnologie in diesem Feld der MKG-Chirurgie. Resultate: Die Beschichtung einer Implantatoberfläche mit nanokristallinem Diamanten führt
durch die einzelne Partikelgröße von ca. 5nm zu einer Vergrößerung der Implantatoberfläche. Damit stehen mehr funktionelle Gruppen einer Oberfläche dem interagierenden biologischen System zur Verfügung. In vitro kann gezeigt werden, dass die alleinige Nanomorphologie keinen positiven Einfluss auf das Zellverhalten aufweist. Dagegen beeinflussen die physiko- chemischen Eigenschaften der Oberfläche (hydrophob versus hydrophil) das Zellverhalten entscheidend. So konnte insbesondere für osteogene Zellen eine gesteigerte Differenzierung auf hydrophilen Oberflächen nachgewiesen werden. Dieser Einfluss kann in vivo für die knöcherne Integration von Implantaten bestätigt werden. Dagegen spielt bei der Anheilung von Weichgewebe an Implantate die Mikromorphologie eine entscheidende Rolle. So konnte gezeigt werden, dass die physiko-chemischen Eigenschaften einer nanokristallinen Beschichtung bei ausgeprägten Mikrorauigkeiten eine reduzierte Rolle spielen. Diskussion: Nanotechnologie eröffnet in der heutigen Medizin neue Möglichkeiten. In der
Implantologie können somit Oberflächen generiert werden die in ihren physiko-chemischen Eigenschaften herkömmlichen Oberflächen überlegen sind. Obwohl die Nanomorphologie im biologischen System von untergeordneter Bedeutung zu sein scheint, eröffnet gerade die Oberflächenvergrößerung und den damit vermehrten funktionellen Gruppen Möglichkeiten eine stabilen Biofunktionalisierung solcher Oberflächen durchzuführen. Somit können neue Indikationen für medizinische Implantate erschlossen werden. Zusammenfassung: Die Nanomedizin gewinnt in allen Bereichen der Medizin an Bedeutung.
Obwohl diese Forschung derzeit am Anfang steht, lässt sich heute erkennen, dass durch diese Technologie neue Felder erschlossen und Indikationen erweitert werden können. Funktioniert die Förderung der Osseointegration durch die intermittierende Gabe von Daten aus zwei präklinischen Studien und einer klinischen Pilotstudie. Autor: Ulrike Kuchler
Co-Autor: Birgit Mair, Stefan Tangl; Georg Watzek; Reinhard Gruber
Institut: Medizinische Universität Wien, Abteilung für Orale Chirurgie und Austrian Cluster
for Tissue Regeneration, Wien, Österreich Kontakt: Univ. Klinik für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde Wien
Die knöcherne Einheilung dentaler Implantate, genannt „Osseointegration", ist für den klinischen Erfolg dieser Behandlung von entscheidender Bedeutung. Patienten die diese Behandlung in Anspruch nehmen sind zumeist im fortgeschrittenen Alter und leiden unter systemischen Erkrankungen wie z.B Diabetes mellitus; beide Situationen gehen mit einer beeinträchtigten Osseointegration einher. Eine anabole Therapie zur Förderung der Osseointegration wäre demnach, speziell in diesen Patientengruppen, wünschenswert. Eine mögliche anabole Therapie bietet die intermittierende Gabe von Parathormon (PTH), einem in der Behandlung der Osteoporose zugelassenes Medikament. Neben der Wirkung auf den Knochenumbau, gibt es eine Vielzahl präklinischer Studien die auf eine positive Wirkung von PTH bei der Einheilung von Implantaten hinweisen. Präklinische Studien unserer Arbeitsgruppe zeigten, dass durch die intermittierende Gabe von PTH die Steigerung der Osseointegration bei adulten Ratten stärker ausfällt als bei vergleichsweise jungen Ratten (1). Die anabole Wirkung von PTH ist demnach altersabhängig. Ebenso konnten wir zeigen, dass die anabole Wirkung von PTH bei diabetischen Ratten ausbleibt (2). Die anabole Wirkung von PTH erfordert folglich normoglykämische Bedingungen, An unserer Klinik wurde die erste klinische Pilotstudie durchgeführt mit der Frage ob PTH die Osseointegration von Implantaten fördern kann. Es wurden 23 Patienten in die Studie eingeschlossen, die während einer interforaminalen Implantation zusätzlich zwei Minischrauben im Unterkiefer erhielten. Die Patienten (n=12) erhielten entweder 20 Mikrogramm Teriparatid (1-34 PTH; Forteo®) einmal täglich für 28 Tage oder keine Behandlung (n=11). Die Minischrauben wurden nach neun Wochen entfernt und einer histomorphometrischen Analyse unterzogen deren Auswertung demnächst abgeschlossen ist (3). Ziel des Vortrages ist es die anabole Wirkung der intermittierenden Gabe von PTH in Anhängigkeit des Alters und von Diabetes anhand präklinischer Studien aufzuzeigen. Ebenso soll die mögliche Wirkung von PTH auf die Osseointegration im Patienten dargestellt und diskutiert werden. Danksagung: Die Autoren danken Spilka T, Baron K, Feierfeil J, Skiba D und dem Team der Abteilung für Biomedizinische Forschung (MUW) für ihre Unterstützung. Die Arbeiten wurden durch Osteology Foundation (Projekt #08-12) und die Medizinisch-Wissenschaftliche Fonds des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt Wien (Projekt # 09022) gefördert. (1) Mair B, Tangl S, Feierfeil J, Skiba D, Watzek G, Gruber R. Age-related efficacy of parathyroid hormone on osseointegration in the rat. Clin Oral Implants Res. 2009;20(4):400- (2) Kuchler U, Spilka T, Baron K, Tangl S, Watzek G, Gruber R. Intermittent parathyroid hormone fails to stimulate osseointegration in diabetic rats. Clin Oral Implants Res. (in print) (3) Kuchler U, Tangl S, Luvizuto E, Watzek G, Gruber R. Effect of intermittent parathyroid hormone on osseointegration of study implants. (manuscript in preparation) Die Sofortimplantation - Möglichkeiten einer Therapieform Autor: G. Tepper
Institut: (1) Abteilung für Orale Chirurgie, Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik,
Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Medizinische Universität Wien Kontakt: Univ. Klinik für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde Wien
Zusammenfassung: Die Sofortimplantation ist heutzutage aus der modernen zahnärztlichen
Implantologie nicht mehr wegzudenken. Die Literatur besagt, dass zu den mannigfachen Vorteilen unter anderen eine deutlich beschleunigte Behandlungsdauer, die Erhaltung von alveolären Knochenstrukturen und die massive Verminderung der Zahl der pro Patient erforderlichen chirurgischen Interventionen am wesentlichsten sind. Die Sofortimplantation ist jedoch keinesfalls als der einfache Einstieg in die Welt der Implantologie zusehen, denn Unerfahrenheit wird mit einer Erhöhung der Komplikationsrate geahndet. Der Vortrag konzentriert sich auf eine grosse Zahl unterschiedlichster klinischer Indikationen und regt durch provokante high-end Fälle zur Reflexion und fachlichen Diskussion an. Die Effekte einer kombinierten externen und internen Kühlung während der Autor: Georg D. Strbac
Co-Autor: Hof M.1, Unger E.2, Vasak C.1, Höhsl S.1, Bijak M.2, Watzek G.1, Bernhart T.1
Institut: Abteilung für Orale Chirurgie, Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik,
Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Medizinische Universität Wien Kontakt: Währingerstraße 25a, 1090 Wien Wien, Österreich
Email: georg.strbac@meduniwien.ac.at
Einleitung: Bei der Implantatbettpräparation mit rotierenden Instrumenten können bei
insuffizienter Kühlung thermische und mechanische Schädigungen den Implantaterfolg beeinträchtigen. Ziel dieser Pilotstudie war es, die Effizienz unterschiedlicher Kühlungen bei der Implantatbettpräparation unter standardisierten Bedingungen, zu untersuchen. Material und Methode: Die Implantatbettaufbereitungen erfolgten an einem
freiprogrammierbaren intermittierenden Bohrzyklen. Untersucht wurde die Implantatbettpräparation bis in die Bohrtiefe von 10mm bzw. 16mm mit einem 2mm Spiralbohrer und die stufige Aufbereitung mittels Kanonenbohrer bis zu einem Durchmesser von 4,3mm. Es wurden reproduzierbare Bohrsequenzen mittels kombinierter-externen und internen (A), externen (B) und internen (C) Kühlung durchgeführt. Als Knochenmodell wurde, wie bereits beschrieben, die Rinderrippe verwendet, da diese der menschlichen Mandibula als in-vitro Modell am ehesten entspricht. Um unter standardisieren Bedingungen die unterschiedlichen Kühlungsmethoden untersuchen zu können, wurden jeweils gleich große Knochenstücke der 7. Rinderrippe verwendet. Die thermischen Veränderungen der unterschiedlichen Kühlungen mittels isotoner Kochsalzlösung wurden mit zwei thermosensitiven Messsonden durch 8 Messperlen in Echtzeit computergesteuert Resultate: Der höchste Temperaturanstieg wurde bei dieser Studie im kortikalen Bereich bei
Verwendung des 2mm Spiralbohrer bei der Tiefenpräparation von 10mm beobachtet A=1,52°C(± 0,72)/B=1,88°C(± 0,22)/C=1,23°C(± 0,45). Der Vergleich der unterschiedlichen Kühlungen untereinander ergab bei kortikalen Aufzeichnungen signifikante Unterschiede zwischen der kombinierten Kühlung und der externen Kühlmethode bei Verwendung des 2mm Spiralbohrers bei der Tiefenpräparation von 10mm, sowie zwischen der internen und der externen Kühlung und zwischen der externen und der kombinierten Kühlung bei Verwendung des 16mm Implantatbohrers mit einem Durchmesser von 4,3mm. Der Vergleich der unterschiedlichen Kühlmethoden untereinander zeigte auf Höhe der Bohrerspitze im spongiösen Knochen bei der Tiefenpräparation von 16mm bei Verwendung des Implantatbohrers mit einem Durchmesser von 4,3mm signifikante Unterschiede zwischen interner und externer Kühlung sowie zwischen externer und kombinierter Kühlung. Diskussion: Bei der Implantatbettpräparation kommt es durch Verwendung von rotierenden
Bohrinstrumenten zu einem Temperaturanstieg im Knochen. In der vorliegenden Studie wurde der höchste Temperaturanstieg im kortikalen Bereich bis zu einer maximalen Tiefe von 4mm beobachtet. Dies bestätigt Untersuchungen, dass der kortikale Knochen aufgrund der höheren Dichte, die bei der Präparation entstandene von Wärme, schlechter ableitet und länger speichert als der spongiöse Anteil des Knochens. Zusammenfassung: In dieser Pilotstudie konnten unter standardisierten Bedingungen bei
tiefen Präparationen signifikant bessere Ergebnisse bei der kombinierten Kühlung beobachtet Ästhetische Gesichtschirurgie
Verbesserung der Lippenästhetik bei voroperierten Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten durch Permanent-Make-up und Lippenaugmentation mittels Filler. Autor: Wolfgang Feistl
Co-Autor: Michael Malek
Institut: AKh Linz, Abteilung für Mund- Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie
Kontakt: Krankenhausstr. 9, A-4020 Linz, Österreich
Email: wolfgang.feistl@gmx.at
Einleitung: An der Abteilung für Mund- Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie am AKh
Linz wurden in den letzten 10 Jahren 468 Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten operiert. Hiervon wurden primäre Lippenverschlussplastiken bei 119 Säuglingen Lippenverschlussplastik Lippenkorrekturen Sekundäroperationen wurden bei 109 Patienten durchgeführt. Häufig lassen sich jedoch bei Lippenspalten -trotz mehrfacher Operationen- geringfügige Volumendefizite und Unterschiede in Farbnuancen insbesondere an der Lippenrot/Lippenweiß-Grenze nicht völlig vermeiden. Aus diesem Grund wurde eine prospektive Studie projektiert, in der untersucht werden sollte, ob sich das ästhetische Erscheinungsbild bei voroperierten Lippenspalten durch Permanent Make-up und Augmentation mit Hyaluronsäurefillern verbessern lässt. Material und Methode: Das Studienprotokoll lautet wie folgt: Aus dem Kollektiv der
erwachsenen Spaltträger, die an der Abteilung operiert worden waren, werden diejenigen Patienten ausgewählt, bei denen auf operativem Weg keine wesentlichen Verbesserungen der Lippenästhetik mehr zu erwarten sind. Zunächst wird geklärt, ob eine Verbesserung durch ein Permanent-Make-up der Lippe möglich wäre. Bei entsprechender Indikation wird das Permanent-Make-up durch eine am Hause tätige Kosmetikerin angefertigt. Ca. zwei Wochen später erfolgt von ärztlicher Seite eine erste Augmentation mittels abbaubarem injizierbarem Filler auf Hyaluronsäure-Basis (Restylane®). Falls nötig erfolgt eine weitere Behandlung 2 Wochen später. Die Augmentationen werden jeweils durch denselben Behandler durchgeführt. Sämtliche Schritte werden sowohl fotografisch als auch mittels Oberflächen- Gesichtsscanning dokumentiert. Zudem werden die Patienten mit einem standardisierten Fragebogen über Ihre Zufriedenheit befragt. Komplikationen und Nebenwirkungen werden dokumentiert. Nachuntersuchungen werden nach 6 und 12 Monaten vereinbart. Resultate: Die Untersuchung wurde als Pilotstudie projektiert, Langzeitergebnisse liegen
aktuell noch nicht vor. Anhand eines exemplarischen Falles können jedoch bereits erste Ergebnisse vorgestellt werden. Diskussion: Die Verwendung von Permanent-Make-up und Fillern stellt keine Alternative
sondern vielmehr eine Ergänzung der chirurgischen Korrekturoptionen dar. Die Indikation ergibt sich aus Möglichkeiten und Grenzen der Methodik. Ein Vorteil der Methode liegt in der geringen Invasivität. Außerdem stellen sowohl die Verwendung von Fillern auf der Basis von Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin als auch von Permanent Make-up in der Medizin und Kosmetik bereits gängige Verfahren dar, bei denen vergleichsweise nur mit geringen Komplikationen zu rechnen ist. Als Nachteil der Methode ist zu sehen, dass das Ergebnis nicht dauerhaft ist und bei Wiederholungen der Behandlung außerhalb der aktuellen Studie Kosten entstehen, die vom Patienten zumindest derzeit selbst zu tragen sind. An Alternativen steht zum Beispiel die Augmentation mit Eigenfett zur Verfügung. Der Stellenwert der Methode zur Behandlung von Spaltträgern ist in der Literatur bislang nur durch wenige Studien hinterfragt. Zusammenfassung: An der Abteilung für Mund- Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie
am AKh Linz wurde eine prospektive Studie projektiert, in der untersucht werden sollte, ob sich das ästhetische Erscheinungsbild bei voroperierten Lippenspalten durch Permanent Make-up und Augmentation mit Hyaluronsäurefillern verbessern lässt. Anhand eines exemplarischen Falles können erste Ergebnisse vorgestellt werden Nimodipin-Gabe unterstützt die schnelle funktionelle Regeneration bei peripherer Autor: Scheller K
Co-Autor: Scheller C
Institut: Klinik für Neurochirurgie Uni Halle
Kontakt: Ernst-Grube-Straße 40, 06114 Halle, Deutschland
Einleitung: Vorübergehende und permanente Paresen des N. facialis sind bekannte
Komplikationen bei der operativen Versorgung von Kiefergelenksfrakturen (0-48%). Auch nach orthognater Chirurgie wurden vereinzelt Schädigungen des N. facialis beobachtet. Der Ausfall des N. facialis ist für den betroffenen Patienten sehr belastend. Eingedenk verschiedener retro- und prospektiven klinischer Studien in der Neurochirugie, die eindeutig einen positiven Effekt von Nimodipin auf den Erhalt der Funktion des N. facialis und N. vestibularis bei der Akustikusneurinomchirurgie zeigten, wurden diese Patienten, nach eindeutiger Aufklärung und Einverständnis, mit Nimodipin behandelt. Material und Methode: 13 Patienten mit einer moderaten bis schwer ausgeprägten
peripheren Fazialisparese nach unterschiedlichen Eingriffen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich wurden zwischen 2008 und 2009 behandelt. Bei allen Patienten war die Integrität des Nerven erhalten. Aufgrund fehlender spontaner Regeneration wurde den Patienten im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung ("off-label" use) Nimodipine oral Resultate: Eine Verbesserung der Nervfunktion zu Grad I-II in der House-Brackmann-
Klassifikation konnte bei allen Patienten nach der oralen Gabe von Nimodipine nach einem Behandlungsintervall von maximal 2 Monaten beobachtet werden. Diskussion: Die klinischen Beobachtungen bei diesen Patienten zeigten alle unter Nimotop-
Therapie einen positiven Effekt auf die Regenerationsgeschwindigkeit der Funktion des N. facialis. Diese Ergebnisse werden durch Untersuchungen in Tierversuchen und in verschiedenen klinischen Studien bei Neurochirurgischen Eingriffen bestätigt. Eine prospekltive Studie mit einer größeren Anzahl von Patienten und einem homogeneren Patientengut wird geplant um den positiven Effekt von Nimodipin auf die Nervregeneration bei Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgischen Eingriffen zu untersuchen. Zusammenfassung: Die Regenerationsgeschwindigkeit nach traumatischer Schädigung des
N. facialis konnte durch Nimodipin-Gabe beschleunigt werden. Gravierende Nebenwirkungen konnten nicht beobachtet werden. Die ästhetisch anspruchsvolle prothetische Versorgung der Orbita durch Umformung des intraorbitalen Weichgewebes Autor: Martin Rücker
Co-Autor: Harald Essig, Constantin von See, Horst Kokemüller, Paul Schumann, Frank
Tavassol, Nils-Claudius Gellrich Institut: MKG-Chirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30539 Hannover, Deutschland
Email: ruecker.martin@mh-hannover.de
Einleitung: Die Symptome Enophthalmus, Ptose, vertiefte Oberlidfurche und
Unterliderschlaffung sind bekannte Folgen einer Enukleation und das oftmals trotz Insertion eines Orbitaimplantates. Da die bisherigen chirurgischen Augmentationstechniken in vielen Fällen zu ästhetisch unbefriedigenden Ergebnissen führen, stellen wir einen neuen osteotomiefreien Ansatz zur Verkleinerung der orbitalen Grenzstrukturen vor. Material und Methode: Bei einseitig enukleierten Patienten wurde der Orbitainhalt über
einen transkonjunktivalen Zugang subperiostal disseziert. Mittels individualisierten 3D- Titanmeshs wurde die knöcherne Orbita rekonturiert. Die resultierende sagittale Projektion der Orbitaprothese wurde dann vier Wochen postoperativ mittels CT-Aufnahmen und Röntgenstrahlen frei durch eine Face-Scan basierte dreidimensionale Oberflächenanalyse quantifiziert und mit der der entsprechenden präoperativen Aufnahmen verglichen. Resultate: Der retroseptale transkonjunktivale Zugang ermöglichte die osteotomiefreie
Einengung der Orbitagrenzen und plastische Umformung des Orbitainhaltes. Die intraoperative Navigation garantierte die positionsgenaue Platzierung der individualisierten Titangerüste. Der Vergleich der prä- und postoperativen CT- und Face-Scan-Aufnahmen zeigte eine Verbesserung der sagittalen Prothesenposition, die vergleichbar war der Projektion des gegenseitigen Auges. Diskussion: Die vorgestellte Technik ermöglicht die individuelle Umformung des
intraorbitalen Weichgewebes zur Verbesserung der Position der Orbitaprothese, ohne dass knöcherne Orbitaumstellungen oder weichgewebige Augmentationstechniken erforderlich Zusammenfassung: Eine ästhetisch anspruchsvolle prothetische Versorgung der Orbita kann
über die Umformung des intraorbitalen Weichgewebes durch eine osteotomiefreie Verkleinerung der orbitalen Grenzstrukturen erreicht werden, ohne dass weichgewebige Augmentationstechniken erforderlich sind. Kopf- und Halstumore
Das Basaliom im zentralen Mittelgesicht von der chirurgisch-rekonstruktiven bis zur epithetisch-prothetischen Versorgung - Ein Fallbericht Autor: Florian Katauczek
Co-Autor: Hubert Ofner, Daniel Schadenböck
Institut: MKG-Chirurgie, AKh-Linz
Kontakt: Krankenhausstraße 9, 4021 Linz, Österreich
Email: florian_kat@yahoo.de
Einleitung: Das Basaliom oder Basalzellkarzinom ist das häufigste Karzinom der Haut,
gefolgt vom Plattenepithelkarzinom und dem malignen Melanom. Etwa 85% aller Basaliome finden sich, durch die bevorzugten sonnenexponierten Hautstellen, im Kopf-Hals-Bereich. Die Therapie der Wahl, bei operablen Basaliomen, ist ein chirurgisches Vorgehen mit histologischer Verifizierung der Ränder. Basaliome haben im Allgemeinen eine gute Prognose und Metastasieren auch bei aggressiv lokalen Formen sehr selten. Material und Methode: Von 1989 – 2009 wurden am eigenen Krankengut an 563 Patienten
703 operative Eingriffe im zentralem Mittelgesicht aufgrund von Hauttumoren durchgeführt. Fast die Hälfte der Tumore im zentralen Mittelgesicht waren Basaliome, ein Drittel waren Plattenepithelkarzinome. Die Geschlechtsverteilung war etwa 1:1. Die Verteilung der Hauttumore im zentralen Mittelgesicht waren mit 66,4% im Nasenbereich, mit 25,5% im medialen Wangen-, und Lidbereich und mit 8,1% in der zentralen Oberlippe. Anhand eines Fallberichtes wird der Krankheitsverlauf durch ein Basallzellkarzinom im Nasenbereich mit anfänglich rekonstruktiven chirurgischen Maßnahmen bis hin zur prothetisch-epithetischer Versorgung gezeigt. Resultate: In manchen Fällen ist nach einer ausgedehnten Tumorresektion im zentralen
Mittelgesicht die sinnvollste Variante eine prothetisch-epithetische Defektversorgung. Diskussion: Wie auch immer an die Defektversorgung bei einem Basalzellkarzinom im
zentralem Mittelgesicht herangegangen wird so darf zu keiner Zeit die Radikalität der Tumorresektion beeinträchtigt werden. Viele plastische rekonstruktive Möglichkeiten, vom Hautverschiebelappen aus der unmittelbaren Umgebung bis hin zum freien mikrochirurgischen Gewebetransfer, sind heute durchführbar. Dank dieser Möglichkeiten hat sich die Lebensqualität vieler Krebspatienten wesentlich verbessert. Die implantatgetragene prothetisch-epithetische Defektversorgung stellt in ausgewählten Fällen eine gute Möglichkeit zur funktionellen, ästhetischen Rehabilitation dar. Zusammenfassung: Das Basaliom oder Basalzellkarzinom ist das häufigste Karzinom der
Haut. Aufgrund der bevorzugten sonnenexponierten Hautstellen, finden sich etwa 85% aller Basalzellkarzinome im Kopf-Hals-Bereich. Von 1989 – 2009 wurden am eigenen Krankengut an 563 Patienten 703 operative Eingriffe im zentralem Mittelgesicht aufgrund von Hauttumoren durchgeführt. Fast die Hälfte der Tumore im zentralen Mittelgesicht waren Basaliome. Anhand eines Fallberichtes wird der Krankheitsverlauf eines Basalzellkarzinoms im Nasenbereich mit anfänglich rekonstruktiven chirurgischen Maßnahmen bis hin zur prothetisch-epithetischer Versorgung gezeigt. Therapie und Prognose des Zungenkarzinoms - eine retrospektive Analyse Autor: Horst Kokemüller
Co-Autor: Andre Eckardt, Harald Essig, Philipp Jehn, Daniel Lindhorst, Nils-Claudius
Institut: Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Einleitung: In einer retrospektiven Analyse wurden insgesamt 341 Patienten mit primären
Zungenkarzinomen erfasst, welche im Zeitraum von 1980 bis 2009 an der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt wurden. Material und Methode: Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 5,2 Jahre. 309
Patienten wurden chirurgisch behandelt, wovon etwa 10 % eine neoadjuvante und etwa 20 % eine postoperative Radio(chemo)therapie erhielten. 32 Patienten wurden keiner Operation zugeführt und wurden primär bestrahlt. Bei 91.3 % der chirurgisch behandelten Patienten wurde eine R0-Resektion erzielt. Bei 82,2 % bzw. 37,9 % der operierten Patienten erfolgte eine ipsilaterale bzw. bilaterale Neck dissection. Resultate: Insgesamt 33 % der operierten Patienten wiesen tumorinfiltrierte Lymphknoten
auf. Der Anteil von kontra- und bilateralen Lymphknotenmetastasen lag jedoch nur bei 3 %. Lokoregionale Rezidive traten nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 1,6 Jahren bei insgesamt 37,2 % der chirurgisch behandelten Patienten auf. Bei den Patienten mit sekundären Halsmetastasen waren diese in 73,8 % der Fälle ipsilateral, in 18,0 % der Fälle kontralateral und in 8,2 % der Fälle bilateral lokalisiert. Die 5-Jahres- Überlebenswahrscheinlichkeit für das Gesamtkollektiv lag bei 55 %, wobei sich ein signifikanter Unterschied zwischen den chirurgisch behandelten und primär bestrahlten Patienten zeigte (54,5 % vs. 13,7 %, log rank p<0,001). Diskussion: Art und Ausmaß der lymphatischen Beteiligung scheinen direkte Indikatoren für
den Malignitätsgrad des Zungenkarzinoms darzustellen. In multivariater Analyse erwiesen sich neben dem R-Status insbesondere N-Status und Kapseldurchbruch als dominante prognostische Faktoren. Zusammenfassung: Auch in frühen Tumorstadien sollte neben einer aggressiven lokalen
Resektion eine bilaterale Neck dissection als fester Bestandteil einer chirurgischen Behandlung implementiert werden, um dem hohen Anteil okkulter Lymphknotenmetastasen therapeutisch gerecht zu werden. Adjuvante Therapiemodalitäten sollten freizügiger in kontrollierten klinischen Studien eingesetzt werden Seltene Tumore im MKG-Bereich Autor: C. Czembirek
Co-Autor: C. Eder-Czembirek, C. Perisanidis, C. Schopper, P.W. Pöschl
Institut: Univrsitätsklinik für MKG-Chirurgie, Medizinsche Universität Wien, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: Seltene Tumore im mund-, kiefer-, gesichtschirurgischen Bereich stellen
nachwievor eine große Herausforderung für den Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen als auch für alle anderen involvierten Fachdisziplinen dar. Reichart und Kollegen waren bereits bemüh,t in einer Revision der seit 1992 gültigen WHO-Klassifikation für mehr Durchblick die Tumore betreffend zu sorgen. Material und Methode: Anhand von ausgewählten Patientenfällen soll die Schwierigkeit der
richtigen Erstdiagnose und die möglichen Differentialdiagnosen aufgezeigt werden. Diskussion: Gerade in Bezug auf die seltenen Tumore zeigt sich erneut, dass eine intensive
Abklärung bestehend aus klinischer Statuserhebung, radiologischer Untersuchung und histologischer Aufarbeitung essentiell ist, jedoch nicht vor einer Überraschung durch den definitiven histologischen Befund nach erfolgter Resektion schützt. Die Therapie des Basalzellkarzinoms des Gesichtes aus Sicht des Kieferchirurgen Autor: A.W. Eckert
Co-Autor: M.H.W. Lautner, H. Taubert, J. Schubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Die chirurgische Therapie des Basalzellkarzinoms als häufigster bösartiger
Tumor des Menschen ist mittlerweile unumstritten. Kontroversen existieren lediglich hinsichtlich deren detaillierter Umsetzung. So fordern Dermatologen eine mikrographische Behandlungsstrategie, während Kieferchirurgen ein einzeitiges Verfahren mit sofortiger Rekonstruktion favorisieren Es war das Ziel der Untersuchung, die Rezidivproblematik primär chirurgisch therapierter Basalzellkarzinome des Kopf-Hals-Bereiches ohne Schnittrandkontrolle monozentrischen Studie zu analysieren. Material und Methode: In einer umfassenden retrospektiven monozentrischen Studie
wurden sämtliche in der Zeit vom 01.01.1993 bis zum 31.12.2003 operativ behandelten Basalzellkarzinome erfasst. Es wurde eine Datenbank [SPSS 12.0] erstellt, welche neben dem Alter und dem Geschlecht der Patienten noch folgende weitere Daten berücksichtigte: Größe und Lokalisation des Basalzellkarzinoms, operatives Vorgehen inklusive Sicherheitsabstand, Resektionserfolg und rekonstruktive Strategie, Histologie und postoperativer Verlauf in Zusammenhang mit der Rezidivquote. Resultate: Es konnten 1044 Patienten im Alter von 22 bis 90 Jahren mit insgesamt 1469
Basalzellkarzinomen [1412 primäre Tumoren und 57 Rezidive] des Gesichts- und Halsbereiches erfasst werden. Es handelte sich um 566 Frauen und 478 Männer [Verhältnis 1,2:1]. Im mindestens 5-jährigen Nachbeobachtungszeitraum entwickelten sich 48 Rezidive (4%). Die Heilungschance von 96,6% der primären Tumoren sank auf immer noch akzeptable 91,7% nach Behandlung von Rezidiven. Bei den primär im Gesunden resezierten Tumoren rezidivierten lediglich 1,1% der Fälle, während die Rezidivquote auf 14,1% im Falle einer non-in-sano-Resektion um den Faktor 10 anstieg (χ²=0,07, α=0,05). Ab einem Tumordurchmesser von mehr als 14 mm zeigten sich signifikant mehr Rezidive. Zudem korrelierte die Rezidivquote mit dem histologischen Subtyp – solide Formen rezidivierten weniger häufig als sklerodermiforme oder metatypische Basalzellkarzinome. Diskussion: Unter Einhaltung folgender Sicherheitsabstände: 5 mm bei nodulären Formen;
10 mm beim sklerodermiformen Typ, bei Rezidiven und sehr großen Tumoren kann mittels chirurgischer Therapie bei primären Basalzellkarzinomen eine Erfolgsquote von 97% erreicht werden. Somit können 90% aller Patienten durch ein einzeitiges Vorgehen mit sofortigem lokal-plastischem Verschluss operativ versorgt werden. Zusammenfassung: Die zeitlich und personell aufwendigere mikrographisch kontrollierte
Chirurgie verspricht praktisch keine besseren Resultate, welche zuungunsten des Komforts für die Patienten gleichzeitig erhöhte Kosten mit sich bringt Neurogene Tumoren der extrakraniellen Hirnnerven – Herausforderung in der Früherkennung Autor: Frank R. Kloss
Co-Autor: Herwig Kostron, Michael Rasse
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Medizinsiche
Universität Innsbruck Kontakt: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: frank.kloss@i-med.ac.at
Einleitung: Extrakranielle neurogene Tumoren, die ihren Ursprung bei den Hirnnerven
nehmen stellen aufgrund ihres langsamen Wachstums nicht selten Zufallsbefunde dar. Insbesondere Nervenscheidentumoren können über einen langen Zeitraum unerkannt bleiben und enorme Ausmaße annehmen. Maligne extrakranielle Nerventumoren sind darüber hinaus eine seltene Entitäten und können die Früherkennung erschweren. Material und Methode: Anhand von Patientenbeispielen benigner als auch maligner
Nerventumoren der Hirnnerven soll die Problematik der Früherkennung erörtert werden. Dabei sollen klinische Symptome vor dem Hintergrund der Tumorentität analysiert werden. Resultate: Extraktanielle neurogene Tumoren, wie das Schwannom, sind gekennzeichnet
durch ein langsames Wachstum. Darüber hinaus sind insbesondere maligne Schwannome der extrakraniellen Hirnnerven selten beschrieben in der Literatur. Trotz ihres langsamen Wachstums erreichen diese Tumoren nicht selten enorme Ausmaße und werden dann anhand sekundärer Symptome wie Protrusio bulbi oder Mundöffnungseinschränkung erkannt. Dabei unterscheiden sich in den dargestellten Patientenfällen benigne Tumoren nicht von malignen Tumoren in ihrer klinischen Symptomatik. Bei primären klinischen Symptomen wie einem Nervausfall sind nicht selten zunächst Differentialdiagnosen wie andere nerv-verdrängende Tumoren bei der Diagnostik leitgebend, aufgrund der Seltenheit der Entität. Diskussion: Extrakranielle benigne und maligne Tumoren der peripheren Hirnnerven bleiben
meist symptomarm. Häufig führen erst bei zunehmender Größe dieser Tumoren sekundäre klinische Symptome zur Diagnosefindung. Die chirurgische Therapie stellt dann aufgrund der Nähe zur oder durch die Beteiligung der Schädelbasis eine Herausforderung an den Chirurgen dar und macht ein interdisziplinäres Vorgehen mit der Neurochirurgie notwendig. Die Wichtigkeit einer Früherkennung zeigt die Tatsache, dass bei den bislang 32 beschriebenen Fällen maligner Schwannome lediglich 19% von einem metastasenfreien Überleben berichtet Zusammenfassung: Neurogene Tumoren der extrakraniellen Hirnnerven stellen aufgrund
ihrer späten klinischen Symptomatik eine Herausforderung in der Früherkennung dar. Das klinische Ausmaß bei Diagnosestellung schließt dann nicht selten die Schädelbasis oder intrakranielle Strukturen mit ein, was das therapeutische Vorgehen erschwert. Erste Erfahrungen bei der Verwendung eines Dentalprotektors bei der Strahlentherapie von oropharyngealen und paranasalen Tumoren Autor: C. Lechner
Co-Autor: G. Koller, R. Koehnke, W. Elsässer, A. de Vries, O. Ploder
Institut: Abt.f. Strahlentherapie und MKG-Chirurgie Feldkirch
Kontakt: Carinagasse 47, 6800 Feldkirch, Österreich
Email: christian.lechner@lkhf.at
Einleitung: In der Strahlentherapie von oropharyngealen und paranasalen Tumoren werden
häufig Vorrichtungen verwendet, die den Unterkiefer während der Strahlentherapie immobilisieren. In dieser Studie werden die ersten Erfahrungen mit einem individuell angefertigten Monoblockkunststoffprotektor präsentiert, der den UNterkiefer immobilisiert und zusätzlich die Weichteile aus dem Strahlenfeld abhält. Material und Methode: Der einteilige Protektor (Hibrand Dental Protector R) wird vor der
Strahlentherapie individuell aus Kunststoff von einem Zahntechniker angefertigt. In einem Protokoll werden vom Strahlentherapeuten die zu schonenden Gewebe (Zunge, Lippen, Wangen) vermerkt und diese werden bei Herstellung des Protektors berücksichtigt. Der Dental Protector wurde bei 20 Patienten (9 oropharyngeale, 5 paranasale, 1 nasopharyngealem Tumor, m:w 3:1, Altersdurchschnitt 60,3 Jahre)eingesetzt. Nach Fixation mittels einer thermoplastisch angepassten Maske wurde ein 3D-CT für die Planung durchgeführt. Die Bestrahlungsdosis betrug 50-74 Gy. Alle Protektoren wurden mit einer Kieferimmobilisation , einem Lippenschild und einer Zungenfixation hergestellt. Bei 7 Patienten wurde die Zunge aus dem Strahlenfeld gehalten. Resultate: Der Protektor wurde von den Patienten selbst eingesetzt und gut toleriert. Bei allen
Patienten wurde eine Schonung der Gewebe erreicht, 2 Patienten zeigten eine Mucositis Grad I. Die mediane Dosisreduktion betrug für die Lippen 30% (31Gy), Mundwinkel 30% (31Gy) und Zunge 65% (38Gy). Die Dosisreduktion betrug zwischen 10 und 100%. Diskussion: Bei bisher verwendeten Vorrichtungen ist eine exakt reproduzierbare
Gewebeposition nur sehr schwierig zu erreichen. Durch die individuelle Anfertigung und exakte Positionierbarkeit des Dental Protectors wird dies möglich, sodass zu schonende Gewebe verlässlich aus dem Strahlenfeld gehalten werden können. Zusammenfassung: Det Dental Protector ermöglicht eine täglich exakt reproduzierbare
Position der Kiefer und der angrenzenden Weichteile. Es konnte eine Dosisreduktion der zu schonenden Weichteile erreicht werden. Image quality and tumor size measurement using dual-energy CT in patients with oropharyngeal carcinomas – a feasibility study Autor: Michael Töpker
Co-Autor: Thomas Moritz*, Chistina Nell‡, Christian Czerny* ,Helmut Ringl*, Julia
Fruehwald-Pallamar*, Michael Weber*, Franz Kainberger*, Christian Herold* and Clemens Institut: Department of Radiology, University Hospital of Vienna, Medical University of
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: Dual Energy Computed Tomography (DECT) provides improved enhancement
pattern visualization by using two tube energies. The aim of this study was to investigate the image quality of DECT enhancement reconstructions compared to single-energy images at 80 and 140kV in oropharyngeal tumors. Material und Methode: Ten patients underwent a DECT scan on a Somatom Definition
Flash-CT (Siemens Medical Solutions, Forchheim, Germany) (Tube A:80kV/230mAs; Tube B:SN140kV/161mAs) after the administration of 100ml Iomeron400 (Bracco, Italy) at 3ml/sec, and a delay of 60 seconds. Images were reconstructed at a slice thickness of 3mm with a 2mm increment for 80kV, 140kV, mixed (M), optimal-contrast (OC), and virtual contrast overlays (Overlay). Two readers, blinded to the image stack assessed image quality and tumor delineation ability on a five-point scale (1-5; 1=best) and measured cross-sectional tumor size. Each reader then chose what he considered the ideal image sequence. Resultate: For both readers, mean image quality for the 80kV, 140kV, M, OC, and Overlay
series was 1.6, 3.1, 1.2, 1.2, and 2.0, and for the ability to delineate the tumor, ratings were 1.4, 3.9, 1.4, 1.5, and 1.8, respectively. Dual-energy images were chosen to be optimal in all ten cases. For tumor size measurements (2.72x3.54cm/80kV; 2.65x3.45cm/M; 2.71x3.56cm/OC; 3.01x3.64cm/140kv), differences were statistically significant between 80kV and 140kv (p=0.44), but not between the remaining reconstructions. Diskussion: DECT of oropharyngeal tumors offers greatly improved image quality and
allows better tumor delineation compared to single-energy images at 140kV and at 80kV. Tumor size is overestimated on 140kV images, but no statistically significant differences were found between measurements for the other three image reconstructions. Zusammenfassung: Dual Energy as a novel technology allows better tumor differentiation
and delineation compared to single energy computed tomography. Dreidimensionale, Plattenepithelkarzinome mittels F18-FDG PET/CT im Hinblick auf die Inzidenz von Hals- Lymphknotenmetastasen Autor: Feichtinger M
Co-Autor: Pau M, Aigner RM, Kärcher H
Institut: Abt. F. MKG Chirurgie
Kontakt: Auenbruggerplatz 5, 8036 Graz, Austria
Einleitung: Das Auftreten histologisch gesicherter lymphogener Halsmetastasen hat eine
erhebliche prognostische Bedeutung mit zum Teil drastischer Reduktion der 5-Jahres Überlebensrate. In der vorliegenden Arbeit soll die Inzidenz und Lokalisation von Hals- Lymphknotenmetastasen abhängig von Lokalisation und Volumen des Primärtumors eines Plattenepithelkarzinomes des Oropharynx (Lokalisation: Zunge, Mundboden, Unterkiefer) aufgezeigt werden. Material und Methode: Es wurden 20 Patienten mit primär diagnostiziertem, unbehandeltem
Plattenepithelkarzinom des Oropharynx (6 weiblich; 14 männlich) in die vorliegende retrospektive Studie aufgenommen. Der Altersdurchschnitt betrug 61,7 Jahre (min. 37 / max. 82 Jahre). Bei allen Patienten war im Rahmen des präoperativen Screenings ein F18-FDG Ganzkörper PET/CT durchgeführt worden. Die Datensätze wurden anschliessend als DICOM Datensatz auf ein 3D-Navigationssystem überspielt. Nach dreidimensionaler Rekonstruktion der überlagerten Datensätze wurden die F18 FDG PET/CT Datensätze vermessen und das Tumorvolumen bestimmt. Die so erhobenen Befunde wurden in Bezug zu den histo- pathologischen Befunden des „Neck-Dissection"-Präparates gesetzt. Resultate: Der statistisch errechnete Mittelwert für das mittlere Tumor-Volumen betrug
10,98 cm³ mit einer Schwankungsbreite von +/- 7,57 cm³. Die Verteilung der N1 Pathologien war homogen über das gesamte Spektrum der Volumina ersichtlich. Tumorpatienten im Stadium T1 mit Differenzierungsgrad G 3 litten zu 100 % an einem N1 Lymphknotenstatus. Patienten mit einem Differenzierungsgrad G2 zeigten zu 50% einen N1 Lymphknotenstatus. Patienten mit einem Tumorvolumen größer 10,98cm wiesen in 66,67% der Fälle einen N2 Lymphknotenbefall auf, unabhängig vom jeweiligen Differenzierungsgrad. Diskussion: Die Bedeutung des Differenzierungsgrades hinsichtlich der Halslymphknoten-
Metastasen ist bei der Betrachtung der T 1 Befunde offenkundig. So ist auch bei im präoperativen Screening als N0 klassifizierten Patienten schon bei kleineren Tumoren bereits von occulten Lymphknotenmetastasen auszugehen. und in der präoperativen Planung zu berücksichtigen. Zusammenfassung: Neben der Grösse des Tumors ist vor allem bei kleineren Tumoren der
Differenzierungsgrad ein entscheidender prognostischer Faktor für die Inzidenz von Lymphknotenmetastasen. Additive prognostische Parameter beim Mundhöhlenkarzinom – gelingt ein modifizierter Autor: A. W. Eckert
Co-Autor: Lautner, A. Schütze, Katharina Bolte, U. Bilkenroth , J. Schubert und H. Taubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Ein Hauptproblem des Mundhöhlenkarzinoms ist die individualisierte
Prognosestellung, wozu offenbar das TNM-System und Grading allein nicht ausreichend sind. Mittlerweile wird auch bei dieser Tumorentität über eine kaum zu überschauende Fülle von Proteinstrukturen (sog. Marker) mit scheinbarem prognostischem Aussagewert bereichtet. Es war das Ziel der Untersuchung, derartige Proteine kritisch zu bewerten und mit den eigenen Resultaten zu korrelieren. Material und Methode: Sämtliche Untersuchungen basierten an Tumorgeweben von
Patienten mit einem Mundhöhlenkarzinom und bekanntem klinischem Verlauf [Datenbank im Format SPSS 17.0]. Folgende Proteine wurden mittels immunhistochemischer Untersuchungen im Tumorgewebe erfasst: Hypoxie-induizierbarer Faktor 1 alpha [HIF-1α], Glucosetransportmolekül 1 [GLUT-1], von-Hippel-Lindau-Proetein [pVHL], Vascular Endothelial Growth Factor C [VEGF-C], Carboanhydrase 9 [CA IX] und Survivin. Sämtliche Färbeintensitäten und –anteile wurden zu einem Score nach REMMELE zusammengefasst und mit den klinischen und pathohistologischen Daten korreliert. Die Statistik umfasste univariat KAPLAN-MEIER-Analysen, den log-rank-Test und multivariat Cox- Regressionsanalysen. Resultate: Folgende Proteine hatten einen Einfluss auf das Überleben der Patienten: HIF-1α [
84,2% geringe Expression zu 46,8%, hohe Expression, RR=3,7], GLUT-1 [71,6% zu 47,4%, RR= 4,0] , pVHL [69% zu 20%, RR=3,7] und Survivin [75% zu 40%, RR=1,8]. Überraschender- weise konnte kein Zusammenhang zwischen der Expression von CA IX bzw. VEGF-C und dem Überleben gefunden werden. Durch Kombination der Proteine verstärke sich deren prognostische Relevanz. Die Kombination HIF-1α und GLUT-1 zeiget ein 10,2-fach erhöhtes Risiko des tumorassoziierten Versterbens (p=0,0001), wenn beide überexprimiert wurden. Die Kombination HIF-1α, GLUT-1 und Survivin bestätigte ein 11,3- fach erhöhtes Risiko (p=0,002) und die gemeinsame Betrachtung von HIF-1α, GLUT-1, CA IX und pVHL sogar ein 14,8-fach erhöhtes Risiko des tumorassoziierten Versterbens Diskussion: Geeignete, weil als unabhängige Prognosemarker geltende Proteine für eine
individualisierte Prognosestellung beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle sind HIF-1α, GLUT-1, pVHL und Survivin. Möglicherweise gelingt es, dadurch die aggressivsten Tumoren zu charakterisieren. In Ergänzung zu TNM und Grading erscheint perspektivisch eine Optimierung des CIP [Computerized Individual Prognosis] realistisch. Zusammenfassung: Der prognostische Einfluss dieser und möglicherweise weiterer Proteine
muss in einer umfassenden, breit angelegten prospektiven Multizenterstudie untermauert werden. Gegenwärtig sollten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung HIF-1α, GLUT-1 und Survivin die etablierten Parameter ergänzen. YB-1 basierte onkolytische Adenoviren als innovativer Behandlungsansatz therapierefraktärer Kopf-Hals-Karzinome Autor: Andreas Kolk
Co-Autor: Klaus Mantwill, Christoph Pautke, Ralf Smeets, Frank Hölzle, Klaus-Dietrich
Institut: Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, Technische
Kontakt: Ismaninger Str. 22, 81675 München, Deutschland
Email: Andreas.Kolk@gmx.de
Einleitung: Eine Radio-Chemokombinationstherapie stellt häufig die letzte verbleibende
Option rezidivierender, fortgeschrittener bzw. inoperabler Plattenepithelkarzinome der Kopf- Hals-Region (HNSCC) dar, deren Effektivität stark limitiert ist. Im Wesentlichen ist hierfür Vielfachmedikamentenresistenz und des Auftretens von chemo- bzw. bestrahlungsresistenten Tumorstammzellen verantwortlich. Onkolytische Viren stellen hier eine gänzlich neue Therapiestrategie dar. Diese Viren vermehren sich selektiv in Tumorzellen, die bedingt durch den lytischen Replikationszyklus zerstört werden. Dadurch werden neue Viruspartikel freigesetzt, welche wiederum weitere Tumorzellen infizieren und zerstören können, so dass die Tumorzelle selbst zur Produktionsstätte von „Tumor-Medikamenten" wird. Ziel dieser Studie war die Erprobung dieser innovativen Therapieform an HNSCC in vitro und in vivo. Material und Methode: In vitro wurden neben etablierten HNSCC-Zelllinien auch
Tumorstammzelllinien durch YB-1 abhängige onkolytische Adenoviren hocheffizient lysiert. Das humane Y-Box-Protein YB-1 spielt eine zentrale Rolle bei der viralen Replikation. In einem orthotopen Tumormodell an 100 Nacktmäusen wurde die Wirksamkeit dieser Therapieform insbesondere in Kombination mit einer CTX nachgewiesen. Zur Beurteilung des therapeutischen Verlaufs wurden HNSCC-Zelllinien mittels Lentiviren, die für Luziferase kodieren, ausgestattet, was den Einsatz des Biolumineszenz-Imagings als kontinuierliches Monitoringverfahren zur Tumorgrößenerfassung ermöglicht. Resultate: Mittels Biolumineszens konnte nachgewiesen werden, dass die Virotherapie schon
nach 14 Tagen bereits zu einer signifikant stärkeren Tumor-Größenabnahme (p<0,01) als bei alleiniger CTX oder kombinierter RCTX geführt hatte. Der wesentliche Kritikpunkt der Gentherapie, die Organmanifestation des Virus, konnte mittels RT-PCR im syrischen Hamstermodell ausgeschlossen werden. Diskussion: Diese onkolytische Virustherapie stellt in Kombination mit der CTX einen
innovativen, sicheren und vor allem hocheffizienten Therapienansatz der HNSCC dar. Aufgrund der überzeugenden Daten ist eine klinische Phase-1 Studie geplant. Zusammenfassung: Aufgrund der überzeugenden Daten ist eine klinische Phase-1 Studie
Genanalyse zweier Plattenepithelcarcinomzelllinien durch cDNA Microarray Autor: Christina Eder-Czembirek
Co-Autor: Cornelia Czembirek, Rudolf Seemann, Dietmar Thurnher
Institut: Univ.klinik f. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: In einem Großteil der menschlichen Tumore besteht eine Imbalance
regulatorischer Mechanismen, die den Zellzyklus, Zelltod und Apoptose steuern. Das Verständnis der molekularen Abläufe durch Genexpressionsanalysen hat deutliche Fortschritte gemacht. Für die Bestimmung der Genexpression wird cDNA Array Technologie heutzutage ausgiebigst genutzt und kann die Untersuchung des Wirkmechanismus und der Effizienz von Standardtherapien und neuer Therapieansätze unterstützen. Das Ziel dieser Tumorprogression Kombinationstherapie mit Cisplatin und/ oder Radiotherapie zu evaluieren. Material und Methode: An den beiden Plattenepithelcarcinomzelllinien der Zunge, SCC 25
und CAL 27 (ATCC, Manassas, VA, USA), wurde entweder keine, eine Monotherapie mit 1µM Cisplatin, eine Radiotherapie mit 2Gy oder eine Kombinationstherapie durchgeführt. Aus den Zellen wurde die RNA extrahiert und für die cDNA Synthese verwendet. Mittels Oligo GEArray® Human Cancer Microarray (SABiosciences, Frederick, MD, USA) wurden 440 Gene untersucht. Resultate: Die vorgestellte Studie zeigt die Möglichkeit der Erstellung von
Expressionsprofilen einiger Gengruppen, die an der Tumorprogression beteiligt sind und durch Standardchemotherapie und/ oder Radiotherapie reguliert werden. Diskussion: Die Entwicklung der Microarray Technologie macht eine Analyse von mehreren
Genen und deren Expression in einem Versuchsansatz möglich, ist kostengünstig und ein überaus effektives Tool in der Forschungsarbeit, um die molekularen Abläufe unter Standardtumortherapie zu verstehen. Tumor markers for oral cancer – diagnostic and clinical considerations Autor: Rafael Nagler
Institut: Department of Oral and Maxillofacial Surgery and Oral Biochemistry Laboratory,
Rambam Medical Center and Rappaport Faculty of Medicine, Israel Institute of Technology- Technion, Haifa, Israel. Email: nagler@tx.technion.ac.il
Introduction - follow-up of patients who have undergone treatment for oral cancer (oral
squamous cell carcinoma (OSCC)) is done routinely and often in order to detect recurrences soon after they occur. The development of salivary diagnostic tools for these patients is of paramount importance, especially for high-risk populations (patients with pre-malignant lesions, "cured" patients, patients with previous history of cancer in general, tobacco and alcohol consumers and others). Home testing kits would further facilitate salivary testing as a diagnostic aid, enabling patients, especially those who live far from their treatment centers, to monitor their own health at home. Results – In various studies performed during the passing 15 years we found that salivary
'tools' are those focused on measuring changes of specific salivary macromolecules such as proteins or nucleic acids (as fatty acids are rather scarce in saliva), i.e. examining genomic or proteomic targets such as enzymes, cytokines, growth factors, metalloproteinases, endothelin, telomerase, cytokeratines, mRNA's, DNA aberrations, etc. Hence, saliva testing, a non- invasive alternative to serum testing, may be an effective modality for diagnosis and for prognosis prediction of oral cancer, as well as for monitoring post therapy status, by measuring specific salivary macromolecules. Salivary analysis has been shown to be a useful diagnostic tool also for distant malignancies such as breast cancer. In recent years, significant alterations have been demonstrated in the saliva of oral cancer patients in the epithelial tumor markers - Cyfra 21-1, TPS and CA12, various oxidative stress-related salivary parameters as ROS and RNS, biochemical and immunological parameters as IGF and MMP's and various other RNA transcripts. Discussion: Salivary analysis is predicted to alter the field of oral cancer diagnosis by
employing highly sensitive new tools enabling both medical professionals and the patients themselves to monitor their saliva for diagnosis and prognosis prediction. Das ICG- Verfahren zur Darstellung und Überprüfung der Perfussion von mikrovaskulären Transplantaten bei Tumorpatienten Autor: Gerzanic Lucia
Co-Autor: Hans Kärcher, Gerald Zöch
Institut: Klinische Abteilung für Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgie
Kontakt: Auenbruggerplatz 7, 8036 Graz, Österreich
Email: lucia.gerzanic@medunigraz.at
Einleitung: Bei ausgedehnten Gesichtsdefekten bietet die Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie verschiedene Möglichkeiten der Rekonstruktion. Abhängig von der Defektgröße müssen nicht nur Knochen, sondern auch Weichteile rekonstruiert werden. Die Spenderregion für ein mikrovaskuläres Transplantat muss entsprechend der Dimension des knöchernen und/oder Weichteildefektes gewählt werden. Eine suffiziente Anastomosierung der Transplantatgefäße und Halsgefäße um eine sofortige Transplantatdurchblutung und Revitalisierung zu ermögliche, kann durch einen Farbstoff Indocyaningrün sichbar gemacht Material und Methode: Bei 10 Tumorpatienten ist Indocyaningrün injiziert worden und nach
der Anastomisierung des mikrovaskulär angeschlossenen Transplatates die Durchblutung überprüft und dargestellt worden. Auch ein Verlust des Transplantates durch Nekrose kann mit dem ICG-Pulsion- Verfahren dargestellt werden. Auf der Intensivstation ist es möglich mit Indocyaningrün die Vitalität und Perfusion des Transplantates sichtbar zu machen Resultate: Bei 10 Patienten ist eine Darstellung und Perfusion des Transplantates unmittelbar
nach der Anastomosierung und postoperativ möglich. Bei einem Patienten ist ein Verlust des Transplantates nachweisbar. Bei 3 Patienten zeigt sich neben einer Knochenszintigraphie die erst nach dem Indocyaningrün-Verfahren durchgeführt wurde, eine sehr gute Perfusion. Diskussion: Neben dem PET/CT und der Knochenszintigrahie ist das ICG-Verfahren eine
neue Methode die Perfusion eines mikrovaskulären Transplantates während und nach der Operation zu unterstützen und den Zeitpunkt bei Verdacht eines Transplantatverlustes durch Thrombosierung der Gefäße/Nekrose darzustellen und nachzuweisen ohne nicht chirurgisch Zusammenfassung: Ziel der Studie ist es, mit Hilfe der Video- Fluoreszenz- Angiographie
den Durchblutungszustand und die Nekrosenflächen während der Operation und nach der Operation zu visualisieren, nachdem Indocyaningrün über die Vene injiziert wird. Tumorrekonstruktion mittels mikrovaskulärer Lappen und deren Überlebenszeit von Jahr Autor: Sascha VIRNIK
Co-Autor: Oana Gurban, Alexander GAGGL
Institut: MKG Abteilung Klagenfurt
Kontakt: St. Veiterstrasse 47, 9020 Klagenfurt, Österreich
Email: virnik@gmx.net
Einleitung: Die Wiederherstellung der Kau- und Schluckfunktion und der Ästhetik nach
radikaler Tumorchirurgie, schwerem Trauma, Fehlbildungen oder bei hochatrophem Kiefer ist wesentliches Ziel der rekonstruktiven Mund- Kiefer und Gesichtschirurgie. Verschiedene Transplantate stehen dem Chirurgen zur Verfügung. Ziel der Studie soll sein die Überlebensraten von Tumorpatienten zu erfassen die mikrovaskulär versorgt wurden. Dadurch die mikrovaskuläre Rekonstruktionsmöglichkeit ,Tumore grösser reseziert werden können, kann man auch die Frage stellen „ob durch größere Resektion die Überlebensraten verbessert werden können". Material und Methode: Die retrospektive Arbeit fand auf der Abteilung für Mund- Kiefer-
und plastischen Gesichtschirurgie Klagenfurt statt. Dabei wurde im gesamten Zeitraum von 2005 bis August 2010 nachuntersucht. Sämtliche Tumorpatienten die mittels mikrovaskulären Lappen rekonstruiert wurden sind dabei statistisch erfasst und nachuntersucht worden. Dabei wurde mittels standardisiertem Fragebogen abgefragt. Ergebnisse wie Tumorart, Staging, Grading, Überlebenszeit, Komplikationen bei Entnahmestelle sowie Empfängerbett wurden dabei statistisch erfasst. Resultate: Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 103 mikrovaskulär rekonstruierte
Tumorpatienten erfasst. Dabei handelte es sich histologisch um folgende Tumorarten: Plattenepithelcarcinom, Basaliom, Riesenzellgranulom und Adenozystisches Carcinom. Insgesamt wurden bisher 26 Todesfälle registriert. Diskussion: Die Ergebnisse der Arbeit sollen zeigen wie erfolgreich mikrovaskuläre
Rekonstruktionen sich auf die Überlebensraten auswirken können und gleichzeitig auch als Qualitätskontrolle für die Abteilung der MKG Klagenfurt dienen. Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Arbeit sollen zeigen wie erfolgreich mikrovaskuläre Rekonstruktionen sich auf die Überlebensraten auswirken können und gleichzeitig auch als Qualitätskontrolle für die Abteilung der MKG Klagenfurt dienen. Mikrochirurgische Rekonstruktion nach traumatisch bedingtem Gewebedefekt Autor: Eva Gudewer
Co-Autor: Marcin Kos, Lei Li
Institut: Klinikum Oldenburg
Kontakt: Rahel-Straus-Str. 10, 26133 Oldenburg, Deutschland
Einleitung:
Wundheilungsstörungen können durch die Möglichkeiten des mikrochirurgischen Gewebetransfers erfolgreich behandelt werden. Die Therapie großer Defektwunden gelingt mit einem interdisziplinären Konzept in dem frühzeitig die Indikationen für mikrochirurgischen Gewebetransfer gestellt werden. Material und Methode: Im Klinikum Oldenburg wurden von Januar 2008 und September
2010 bei 9 Patienten mit posttraumatischen Wundheilungsstörungen mikrochirurgische Gewebetransfers durchgeführt. Tumor-, entzündlich bedingte oder postoperative Defekte wurden nicht berücksichtigt. Anhand von Fallbeispielen werden Behandlungsstrategien gezeigt, die einen Überblick über die Möglichkeiten des mikrochirurgischen Gewebetransfers bei ausgedehnten Defektwunden der Kopfes und anderer Regionen zeigen. Die Ursachen für die Entstehung der Wunden waren: Sturz (6), Verkehrsunfall (1), Hundebiss (1), Schussverletzung (1). Das Alter der Patienten lag zwischen 3 und 87 Jahren, 3 männliche, 6 weibliche Patienten. Ein Mädchen erhielt bei zwei Defektlokalisationen nach Hundebisstrauma im Gesicht und am Oberschenkel 2 Transplantate, ein weiterer Patient erhielt bei einem sehr komplexen Gesichtsdefekt nach Schussverletzung 3 mikrochirurgische Transplantate. 2 Defektwunden waren im Gesicht, 5 am Unterschenkel oder Fuß, 1 Defekt in der Leisten/Oberschenkelregion lokalisiert. Es wurden folgende mikrochirurgische Transplantate gewählt: 4 x Latissimus dorsi-Lappen, 4x Radialis-Lappen, 2x osteokutane Fibula. ‚Zweimal wurde für den Gefäßanschluss ein zusätzliches Veneninterponat (V. saphena magna) benötigt. Die Gefäß- Anastomosen erfolgten mit fortlaufender Naht und meistens in End-zu-Seit-Technik. Resultate: Alle Transplantate sind eingeheilt. Zwei Lappen wurden wegen einer
Venenthrombose im Gefäßstiel erfolgreich revidiert. Ein Lappen zeigte nach 5 Tagen eine Perfusionsstörung mit der Folge eines Lappenteilverlustes. Diskussion: Die Versorgung derartiger komplexer und schwerwiegender Verletzungen mit
Defektwunden erfordert eine enge, hochqualifizierte und vor allem interdisziplinäre Betreuung. Die Defektdeckung mit mikrochirurgischem Gewebetransfer bringt vitales Gewebe in ein traumatisiertes Gewebelager. Durch einen ungestörten Heilungsverlauf können Rehabilitations- Maßnahmen zügig eingeleitet werden. Zusammenfassung: Ganz wesentlich ist das Wundmanagement in Kombination mit
operativen Behandlungsschritten: In den vorgestellten Fällen konnten die ausgedehnten Defektwunden durch mikrochirurgische Transplantate zügig und sicher gedeckt werden. Mikrovaskuläre Rekonstruktionen des mittleren Gesichtsdrittels – Ergebnisse nach 2 Jahren im Klinikum Wels-Grieskirchen Autor: Gert Santler
Co-Autor: Werner Bartl, Dusan Kosarevic
Institut: MKG-Chirurgie, Klinikum Wels
Kontakt: Grieskirchnerstrasse 42, 4600 Wels, Österreich
Email: gert.santler@aon.at
Einleitung: Die mikrovaskuläre Gewebetransplantation hat im Klinikum Wels-Grieskirchen
ein lange Tradition, die bis ins Jahr 1996 zurück reicht. Material und Methode: Demonstriert werden die Erfahrungen mit Rekonstruktionen des
mittleren Gesichtsdrittels in der Zeit von Juli 2008 bis September 2010. In dieser Zeit blicken wir auf 7 Patienten (4 Männer, 3 Frauen) zurück. Resultate: Die Histologien variierten vom zentralen Riesenzellgranulom (1), Basaliom (2),
Plattenepithelkarzinom (1), Adeniod-zystisches Karzinom (1) und Zystadenolymphom (1). In 4 Fällen war der Oberkiefer betroffen, einmal die Wange, einmal die Schläfe und einmal der Parapharynx bis an die Schädelbasis. Bei 4 Patienten war zusätzlich die Orbita infiltriert und es musste eine Exenteratio orbitae durchgeführt werden. Bei 3 Fällen war die Frontobasis mit betroffen und musste gemeinsam mit dem Kollegen der Neurochirurgie reseziert werden. Die Rekonstruktion erfolgte mit Vorderarmlappen (1), Latissimus dorsi Lappen (1), Scapula- (1), Scapula-Serratus- (1) und Scapula-Latissimus dorsi-Lappen (3). In der beschriebenen Serie konnten alle Lappen erfolgreich transplantiert werden und es musste kein Lappenverlust verzeichnet werden. 6 von 7 Patienten waren rezidivfrei. Bei einer auswärts voroperierten und vorbestrahlten Patientin musste ein Rezidiv beobachtet werden, das eine neuerliche Resektion und neuerliche Radiochemotherapie notwendig machte. Dadurch konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt Rezidivfreiheit erzielt werden. Diskussion: Bei der mikrovaskulären Rekonstruktion handelt es sich um eine bewährte,
sichere Technik. Diese Rekonstruktionen ermöglichen die Widerherstellung von Knochen und Weichteilen entsprechend der resezierten Gewebe. Dadurch ist neben einer ästhetischen Rehabilitation auch eine funktionelle realisierbar, mit der Möglichkeit in weiterer Folge Zahnimplantate inserieren zu können. Zusammenfassung: Mikrovaskuläre Lappen ermöglichen die sichere Rekonstruktion von
Knochen, Haut und Weichteilen nach Resektion von Oberkiefer und Orbita. Die ästhetisch anspruchvollsten Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn die eigene Haut und die Lider erhalten Retrospektive Analyse von Rekonstruktionsverfahren nach subtotaler Nasenresektion Autor: Alexander Gaggl
Institut: Abt. f. MKG-Chirurgie, LKH-Klagenfurt
Kontakt: St. Veiterstr. 47, 9020 Klagenfurt, Österreich
Email: alexander.gaggl@lkh-klu.at
Co-Autor: H. Bürger, S. Virnik, H. Eckel, F.M. Chiari
Einleitung: Die Rekonstruktion komplexer Gesichtsdefekte stellt eine der größten
Herausforderungen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie dar. Dabei stellt innerhalb dieses Themenbereichs die rekonstruktive Chirurgie der Nase eine weitere Besonderheit dar, da es sich um die Wiederherstellung eines Gesichtsanteils mit Organfunktion in zentraler Lage handelt. Im Rahmen dieser Studie soll eine retrospektive Aufarbeitung der Indikationsstellung, Techniken und deren Ergebnisse bei subtotaler Rekonstruktion der Nase Material und Methode: Bei 16 Patienten erfolgte im Zeitraum zwischen 2003 und 2009 eine
subtotale Resektion der äußeren Nase aufgrund eines Karzinoms. Bei 6 Patienten wurde nach interimistischer Versorgung mit einer Brillen-getragenen Epithese eine dauerhafte epithetische Versorgung mit einer Implantat-retinierten Epithese durchgeführt. Vier Patienten wurden mit einer Stirnlappenplastik und vier Patienten mit einem mikrovaskulären Rekonstruktionsverfahren behandelt. Bei einem Patienten erfolgte die Kombination aus einem mikrovaskulären Gewebetransfer und einem Paraglabellar-Lappen. Es wurde bei allen Patienten die Anzahl der Operationen erfasst. Zudem wurde das ästhetische und funktionelle Abschluß-Ergebnis festgehalten. Dabei wurden Form und Auffälligkeit der Nase und die Nasenbelüftung beurteilt. Zudem wurde nach der subjektiven Zufriedenheit der Patienten Resultate: Bei allen Patienten mit epithetischer Versorgung konnte ein objektiv gutes bis sehr
gutes ästhetisches Ergebnis erzielt werden. Die Belüftung der Nase war hingegen bei allen Patienten mäßig bis schlecht. Subjektiv waren 3 Patienten sehr zufrieden und 2 Patienten zufrieden. Ein Patient wünschte eine chirurgische Wiederherstellung aufgrund seiner Unzufriedenheit und trug die Epithese nicht. Es war nur ein chirurgischer Eingriff zur Implantation der Retentionselemente nötig. Bei 2 Patienten mit reinen Stirnlappenplastiken konnte ein zufriedenstellendes Ergebnis und bei 2 ein gutes Ergebnis erzielt werden. Die Nasenbelüftung war gut bis mäßig. Alle Patienten waren subjektiv zufrieden. Die Anzahl der rekonstruktiven Eingriffe belief sich auf 1 bis 3. Bei den rein mikrochirurgisch rekonstruierten Patienten zeigten sich ein zufriedenstellendes, 2 gute und ein sehr gutes Ergebnis. Die Nasenbelüftung war gut bis mäßig. Alle Patienten waren subjektiv zufrieden. Die Anzahl der rekonstruktiven Eingriffe belief sich auf 1 bis 3. Bei dem Patienten mit dem Kombinationsverfahren ergab sich ein gutes Ergebnis nach 2 Eingriffen. Die Nasenbelüftung Diskussion: Komplexe Rekonstruktionen der Nase stellen eine große chirurgische und
prothetische Herausforderung dar. Rein chirurgische Verfahren sind deutlich aufwendiger als prothetische und können nicht immer dem hohen prothetischen Standard folgen. Zusammenfassung: Nichtsdestotrotz sind die funktionellen Ergebnisse der Chirurgie höher
einzuschätzen und ersparen dem Patienten bei guter Ästhetik das Tragen einer Defektprothese und aller damit verbundener Nachteile. Autor: Mauro Pau
Co-Autor: Helmut Kahr
Institut: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Auenbruggerplatz 7, 8036 Graz, Österreich
Email: pauromau@tiscali.it
Einleitung: We present a new method to measure the volume reduction of bony free flaps and
the results on 10 iliac crest flaps and 10 scapula flaps, Material und Methode: We selected 20 patients that underwent surgical ablation of the
mandible: 10 received an iliac crest free flap and 10 patients received a scapula free flap. For every patient was evaluated a first postoperative CT made at least 3 months after surgery (T1 CT) and a second postoperative CT made at least 12 months postoperative (T2 CT). The post operative volume of each transplant was evaluated on a 3D navigation station, and for each transplant was recorded the reduction in volume between T1 CT and T2 CT. Resultate: The results show that the iliac crest has a good long term stability with minimal
resorption also after radiotherapy. Diskussion: The discussion about which free flap offers the best implantbility is an actual
issue in reconstructive surgery. The resorption rate of the transplanted bone is fundamental to predict the long-term stability of dental implants. Many retrospective studies have been made about bone resorption of fibula free flaps. Nevertheless, the reduction of the bone high on plane X-rays appears an unreliable measure of the actual reduction of the transplant's volume. The possibility to create a 3D model of the bony flap based on a postoperative CT scan enables to measure accurately the resorption of each transplant and to compare the results of different flaps. According to our results the iliac crest seems to offer a very stable bone source for mandible reconstruction with a minimal bone resorption rate. This long-term stability can improve the rehabilitation with dental implants and consequently the oral function of oncological patients that underwent mandibular resection. Zusammenfassung: The iliac crest seems to offer a stable bone source to place dental
implants after mandibular resection and microvascular reconstruction. Zuverlässige weichgewebige Defektrekonstruktion nach intraoraler Tumorresektion mit myokutanem Platysmalappen Autor: J. Lemound
Co-Autor: M. Rana, A. Eckardt, H. Kokemueller, M. Ruecker, N.-C. Gellrich
Institut: Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Einleitung: Der myokutane Platysmalappen ist eine schnelle, jedoch wenig angewendete
Methode für die einzeitige Rekonstruktion von intraoralen Defekten nach Tumorresektion. Obwohl heute die mikrovaskulären freien oder die gestielten Fernlappen als erste Wahl der sofortigen Rekonstruktionsverfahren gelten, bietet der Platysmalappen einige attraktive Vorteile, wie die unkomplizierte und risikoarme Entnahme und eine zuverlässige Perfusion. Das Ziel der Studie war die Beurteilung der Zuverlässigkeit des superior gestielten Platysmalappens für die intraoraler Rekonstruktion nach Karzinomsresektion bei einer N0 Tumorklassifikation. Material und Methode: Zwischen 2005 – 2010, unterzogen sich 36 T1-2 klassifizierte
Patienten chirurgischer Rekonstruktionen von intraoralen Defekten mittels gestielter myokutaner Platysmalappen. Der frühe postoperative Verlauf bezüglich Perfusion, Wundheilung sowie der spätere Verlauf, Narbenbildung und Funktionalität wurden untersucht und beurteilt. Als Kontraindikation galten komplexe und ausgedehnte Defekte, vorausgegangene Operationen im Kopf-/Halsbereich, zervikale Lymphknotenmetastasen, Resektion der A. carotis externa, vorausgegangene Strahlen- oder Chemotherapie. Resultate: Die postoperative Komplikationsrate einschließlich Ischämie und Nekrose war
gering. Zwei Patienten (5,5%) entwickelten revisionsbedürftige Lappennekrosen. Die Narbenbildung und Funktionalität war mit Lappenrekonstruktionen anderer Art vergleichbar. Diskussion: Der Platysmalappen ist eine Alternative für Rekonstruktion intraoraler Defekte
mittlerer Größe bei Patienten mit einer Tumorklassifikation pT1 –T2 pN0. Nachteile sind eine limitierte Stiellänge und keine Dissektionsmöglichkeit entlang der Vena jugularis externa. Vorteilhaft ist die schnelle, zeitsparende chirurgische Technik mit der Möglichkeit der beidseitigen Entnahme, die Vermeidung einer zusätzlichen Narbe und die Möglichkeit einer sofortigen Defektrekonstruktion bei multimorbiden Patienten, die eine Langzeitnarkose und mikrovaskuläre Rekonstruktion nicht gut tolerieren. Zusammenfassung: Zur Rekonstruktion intraoraler Defekte mittlerer Größe bei pN0
klassifizierten Patienten empfiehlt sich die zeitsparende Anwendung des myokutanen Platysmalappen, besonders bei Patienten ohne gute Voraussetzungen für eine Langzeitnarkose. Mundhöhlenkarzinomen: Ergebnisse von 1986 bis 2006 Autor: André M. Eckardt
Co-Autor: Gerd Wegener#, Gregor Diebler*, Horst Kokemueller*, Mahjeed Rana*, Sandra
Muscia#, Nils-Claudius Gellrich* Institut: *MHH, Klinik für MKG-Chirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str.1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: eckardt.andre@mh-hannover.de
Einleitung: Lymphknotenmetastasen bei Mundhöhlenkarzinomen sind ein relevanter
prognostischer Faktor. Obwohl die Neck dissection als chirurgisches Verfahren allgemein anerkannt ist, besteht bisweilen ein kontroverse Diskussion, ob eine bilaterale Lymphknotenausräumung bei unilateralen Karzinomen indiziert ist. Material und Methode: Die vorliegende retrospektive Datenanalyse umfaßt alle Patienten
mit unilateralen Mundhöhlenkarzinomen (n=1042), die zwischen 1986 und 2006 diagnostiziert wurden. Eine deskriptive Datenanaylse wurde durchgeführt, Overall survival und tumor-spezifisches Überleben wurde mittels Kaplan-Meier-Methode ermittelt. Eine multivariate Cox-Regressions-Analyse wurde zur Ermittlung möglicher Risikofaktoren Resultate: Overall survival and tumor-spezifisches Überleben war signifikant verlängert bei
Patienten ohne tastbare Lymphknoten und unilateraler Neck dissection im Vergleich zu Patienten mit kontralateraler oder bilateraler Neck dissection (p=0.040 / p=0.029). Overall survival and tumor-spezifisches Überleben war signifikant länger bei Patienten mit ipsilateralen Lymphknotenmetastasen und bilateraler Neck dissection verglichen zu unilateraler Neck dissection allein (p=0.027 / p=0.025). Die multivariate Regressionsanalyse konnte hingegen nicht belegen, daß die chirurgische Therapie des Halses ein unabhängiger Risikofaktor ist. Diskussion: Unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur wird die Rate an bilateralen
Lymphknotenmetastasen mit 1-35% angegeben. Dennoch wird das chirurgische Vorgehen am Hals insbesondere bzgl einer bilateralen Neck dissektion noch kontrovers diskutiert. Aufgrund unserer Ergebnisse kann gegenwärtig auch noch keine generelle Empfehlung für ein bilaterales Vorgehen abgeben werden, tendenziell scheinn jedoch Patienten mit isolierter Halsmetastase von einem bilateralen Vorgehen zu profitieren. Zusammenfassung: Basierend auf den Ergebnissen dieser retrospektiven Datenauswertung
lässt sich keine allgemeingültige Schlussfolgerung zugunsten einer generellen bilateralen Neck dissection ableiten. Für Patienten mit einseitigen Lymphknotenmetastasen kann jedoch die bilaterale Neck dissection empfohlen werden, da dieses Verfahren zumindest in der univariaten Datenauswertung signifikant länger überlebte. Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten, Craniofaziale
Chirurgie
Sekundäre LKG- Spaltchirurgie- Resultatverbesserung durch Einflussnahme Ästhetisch- Chirurgischer Techniken Autor: Drommer Rainer B.
Institut: ATOS- Klinik Heidelberg
Kontakt: Bismarckstr. 9- 15, 69115 Heidelberg, Deutschland
Email: drommer@atos.de
Einleitung: Die LKG- Spaltchirurgie beinhaltet die hohen Herausforderungen, angeborene,
unterschiedliche Varianten der Gesichtsfehlentwicklungen in Funktion und Ästhetik so zu korrigieren, dass eine möglichst unproblematische, persönliche Entwicklung des betroffenen Menschen möglich wird. Die Korrekturen müssen einerseits das zu erwartende, natürliche Wachstum der Gesichtstrukturen respektieren. Andererseits müssen aber auch die Erwartungshaltungen inbezug auf die Gesichtsästhetik in den Kindes- und Jugendjahren in die therapeutischen Zielstellungen mit einbezogen werden. Material und Methode: Patienten werden vorstellig, die in den verschiedensten
Einrichtungen inbezug auf ihre Gesichtsspalten- Betreuung als nicht mehr weiter therapierbar beurteilt wurden. Der Wunsch dieser Patienten besteht jedoch darin, nicht mehr weiterhin dem als typisch bekannten Gesichtsspalten- Typ zu entsprechen. Im tiefen Herzen ist natürlich der Wunsch verhaftet, auch mit dem Gesicht Attraktivität ausstrahlen zu können. Wir mussten somit die bekannten spaltchirurgischen Therapiekonzepte mit den Techniken der ästhetischen Chirurgie ergänzen, bzw. erweitern. Speziell betraf dieses die Formgebungen der Nase, die Narbenkorrekturen der Oberlippe, die Volumenbetonung der Oberlippe- speziell des Lippenrotes, und die Gestaltung des Amorbogens. Weiterhin werden auch geeignete Korrekturen zur grazileren Gestaltung des unteren Gesichtsdrittels in Anwendung gebracht. Resultate: Das Einfließen ästhetischer Operationsmöglichkeiten in das gesamttherapeutische
Spaltkonzept führt zur einer deutlichen verbesserten ästhetischen Ausdruckkraft der ursprünglich mit einem "Spaltgesicht" gekennzeichneten Menschen. Nicht selten werden nach derartigen Gesichtskorrekturen auch noch Korrekturwünsche außerhalb des Gesichtsbereiches vorgetragen und dann ggf. erfüllt. Das Lebensqualitätsempfinden des Patienten selbst und die Akzeptanz seiner Mitmenschen wurden somit erheblich positiv beeinflusst. Diskussion: Wir haben nicht selten den Eindruck, dass bei dem therapeutischen Konzepten
der LKG- Spaltchirurgie nicht alle Möglichkeiten der ästhetischen Verbesserungen genutzt werden. Patienten müssen sogar mitunter auf Korrekturmöglichkeiten angesprochen werden. Das Dankbarkeitsgefühl gegenüber den Erstbehandlern und deren abschließenden Beurteilungen und Beratungen sind prägend, sodass diese Patienten ihre innersten Wünsche für sich behalten. Wir können, ohne unsere Versprechungen zu übertreiben und die Erwartungen der Patienten zu enttäuschen, in derartigen Situationen im fairen Arzt- Patientengespräch dem Patientenempfinden entgegen kommen. Zusammenfassung: Die Betreuung der Lippen- Kiefer- Spaltpatienten ist keinesfalls mit dem
Verschluss der fehlentwickelten und nicht vereinigten Gesichtsorganstrukturen abgeschlossen. Unser Bestreben muss es sein, in gleicher Weise wie bei einem normal herauszuarbeiten. operationstechnischen Möglichkeiten sind uns hierfür heute gegeben. Eine finanzielle Belastung sollte hierbei einem "Spaltbetroffenen" nicht entgegengestellt werden. Luise – interdsiziplinäres Management einer komplexen kraniofazialen Fehlanlage - eine Autor: Nicolai Adolphs (1)
Co-Autor: Eric Arnaud (2), Hannes Haberl (3), Gül Schmidt (1), Horst Menneking (1), Bodo
Institut: Universitätsmedizin Berlin Charité, Klinik für MKG-Chirurgie - Plastische
Operationen (1) / Pädiatrische Neurochirurgie (3), Campus Virchow-Klinikum Kontakt: Augustenburger Platz 1, Mittelallee 2, 13353 Berlin, Deutschland
Email: nicolai.adolphs@charite.de
Einleitung: Kraniofaziale Spaltbildungen zählen in funktioneller, ästhetischer und
psychosozialer Hinsicht zu den wohl belastendsten kongenitalen Fehlbildungen. Ihre Ätiologie wird kontrovers diskutiert und scheint am ehesten multifaktoriell zu sein. Eine klinisch-morphologische Klassifikation wurde von Tessier angegeben. Die chirurgische Korrektur erfolgt individuell, alters- und wachstumsadaptiert und stellt eine große interdisziplinäre Herausforderung dar. Material und Methode: Wir beschreiben den bisherigen Verlauf bei einer nun 6-jährigen
Patientin mit komplexer kraniofazialer Fehlanlage. Gemäß Tessiers-Klassifikation liegen vier verschiedene kraniofaziale Spaltformen vor. Eine mediane (Typ 0-14) und rechts paramediane (Typ 1-13) Spalte, die nasale Dysplasie, Orbitadystopie mit massivem Hypertelorismus sowie plagiocephale Kopfform verursachen, werden von bilateralen queren Spalten (Typ 7) mit konsekutiver Mandibuladysplasie und Fehlanlage des äußeren Ohres rechts mehr als links begleitet, woraus eine groteske kraniofaziale Fehlentwicklung resultiert. Atresien beider äußerer Gehörgänge mit entsprechender Schalleitungsschwerhörigkeit und fehlender Sprachentwicklung sowie massive Deformierungen des knöchernen Thorax kommen hinzu. Resultate: Nach Eröffnung der Choanalatresie sowie Verschluß der LKG-Spalten im ersten
Lebensjahr erfolgte die operative Korrektur der Thoraxdeformität im 3. Lebensjahr. Im 5. Lebensjahr wurde aus primär psychosozialer Indikationsstellung die einzeitige Korrektur von Plagiocephalie, Hypertelorismus und Orbitadystopie durch „facial bipartition" vorgenommen, mit dem Ziel ein weniger auffälliges Äußeres vor Eintritt des Schulalters zu erreichen.Trotz der komplexen Problematik verläuft die psychomotorische Entwicklung der kleinen, gut in ihr familiäres Umfeld integrierten Patientin weitgehend altersentsprechend. Diskussion: Hinsichtlich der weiteren Gesichtsentwicklung muß die Prognose sicherlich
zurückhaltend gestellt werden, erforderliche Korrekturen können in Abhängigkeit vom individuellen Wachstumsverlauf geplant und umgesetzt werden. Die vorgestellte Kasuistik beschreibt eine Maximalvariante für die im Rahmen eines abgestuften interdisziplinären Behandlungskonzeptes entsprechende Therapieoptionen existieren. Zusammenfassung: Die Korrektur komplexer kongenitaler Spaltbildungen des
kraniofazialen Übergangs wird wohl auch in Zukunft eine chirurgische Herausforderung darstellen und entsprechenden Zentren mit interdisziplinärer Ausrichtung vorbehalten sein. Das intracranielle Volumen bei Kindern mit Craniosynostose vor und nach Frontoorbitalem Autor: Bibiana Kotrikova
Co-Autor: Matthias Leyh, Joachim Mühling
Institut: MKG Praxisklinik Baden-Baden
Kontakt: Sophienstraße 4, 76530 Baden-Baden, Deutschland
Email: info@mkg-baden.de
Einleitung: Die Craniosynostosen haben pathologische Kopfformen zur Folge, die zu einem
erhöhten intrakraniellen Druck führen können. Mit Hilfe des standardisierten, frontoorbitalen Advancements (FOA) ist es möglich, die Kopfform zu korrigieren und gleichzeitig das intracranielle Volumen zu vergrößern. Der exakte Volumengewinn wurde allerdings bis dato noch nicht ausreichend analysiert, so dass eine Vorhersage über die Volumenzunahme durch das FOA derzeit nicht möglich ist. Material und Methode: Mittels MRT Segmentationstechnik wurde das intrakranielle
Volumen von 54 Kindern mit unterschiedlichen Formen der Craniosynostose sowohl prä- als auch postoperativ (FOA) bestimmt. Resultate: Postoperativ zeigte sich bei allen Patienten eine intracranielle Volumenzunahme.
Der Mittelwert des Volumengewinns beträgt 79ml (min. 10ml, max. 140ml). Die Volumenzunahme steht in Abhängigkeit zu dem Alter sowie zu der Diagnose des Patienten. Geschlechtsspezifische Unterschiede sind evident. Diskussion: Die Bestimmung des operativ erreichten Volumenzugewinns ist zunächst der
erste Schritt hin zu einer Objektivierbarkeit und Vergleichbarkeit von chirurgischen Ergebnissen. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen im Bereich der 3D-Darstellung und den Techniken der Computer-assistierten Chirurgie ist in der Folge eine digitale Therapieplanung in der Zukunft zu erwarten. Zusammenfassung: Das Intracranielle Volumen wurde bei 54 Kindern mit Cranioysynostose
vor und nach Standardisiertem Frontoorbitalen Advancement bestimmt. Bei allen Kindern wurde ein Volumenzugewinn zwischen 1% und 12% erreicht. Es zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sowohl in Hinsicht auf den Operationszeitpunkt als auch der Quantität des gewonnenen Volumens. Linguo-maxillo-faziales Teratom bei einem Neugeborenen Autor: M. Malek1
Co-Autor: B. Gattinger1, S. Kargl2, W. Pumberger2
Institut: 1) Abteilung für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, AKH Linz; 2) Abteilung
für Kinder- und Jugendchirurgie, LFKKL Linz Kontakt: AKH Linz, Krankenhausstr. 9, 4020 Linz
Email: michael.malek@akh.linz.at
Einleitung: Teratome sind als Geschwülste oder geschwulstartige Gewebsvermehrungen zu
sehen, die in ihrer Entsehung auf pluripotenet Zellen zurückgefürt werden. Je nach Reifegrad, den die Gewebe erreichen, werden reife von embryonalen Teratomen Material, Methode: Es folgt die Kasuistik von zwei Neugeborenen mit ausgeprägten
Teratomen im Mund-, Kiefer-und Gesichtsbereich mit Darstellung des operativen Procederes und des funktionelen und ästhetischen Outcomes. Ein Mädchen mit einem ca 12cm im Durchmesser haltenden, unreifen Teratom, welches der ventralen Halsregion aufsitzt, wird durch einen Kaiserschnitt entbunden. Wegen der Größe und des Gewichtes des Tumors erfolgt noch in der ersten Lebenswoche die Entfernung mit anschließender Tracheotomie. 12 Jahre später kann bei der Nachuntersuchung ein ausgezeichnetes Ergebnis festgestellt werden. Bei einem neugeborenen Mädchen (Zwillingsschwangerschaft) wurde bereits pränatal eine 10x8x6 cm grosse, aus dem Mund herausragende Raumforderung diagnostiziert. Gleichzeitig bestand der Hinweis auf eine Kiefer-Gaumenspalte. Trotz der enormen Ausdehnung bestand unmittelbar postpartal keine Beeinträchtigung der respiratorischen Situation. Weil ein enormer Blutfluss in den vom rechten hinteren Zungenrand ausgehenden Tumor vorlag, wurde dieser Tumoranteil sofort nach der Geburt entfernt. In den folgenden Tagen kam es zu einem deutlichen Wachstum von Tumor im Bereich der Maxilla und der Fossa infratemporalis. In beiden Regionen erfolgte unter Tracheotomieschutz, in zwei getrennten Sitzungen die makroskopisch radikale Entfernung des Tumors. Die histologische Untersuchung ergab das Bild eines Teratoms, mit reifen aber auch unreifen Anteilen. Dzt. kann das mittlerweile 12 Monate alte Kind problemlos oral ernährt werden und wartet auf den geplanten Verschluss der Kiefer-Gaumenspalte. Diskussion und Conclusion: Teratome können nur chirurgisch entfernt werden. Bei
unvollständger Entfernung sind schnell wachsende Rezidive zu beobachten. Bei großen, verdrängend wachsenden Teratomen ist wegen der Beeinträchtigung von Atmung und Ernährung ein chirurgisches Eingreifen in der ersten Lebenswoche notwendig. Ein Jahr Helmtherapie bei lagerungsbedingten Schädeldeformitäten an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Innsbruck - Ergebnisse – Fallvorstellungen Autor: Sereinig Michael
Co-Autor: Rasse Michael
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt:Anichstraße 35, A-6020 Innsbruck
Email: michael.sereinig@uki.at
Einleitung: Seit 1.1.2010 wird an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie Innsbruck die Helmtherapie, bei bisher 80 Kindern mit lagerungsbedingter Schädeldeformität, durchgeführt. Material und Methode: Es handelt sich um Patienten mit einer brachycephalen
Kopfdeformität, Patienten mit einem dorsalen Plagiocephalus (Schiefkopf) , sowie Patienten mit Plagiocephalus und starker Gesichts/Schädelbasisasymmetrie. Nach einem 3 D Scan wurde ein individueller Helm angefertigt. Dieser führt zum Ausgleich der Kopfdeformität durch gezielte Wachtumsbeeinflussung (Kopfumfangswachstum 1 Lj.: 12 cm, 2. Lj.: 2,5 cm ; 3 Lj. :1,5 cm; 4. Lj.: 4 mm). Das durchschnittliche Alter der Kinder liegt bei 5 Monaten bei Behandlungsbeginn. Das Behandlungsziel war eine vollständig ausgeglichene Asymmetrie (diagonal gemessene Durchmesser), sowie eine um 1 cm größere Kopflänge als Kopfbreite. Resultate: Durchschnittlich beträgt die Therapiedauer zur Erreichung einer ausgeglichenen
Schädelform 4 Monate bei brachycephalen, sowie bei plagiocephalen Patienten, bei starker Schädelbasis/Gesichtsasymmetrie etwas länger, ca. 5-8 Monate. Das optimale Alter für den Behandlungsbeginn liegt am Anfang des 4. Lebensmonats. Zusammenfassung: Die Helmtherapie ist , wenn sie noch im ersten Lebensjahr durchgeführt
wird, gut geeignet das Kopfumfangswachtum vom 12 cm im 1 Lebensjahr, für eine Formkorrektur auszunutzen. Wichtig ist, die Helmtherapie früh genug einzuleiten, um noch das volle Wachstumspotential ausschöpfen zu können. Therapie lagebedingter Kopfdeformitäten Autor: Laimer Klaus
Co-Autor: Sereinig M., Blecher C., Rasse M.
Institut: MKG Innsbruck
Kontakt: Anichstrasse 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: klaus.laimer@gmx.net
Einleitung: Seit der Empfehlung der Rückenlage zur Vermeidung des plötzlichen Kindstodes
treten lagebedingte Kopfdeformitäten häufiger auf. Die adäquate Behandlung richtet sich nach der Ursache und hat eine Normalisierung der Kopfform zum Ziel. Material und Methode: Studien zufolge wächst sich diese nachgeburtlich eingetretene
Deformation nur bis zum 4. – 5. Monat von selbst aus. Resultate: Als therapeutische Konsequenz stehen zur Behandlung der Muskelasymmetrien
am Hals, Physiotherapie und osteopathische Methoden zur Verfügung. Diskussion: Bei einer eingetretenen starken Deformität des Kopfes kann eine konservative
Kopfmodellation durch einen Helm erfolgen, um während der Wachstumsphase, die im ersten Jahr sehr groß ist, gute Korrekturergebnisse zu erzielen. Diese bleiben dann lebenslang stabil. Zusammenfassung: Diese Technik wird vorgestellt.
Dentoalveoläre Chirurgie
Deep Neck Space Infection Autor: Dalla Torre D.
Co-Autor: Jank S., Oppeneiger S., Rasse M., Kloss F.
Institut: Univ.-Klinik für MKG-Chirurgie Innsbruck
Kontakt: Anichstrasse 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: dr.dalla-torre@gmx.at
Einleitung: Die Zahl von Patienten mit dentogenen Infektionen, die einer stationären
Betreuung bedürfen, ist trotz des Fortschrittes in ihrer Behandlung nicht gering. Diese Infektionen können noch heute letal verlaufen, wie das Beispiel eines an der Abteilung verstorbenen Patienten zeigt. Von foudroyanten Krankheitsverläufen bei Dentitio difficilis als Vertreter dentogener Infektionen wird in der Literatur selten berichtet. Anhand eines dramatischen Verlaufes einer Dentitio difficilis werden Richtlinien zur Determinierung des Schweregrades der Infektion und der Abwehrlage des Patienten erörtert. Material und Methode: Anhand eines von Peterson erstellten 8-Punkte-Schemas wird der
Fall eines 26-jährigen Patienten mit foudroyant verlaufender Dentitio difficilis vorgestellt. Das Schema umfasst neben der Einschätzung des Schweregrades der Infektion, die Wahl der richtigen allgemeinmedizinischen, chirurgischen und antibiotischen Behandlung. Resultate: Der Patient entwickelte ausgehend von einer Dentitio difficilis des unteren linken
Weisheitszahnes eine zervikofaziale Abszedierung mit Gasbildung von der Schädelbasis beidseits bis zur Clavicula. Der Allgemeinzustand des Patienten zeigte sich stark reduziert und es erfolgten eine sofortige Intubation und extraorale Abszeßinzision und Drainage submandibulär. Aufgrund einer progredienten Abszeßausbreitung waren weitere Inzisionen und Drainagen infratemporal, entlang der Halsgefäßnervenscheide, retroclaviculär und retrosternal notwendig. Durch mehrmalige Abstrichentnahme konnten die Erreger Streptokokkus milleri, Peptostreptokokkus spp. und Fusobacterium spp. nachgewiesen werden. Insgesamt musste der Patient über 5 Wochen intensiv-medizinisch und weitere 5 Wochen auf der Normalstation betreut werden. Neben der Ernährung über eine PEG-Sonde bedurfte der Patient nach Entlassung aus der Intensivstation physiotherapeutische Hilfe zur Wiedererlangung der Kau- und Schluckfunktion. Diskussion: Die Beurteilung einer schwerwiegenden Infektion anhand des 8-Punkte-Schemas
nach Peterson erleichtert vor allem in der Ausbildung ein strukturiertes Vorgehen in der Behandlung. Insbesondere die gezielte chirurgische und antibiotische Therapie und die sich wiederholende Reevaluierung der Patientensituation sind dabei von eintscheidender Bedeutung für den Behandlungserfolg. Zusammenfassung: Die Zahl von Patienten mit dentogenen Infektionen, die einer stationären
Betreuung bedürfen, ist trotz des Fortschrittes in ihrer Behandlung nicht gering. Diese Infektionen können noch heute letal verlaufen. Von foudroyanten Krankheitsverläufen bei Dentitio difficilis als Vertreter dentogener Infektionen wird in der Literatur selten berichtet. Anhand eines dramatischen Verlaufes einer Dentitio difficilis bei einem 26-jährigen Patienten werden Richtlinien zur Determinierung des Schweregrades der Infektion und der Abwehrlage des Patienten erörtert. Der Fall wird anhand eines von Peterson erstellten 8-Punkte-Schemas analysiert und in dessen Rahmen chirurgische, antibiotische und allgemeinmedizinische Therapiestrategien diskutiert. Durch ein strukturiertes Vorgehen kann die Wahl der richtigen therapeutischen Optionen in der Behandlung von Patienten mit schwerwiegenden dentogenen Infektion erleichtert und ein Behandlungserfolg noch effektiver erzielt werden. Orale Manifestaton einer Infektion mit Mycobacterium bovis unter TNF-alpha-Inhibitor- Autor: Corinna Kettmann
Co-Autor: Rana, M.; Ernst, D.; Dittmann, J.; Bormann, K.-H.; Rücker, M.; Gellrich, N.-C.
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Einleitung: Eine immunsuppressive Therapie mit TNF-alpha-Blockern stellt ein erhöhtes
Risiko für eine Tuberkulosereinfektion dar. Eine klinische Manifestation im Bereich der Mundschleimhaut ist hingegen ungewöhnlich. Im Hinblick auf die diagnostische Bedeutung für den Zahnarzt oder Kieferchirurgen stellen wir im Folgenden eine Patientin mit oraler Erstmanifestation einer Tuberkulosereinfektion vor. Material und Methode: Im beschriebenen Fall stellte sich eine 70-jährige Patientin, die
aufgrund einer rheumatischen Arthritis bereits seit über fünf Jahren mit TNF-alpha-Blockern therapiert wurde, mit oralen Ulzerationen und ausgeprägter Weichgewebsschwellung im Oberkiefervestibulum bei uns vor. Sie stammte aus einer ländlichen Umgebung und ihr Ehemann, ein ehemaliger Milchbauer, war 1952 an Tuberkulose erkrankt. Alio loco durchgeführte antibiotische und antivirale Therapien führten ebenso wie das Absetzen des TNF-alpha-Blockers zu keiner Besserung. Zum Ausschluss eines malignen Prozesses wurde von uns zunächst eine Biopsie entnommen. Histopathologisch zeigte sich eine granulomatöse, fokal nekrotisierende Entzündung. Zusätzlich konnte Mycobacterium bovis, ein Mitglied des Mycobacterium Tuberculosis-Komplexes, nachgewiesen werden. Resultate: Die Patientin wurde für zwei Wochen isoliert und mit einer Vierfachtherapie
bestehend aus Isoniacid, Rifampicin, Ethambutol und Moxifloxacin antituberkulotisch behandelt. Es zeigte sich eine rasche Besserung und ein komplettes Abheilen der oralen Symptome. Im Verlauf wurde die antirheumatische Therapie umgestellt. Diskussion:
TNF-alpha-Blockern immunsupprimierten Mundschleimhautveränderungen, differentialdiagnostisch immer eine Tuberkulose in Betracht gezogen werden. Die Anamnese des Patienten kann bei oralen Ulzerationen ohne erkennbare Ursache entscheidende Hinweise liefern. Morphologie, Biokompatibilität und Biodegradation einer neuartigen nativen, porkinen Perikardmembran. Ergebnisse einer in-vitro/in-vivo Untersuchung. Autor: Daniel Rothamel
Co-Autor: Ralf Smeets, Tim Fienitz, Joachim Zöller
Institut: MKG-Chirurgie Uniklinik Köln
Kontakt: Kerpener Str. 62, 50937 Köln, Deutschland
Email: daniel.rothamel@uk-koeln.de
Einleitung: Das Prinzip der gesteuerten Gewebe- und Knochenregeneration ist seit vielen
Jahren zur Behandlung von Knochen- und Parodontaldefekten etabliert. Als Barrieren zur Abschirmung des Weichgewebes haben sich neben nicht resorbierbaren Materialien vor allem native und quervernetzte Kollagene durchgesetzt. Diese unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich ihrer Barrierefunktion und Biokompatibilität. Ziel der vorliegenden Studie war die in-vitro und in-vivo Untersuchung einer neuartigen nativen Kollagenmembran (Remotis Kollagenmembran [RM], Thommen medical, Waldenburg, Schweiz), welche aus porkinem Perikard gewonnen wird. Material und Methode: Zwei unterschiedliche native Kollagenmembranen (Remotis® [RM]
und Bio Gide® [BG], porkines Typ I und III-Kollagen, Geistlich Biomaterials, Wolhusen, Schweiz) wurden zunächst rasterelektronenmikroskopisch hinsichtlich ihrer Mikro- und Makromorphologie verglichen. Zur Testung der Biokompatibilität wurden die Membranen zudem im achtfachen Ansatz mit 1*104 SaOs-2 Osteoblast-like Zellen inkubiert und nach 2 Stunden, 3 und 7 Tagen die Proliferation der Zellen auf der Oberfläche mittels eines standardisierten Testverfahrens (CytoTox 96® non-radioactive cytotoxicity assay, Promega, Mannheim) bestimmt. Zur Beurteilung der Biodegradation erfolgte eine histologische Beurteilung der Membranstruktur 4, 8, 12 und 24 Wochen nach lateraler Augmentation mit RM: Cerabone® (Botiss dental GmbH, Berlin, Deutschland) bzw. BG: BioOss® (Geistlich Biomaterials) im zweifachen Ansatz im Hundemodell. Resultate: Rasterelektronenmikroskopisch war für RM eine interkonnektierende
Multilayerstruktur erkennbar, während BG eher einen faserigen, bilayerartigen Aufbau zeigte. In-vitro war für beide Membranen nach einem initialen Abfall eine deutliche Proliferation der Zellen innerhalb der maximalen Kulturdauer fest zu stellen. Dabei war nach sieben Tagen die absolute Zellzahl auf RM derjenigen auf BG signifikant überlegen (P < 0,05, T-Test). In-vivo wurden beide Membranen reizlos in das umliegende Gewebe integriert. Für BG zeigte sich eine deutliche Biodegradation innerhalb von vier bis acht Wochen. Die Resorption von RM fand maßgeblich innerhalb der ersten acht bis zwölf Wochen statt. Bei beiden Membranen zeigten sich eine zunehmende Hartgewebsneubildung innerhalb der Augmentate, welche weitestgehend vom Defektboden ausging und nach 24 Wochen ihr Maximum erreichte. Diskussion: Die gute Biokompatibilität beider Membranen ist derjenigen quervernetzter
Kollagene, welche ausgiebig in anderen Studien getestet wurden, deutlich überlegen. Dies mag in der Nativität der Fibrillen und der porkinen Herkunft begründet liegen. Die verlängerte Barrierefunktion von RM könnte auf der kompakteren Multilayer-Struktur basieren, die alleine auf physikalischem Wege das Einwandern von an der Resorption Hartgewebsneubildung des abgedeckten osteokonduktiven Knochenersatzmaterials, so dass – in Anlehnung an die geringe Fallzahl – keine Aussage über eine Überlegenheit einer der Membranen getroffen werden kann. Hierzu sind weitere präklinische und klinische Studien Zusammenfassung: Es kann zusammengefasst werden, dass beide untersuchten Membranen
eine hohe Biokompatibilität aufweisen, sich aber maßgeblich hinsichtlich ihres strukturellen Aufbaus unterscheiden. RM und BG werden im Rahmen des gewählten Tiermodells entzündungsfrei innerhalb von 8 (BG) bzw. 12 Wochen (RM) resorbiert. Proteus-Syndrom-ähnliche, mosaikartige kraniofaziale Hyperostosen – Entwicklung und Verlauf über 34 Jahre - eine Kasuistik Autor: Nicolai Adolphs (1)
Co-Autor: Sigrid Tinschert (2), Berthold Hell (3), Horst Menneking (1), Bodo Hoffmeister
Institut: Universitätsmedizin Berlin Charité, Klinik für MKG-Chirurgie - Plastische
Operationen (1) , Campus Virchow-Klinikum Kontakt: Augustenburger Platz 1, Mittelallee 2, 13353 Berlin, Deutschland
Email: nicolai.adolphs@charite.de
Einleitung: Das Proteus-Syndrom wurde 1979 erstmals von Cohen und Hayden als
Erkrankung aus dem Formenkreis der Hamartome beschrieben. Der Phänotyp ist sehr variabel, die Ätiologie unbekannt. Es wird von einer postzygotischen Mosaikbildung ausgegangen, die zu regional überschießendem Wachstum in den betroffenen Zellen führt. Obwohl typischerweise mehrere Organsysteme betroffen sind, wurden auch regionale Varianten beschrieben, die im wesentlichen kraniofaziale Strukturen betreffen. Die Diagnostik erfolgt auf der Grundlage detailliert beschriebener Kriterien. Material und Methode: Anhand einer 34-jährigen Kasuistik wird das Auftreten und die
Entwicklung proteus-ähnlicher kraniofazialer Hyperostosen mit intra- und extraoraler Manifestation unter Berücksichtigung verschiedener chirurgischer Eingriffe beschrieben und Resultate: Nach unauffälligem Kleinkindalter traten bei dem männlichen Patienten erste
wahrnehmbare Veränderungen im Sinne einer Hyperplasie der rechten Gesichtshälfte kurz nach Schuleintritt mit progredienter Entwicklung während der Pubertät auf. Erste modellierende Osteotomien erfolgten im Alter von 18 und 20 Jahren. Aufgrund rezidivierender Hyperostosen erfolgte im Alter von 23 Jahren der Versuch einer Korrektur der Okklusionsebene durch LeFort I Osteotomie. Die begleitende kieferorthopädische Regulierung erwiesn sich aufgrund der intraoralen Manifestationen als frustran. Bei progredienter Symptomatik erfolgte im Alter von 28 Jahren die navigierte modellierende Osteotomie der Kalotte. 6 Jahre postoperativ besteht klinisch ein erneut progredienter Befund.Diskussion: Bei der vorliegenden Kasuistik konnten wir ein im wesentlichen
„zentrifugales" Kompressionsproblematik dokumentieren. Allerdings ließ sich auch nach Wachstumsabschluß szintigraphisch noch erhöhte Aktivität in den betroffenen Regionen nachweisen, was den rezidivierenden Charakter der Variante erklärt. Eine kausale Therapie im Sinne einer vollständigen Entfernung der stoffwechselaktiven Bereiche scheint aufgrund des diffusen Verteilungsmusters problematisch, so daß im wesentlichen symptomatische Korrekturen im Sinne wiederholter modellierender Osteotomien indiziert scheinen. Zusammenfassung: Mosaikförmige kraniofaziale Hyperostosen zählen zu den seltenen
Überschußbildungen des menschlichen Organismus und stellen für die betroffenen Patienten in funktioneller und psychosozialer Hinsicht eine gravierende Belastung dar. Chirurgische Therapieoptionen sind aufgrund der auch nach Wachstumsabschluß vorhandenen Stoffwechselaktivität limitiert. Die Betreuung betroffener Patienten stellt eine interdisziplinäre Aufgabe dar. Management fortgeschrittener odontogener Tumoren – Fallbeispiele und Übersicht der Autor: E. Bruckmoser
Co-Autor: E. Zitzelsberger, P. Hakl, W. Sutter, N. Jurasch, F. Watzinger und D. Turhani
Institut: Abteilung für MKG Chirurgie, Landesklinikum St. Pölten
Kontakt: Propst-Führer-Straße 4, 3100 St. Pölten, Österreich
Einleitung: Die Früherkennung odontogener Tumoren stellt eine wichtige Voraussetzung für
eine Therapie dar, die den durch die Tumorresektion entstehenden Schaden für die Betroffenen möglichst gering hält und dennoch Rezidivfreiheit gewährleisten kann. In unserer Ambulanz für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sehen wir jedoch eine Vielzahl von Patienten mit odontogenen Tumoren in weit fortgeschrittenen Stadien. In dieser Präsentation wird über das Management ausgedehnter odontogener Tumoren diskutiert, das auch heute noch eine Herausforderung darstellt. Material und Methode: Aus unserem Patientenkollektiv präsentieren wir exemplarisch drei
Fälle odontogener Tumoren in fortgeschrittenen Stadien anhand von klinischen Daten, prä- und postoperativen Röntgenbildern (inkl. Schnittbilddiagnostik) sowie intraoperativen Fotos. Die präoperative Dokumentation reicht dabei dank der Unterstützung aus dem niedergelassenen Bereich teilweise bis zu 12 Jahre zurück. Bei den präsentierten Tumoren handelt es sich um ein corpus und ramus mandibulae betreffendes odontogenes Fibrom, ein die gesamte Kieferhöhle ausfüllendes odontogenes Myxom, sowie eine das gesamte corpus mandibulae beidseits einnehmende Keratozyste. Resultate: Bei den drei exemplarisch ausgewählten Fällen odontogener Tumoren hat sich
gezeigt, dass die Diagnosestellung aufgrund der über lange Zeit fehlenden oder uncharakteristischen klinischen Symptomatik sowie der unzureichenden radiologischen Diagnostik erst im Spätstadium erfolgte. In zwei der drei vorgestellten Fälle traten Rezidive auf, deren Therapie ebenfalls dargestellt wird. Diskussion: Die drei präsentierten Fallbeispiele zeigen, dass der adäquaten radiologischen
Diagnostik eine entscheidende Rolle in der Früherkennung odontogener Tumoren zukommt. Zudem darf mit der Überweisung an eine entsprechende Fachabteilung nicht gezögert werden, damit so frühzeitig weiterführende diagnostische Schritte und therapeutische Maßnahmen gesetzt werden können. Zusammenfassung: Wir berichten über drei Fälle odontogener Tumoren, bei denen eine
frühzeitige Diagnose aufgrund unzureichender Diagnostik nicht erfolgte. Somit wurden die jeweiligen Patientinnen erst in Spätstadien ihrer Erkrankung in unserer Ambulanz vorstellig. Die Behandlung derartiger odontogener Tumoren in weit fortgeschrittenen Stadien stellt auch heute noch eine Herausforderung dar. Zur Wertigkeit der Erregerbestimmung bei odontogenen Infektionen in der klinischen Routine Autor: A.W.Eckert
Co-Autor: L. Just, D.Wilhlems, J. Schubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Die begleitende antibiotische Therapie odontogener Infektionen sollte regelmäßig
hinsichtlich ihrer Effektivität überprüft werden. Nur dadurch können Resistenzentwicklungen rechtzeitig erkannt und das antibiotische Regime entsprechend adaptiert werden. Die Ziele der Untersuchung bestanden darin, einen aktuellen Überblick über die Resistenzsituation zu erlangen und mit den Ergebnissen von vor rund 10 Jahren zu vergleichen. Material und Methode: Es wurden sämtliche mikrobiologischen Routineuntersuchungen
zum Keimspektrum und zur Resistenzsituation odontogener Infektionen des letzten Halbjahres erfasst und mit den Ergebnissen der letzten eigenen, breit angelegten Studie unter standardisierten Entnahme- und Transportbedingungen des mikrobiologischen Materials verglichen. Besonderes Augenmerk wurde folgenden Parametern gewidmet: Anzahl der Erreger pro Infektion, Verhältnis aerober zu anaerober Erreger sowie die Resistenzsituation gegenüber in den in der Kieferchirurgie etablierten Antibiotika Penicillin G, Doxycyclin, Erythromycin, Amoxicillin/Clavulansäure und Clindamycin. Resultate: Aktuell konnten 19 Patienten mit der Diagnose „odontogener Abszess" erfasst
werden [11 Männer, 5 Frauen und 3 Kinder im Alter von 2 bis 86 Jahren]. Es fanden sich aktuell deutlich weniger Erreger pro Infektion als in der Kontrollstudie [2 Erreger zu 3,65 ]. In der Routine konnte die bekannte Dominanz der Anaerobier nicht bestätigt werden; 17 Aerobiern standen 16 Anaerobier gegenüber. Hinsichtlich der Resistenzquoten zeigten sich beim Klassiker Penicillin G die geringste Veränderungen, in Klammern sind zum Vergleich die Werte der Kontrolluntersuchung angegeben. Die aktuelle Globaresistenz des Penicillin G beträgt 3,44% [7,3%], die aerobe 7,1% [4,5%] und anaerob bestanden derzeit keine Resistenzen [8,1%]. Kaum Veränderungen konnten auch bei der Kombination Amoxicillin/Clavulansäure gefunden werden. Global 3% [0%], aerob 3% [0%] und keine Veränderung im anaeroben Bereich [jeweils keine Resistenzen]. Eine deutliche Zunahme der Resistenzsituation wurde beim Clindamycin verzeichnet [Global 21% zu 3,3%; aerob 25% zu 9,3% und anaerob 17,6% zu 1,4%]. Beim Doxycyclin und Erythromycin verdreifachten sich die Resistenzen [50% zu 16,7% sowie 38,4% zu 13,1%]. Diskussion: Mikrobiologische Routineuntersuchungen lassen nur bedingt einen Überblick
über die aktuelle Resistenzsituation zu [Nichterfassung strikt anaerober Genera]. Dennoch bestätigt sich die nach wie vor hohe antimikrobielle Aktivität des Penicillin G [Mehrschritttyp zur Resistenzentwicklung]. Die Erhöhung der Resistenzquote beim Clindamycin im klinisch wichtigen anaeroben Bereich um das zehnfache spiegelt den Selektionsdruck infolge hoher Anwendungsfrequenz wider. Zusammenfassung: Die Resultate fordern detaillierte Überprüfungen der Resistenzsituation
durch prospektive Untersuchungen unter normierten Entnahme- und Transportbedingungen heraus. Möglicherweise müssen in der Konsequenz aus regionaler Sicht die Antibiotikaempfehlungen bei odontogenen Infektionen korrigiert werden. Fluoreszenzunterstützte Diagnostik der Mundschleimhaut Autor: P. Jehn
Co-Autor: M. Rana, M. Kühle, H. Kokemüller, M. Rücker, N.-C. Gellrich, A. Eckardt
Institut: Klinik für MKG Chirurgie, MHH Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Strasse 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: jehn.philipp@mh-hannover.de
Einleitung: In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.000 Patienten an einem oralen
Plattenepithelkarzinom (Howaldt et al. 2000). Ein Großteil der Mundhöhlenkarzinome wird dabei erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien entdeckt (Mashberg A. 2000; Mignogna MD et al. 2001). Für die Anwendung in Routineuntersuchungen wurden neue Diagnosetechniken entwickelt, unter anderem das "VELscope® mucosa visualisation system". Ziel der Untersuchung war es zu evaluieren, ob eine Autofluoreszenzuntersuchung (AFV) mit dem VELscope® gegenüber einer konventionellen Untersuchung mit weißem Licht (WLE) eine Verbesserung der Sensitivität und Spezifität bei der Erkennung von Präkanzerosen und Malignomen zur Folge hat. Material und Methode: Die Studie wurde an einem Patientenkollektiv von 81 Patienten
anhand eines standartisierten Protokolls durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten mit einer fakultativ präkanzerösen Veränderung der Mundschleimhaut, insbesondere Patienten mit lichenoiden Veränderungen sowie Leukoplakien. In der Befunderhebung schloss sich einer extraoralen Untersuchung (Oliver Driemel et al.) eine standardisierte intraorale Inspektion (Oliver Driemel et al.) an. Diese beinhaltete die visuelle und palpatorische Untersuchung der Mundhöhle. Anschließend erfolgte die Untersuchung des Patienten mit dem VELscope® in einem abgedunkelten Raum. Diese wurde gemäß dem vom Hersteller vorgeschriebenen Untersuchungsleitfaden durchgeführt. Verdächtige Befunde wurden nach einem Standardverfahren dokumentiert und biopsiert. Resultate: Von den 81 in die Untersuchung eingeschlossenen Fällen entsprachen 36 Fälle
klinisch einer lichenoiden Veränderung und 26 Fälle einer Leukoplakie. 19 Fälle zeigten eine andere Mundschleimhauterkrankung. Bei der Anwendung des VELscopes® zeigten 26 % der 26 Leukoplakien und 95 % der 36 lichenoiden Veränderungen einen sog. Fluoreszenzverlust (FV). Nach der VELscope®- Untersuchung wurden aufgrund eines FV bei 24 der 81 Fälle Biopsien entnommen. Nach histologischer Aufarbeitung war unter diesen 24 Biopsien eine Probe falsch positiv (gesunde Mundschleimhaut). Diskussion: Das VELscope® erleichtert das Auffinden präkanzeröser Läsionen der
Mundhöhle durch den deutlichen FV. Das VELscope® erleichtert dabei dem Kliniker die Entscheidung, wo eine Mundschleimhautveränderung zu biopsieren ist („biopsie guidance"). Bei erosiven oder akut entzündlichen Läsionen kann es ebenfalls zu einem erkennbaren FV kommen. Hierbei scheint eine verbesserte Durchblutung Ursache für einen falsch positiven Befund zu sein (Kois et al., 2006). Um auf falsch positiven Befunden beruhende Biopsien zu vermeiden, sollten bei einem nicht eindeutigen Befund zunächst sämtliche Reize entfernt werden und eine Wiedervorstellung nach Abstellen der Noxe erfolgen. Weitere Verbesserungen einer möglichen Fotodokumentation bleiben wünschenswert. Zusammenfassung: Das VELscope® erleichtert das Auffinden präkanzeröser Läsionen der
Mundhöhle durch den deutlichen FV. Das VELscope® erleichtert dabei dem Kliniker die Entscheidung, wo eine Mundschleimhautveränderung zu biopsieren ist („biopsie guidance"). LOW INTENSITY LASER VERSUS SYNTHETIC BONE GRAFT TO INCREASE BONE DENSITY AFTER ENUCLEATION OF LARGE CYSTIC LESIONS OF JAWS. Autor: Khaled A. Elhayes
Co-Autor: Ahmad A. Zaki
Institut: Institute: Faculty of Oral & Dental Medicine, Cairo University, (OMFS Department)
Kontakt: 5d, 199 st., Degla, Maadi, Cairo, Egypt
Email: pdkae@yahoo.com
Introduction: Large bony spaces left after enucleation of large cystic cavities of the Jaws
represent a questionable issue for bone grafting procedures to increase the bone density, low intensity laser was found to have a significant rule for this purpose too, so, Algipore was studied against diode laser to fulfill the aim of increasing bone density for these bony spaces. Material and Method: This study included 27 patients of both sexes (17 males & 10
females) aged 20 - 48 years, they were divided into 3 groups, each group contained 9 Patients, All patients in all groups were selected to have large cystic cavities in their dental arches of different etiological factors, ranged in diameter 1.5 – 3.5 cm. and not approaching any vital structures, they underwent surgical enucleation of these cystic lesions, Patients of group ( I ) have received bone substitute in form of Algipore granules that were packed inside the bony cavities of enucleated cysts till complete filling, while Patients in group (II) have not received any grafting materials after cysts enucleation, but low intensity diode laser was applied to all of them in six sessions for each patient , and the Patients in group ( III ) have not received any grafting materials after cysts enucleation to represent the control group. Radiographic evaluation of all patients was performed using digital radiography system (Digora). Radiographs were taken preoperatively and at intervals of 1 day, 6 weeks, 3 months and 6 months postsurgically. Radiographs of the same region at the opposite side were obtained for comparison. All radiographs were taken using long cone parallel technique with the help of bite blocks to provide standardization of images. The mean density of pixels within the area of graft was recorded and other normal side too. Results: It was found that there was a significant higher bone density in Algipore group than
other two groups at 1 day and 6 weeks time intervals, while there was no significant difference between Algipore and Laser groups at 3 months and 6 months postsurgically, but both groups showed significantly higher bone density than control group at these 3 & 6 months time intervals. Furthermore, the bone density was significantly higher in Laser group than control group at 6 weeks time interval. In control group, there was no significant difference in bone density between all time intervals. In group I & II, there was a significant increase in bone density in all time intervals compared with preoperative density, but, there was no significant difference in bone density between different time intervals in control Discussion: The corals were selected for this research as they are more available and cheaper
than many other grafting materials, at the same time, the differences between corals and these various grafting materials were not significant. Algipore group had demonstrated better bone density than Control group during all follow up periods that was in agreement with Sanchez AR. et al who have found that the bony defects where demineralized freeze-dried bone graft (DFDBG) was used, either with or without platelet-rich plasma (PRP), did demonstrate slightly greater Bone Mineral Density (BMD) and Bone Mineral Content (BMC) than those left untreated. The density of an image refers to its brightness. The maximum density value is 255, which corresponds to white. The minimum density value is zero, which corresponds to black. The different shades of gray have density values from 1 to 254 (A.Wenzel, 1993). The bone density was significantly higher in laser group compared with control group at 6 weeks, 3 months and 6 months time intervals due to the ability of low intensity laser to increase bone density at the area of application. This was in agreement with (Saito et al,1997 ; Khadra et al, 2004 ; Nissan et al, 2006 ; Lirani-Galvão et al, 2006 and Miloro et al, 2007) who suggested that , laser therapy of low power density is effective on bone formation and the bone healing process by affecting calcium transport during new bone formation. Conclusion: Algipore (CORALS) can be a dependable bone substitute material for grafting
bony defects in both jaws, Low intensity laser has also the ability to significantly increase bone density of empty cavities of jaws after enucleation of large cysts, so, it is preferred than Algipore specially with cases having infected lesions . Seltene Befunde bei kolonisierender Aspergillose der Kieferhöhle Autor: Johann Beck-Mannagetta
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/SALK - PMU
Kontakt: Müllner Hauptstr. 48 A-5020 Salzburg
Email: j.beck-mannagetta@salk.at
Grundlagen: Die Mehrzahl der Patienten mit einer kolonisierenden Aspergillose der
Kieferhöhle weisen einen endodontisch überfüllten Zahn im Oberkiefer auf. In seltenen Fällen können aber auch andere Faktoren das Wachstum von Aspergillen begünstigen, oder zusätzlich andere Erkrankungen nach sich ziehen. Patienten: Zwischen 1983 und 2010 wurden 143 Patienten mit histologisch nachgewiesener Aspergillose der Kieferhöhle an der Univ.Klinik für MKG-Chirurgie in Salzburg operiert. Bei 10 Patienten waren die Befunde ungewöhnlich. Ergebnisse: Bei 5 Patienten wurde die Aspergillose zufällig während der Resektion des
Oberkiefers bei einem Malignom gefunden. Bei 2 Patienten fand sich die Aspergillose bei der operativen Behandlung einer endokrinen Orbitopathie. Bei je einem Patienten war eine operative Korrektur einer Dysgnathie, bzw. ein Sinuslift mit Fremdmaterial vorausgegangen. Eine Patientin wies eine ausgedehnte Destruktion der Nebenhöhlen bis an die Schädelbasis, aber keine Invasion, auf. Diskussion: Das gleichzeitige Auftreten von Aspergillose und Karzinom könnte auf der
opportunistischen Besiedlung von nekrotischem Tumorgewebe beruhen. Plötzliche Jodzufuhr bei Jodmangelstruma kann zu einer endokrinen Orbitopathie führen. Lokale Gewebsnekrosen bei Operationen im Kieferhöhlenbereich können von Aspergillen besiedelt werden. Der Befall von weiteren Nebenhöhlen kann unbemerkt über viele Jahre durch expansives Wachstum erklärt werden. Schlussfolgerung: Nekrotisches Gewebe enthält ausreichend Zink für ein optimales
Wachstum von Aspergillen. Gewebsnekrosen können durch toxische Sealer, Traumen, Operationen, Radiotherapie, maligne Tumoren, Bisphosphonat-Medikation o.ä. verursacht werden. Ein jodhältiger Sealer kann u.U. zu einer endokrinen Orbitopathie führen. Auch wenn die Ursache der Aspergillose bei diesen Patienten zur Zeit eine Spekulation darstellt, so dürften unsere Vermutungen doch die wahrscheinlichste Erklärung bieten. Zur Reduktion therapiebedingter Reaktionen orofazialer Strukturen bei Malignompatienten durch organisatorische Hilfsmittel. Autor: A. Lugstein
Co-Autor: A. Preinerstorffer, K. Wiltoner, D. Seewald, M. Dunzinger
Institut: Konsiliarfacharzt f. MKG-Chirurgie am LKH Vöcklabruck
Kontakt: 4840 Vöcklabruck
Email: mkgchir.lugstein@aon.at
Bisphosphonate (BP) gehören zu einer Gruppe von Medikamenten, die seit über 30 Jahren erfolgreich in der Therapie von Erkrankungen mit unerwünscht hoher Knochenresorption Hauptindikationsgebiete Knochenerkrankungen wie das multiple Myelom und Skelettmetastasen bei Mamma-, Prostata- und Bronchialkarzinom,sowie Erkrankungen wie Morbus Paget und die tumorinduzierte Hyperkalzämie. Als Nebenwirkung einer BP-Therapie treten jedoch bei Patienten mit onkologischer Grunderkrankung in bis zu 12% Nekrosen im Kieferknochen auf. Es ist deshalb aus dem Blickwinkel der Zahnmediziner und der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen eine entsprechende Sanierung der Zähne und des Parodonts vor Behandlungsbeginn anzustreben. Diese Nebenwirkungen beeinflussen den dentoalveolaren Eingriff und führen zum Teil zu Wundheilungsstörungen, Knochennekrosen, therapieresistentem Verlauf und frustranem Ergebnis. Ziel muß deshalb sein, derartige Maßnahmen , soweit absehbar, vor Beginn der BP-Therapie Um den Ablauf zu standardisieren, der den Onkologen, Urologen, Pulmonologen und anderen, sowie den Zahnmedizinern und den MKG-Chirurgen die Arbeit erleichtert, wird ein Formular der Deutschen Krebsgesellschaft im Schwerpunktkrankenhaus Vöcklabruck eingeführt, das vorgestellt wird. Ähnliche Probleme ergeben sich durch Chemo- und Strahlentherapie. Auf Basis des BP-Formblattes wurde ein solches für diese Therapieformen entwickelt, um die bekannten Folgen der chirurgischen Behandlung durch die Strahlennekrose und Begleitumstände der Strahlen- und Chemotherapie soweit als möglich zu minimieren. Erste interdisziplinäre Erfahrungen werden dargestellt. Die Übernahme der Vorgangsweise wird empfohlen. Das Fach MKG-Chirurgie wird als Problemlöser im Schnittstellenbereich von Medizin und Zahnmedizin angeboten. Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen: Risikofaktoren, klinische Manifestation und Autor: Christoph Pautke
Co-Autor: Sven Otto, Christian Schreyer, Sigurd Hafner, Gerson Mast, Michael Ehrenfeld
Institut: Klinik für Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie, Ludwig-Maximilians-Universität
Kontakt: Lindwurmstr. 2a, 80336 München, Deutschland
Email: Christoph.Pautke@gmx.net
Einleitung: Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen (engl.: osteonecrosis of the jaw; ONJ)
stellen eine ernsthafte Nebenwirkung mit zunehmender klinischer Bedeutung bei Therapie mit Bisphosphonaten dar. Sie treten hauptsächlich bei Patienten mit malignen Grunderkrankungen, insbesondere Mamma- und Prostatakarzinomen sowie multiplen Myelomen auf, die intravenös mit stickstoffhaltigen Bisphosphonaten therapiert werden. Trotz der steigenden Anzahl von Veröffentlichungen existieren kaum detaillierte Angaben zu Risikofaktoren, zum klinischen Bild sowie den exakten Lokalisationen der Kiefernekrosen. Material und Methode: Es wurde eine detaillierte retrospektive Analyse aller Patienten mit
bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrose, die von 2003 bis 2009 in der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie der Ludwig-Maximilians-Universität München Untersuchungsbefunden Fragebögen zur Vervollständigung der anamnestischen Angaben erstellt und an die Patienten verteilt. Der Schwerpunkt lag auf der exakten Erfassung potenzieller Risikofaktoren, der klinischen Präsentation sowie der exakten Lokalisation der Läsionen im Ober- und Unterkiefer. Ein Kollektiv von 126 Patienten erfüllte die Diagnosekriterien einer bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrose nach AAOMS 2007 bzw. 2009, wobei eine vollständige Erfassung aller Daten bei 66 Patienten möglich war. Resultate: Die Mehrzahl der bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrosen trat bei Patienten mit
malignen Grunderkrankungen (n=117; 92,8%) auf, insbesondere bei Patienten mit Mammakarzinomen (n=57; 45,2%), multiplen Myelomen (n=37; 29,4%) und Prostatakarzinomen (n=13; 10,3%). Alle diese Patienten erhielten intravenöse Applikationen stickstoffhaltiger Bisphosphonate. Nur bei 9 Patienten (7,1%) lag eine Osteoporose als Grunderkrankung vor, wobei nur drei Fälle von ONJ bei rein oraler Einnahme von Bisphosphonaten auftraten. Als weitere mögliche systemische Risikofaktoren fielen Immunsuppression, Diabetes mellitus sowie Therapie mit Kortikosteroiden und Antiangiogenetika (z.B. Thalidomid) auf. Die häufigste klinische Manifestation bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrosen stellt intraoral freiliegender nekrotischer Knochen dar, der gleichzeitig das Leitsymptom der Erkrankung ist, wobei das Auftreten von Schmerzen und insbesondere deren Ausprägung sehr stark variieren. Der Krankheitsverlauf kann durch das Auftreten von entzündlichen Veränderungen wie Fistelbildungen, Infiltrationen und Abszesse aber auch durch pathologische Frakturen und Beeinträchtigungen der Nervenfunktion kompliziert werden. Mehr als 2/3 der Läsionen traten im Bereich der Mandibula auf, wobei in beiden Kiefern eine deutliche Prädilektion für die Molaren- und Prämolarenregion auffiel. Diskussion: Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen stellen eine ernsthafte Nebenwirkung
insbesondere bei Behandlung onkologischer Patienten mit intravenösen Applikationen stickstoffhaltiger Bisphosphonate dar. Die Erkrankung führt zu einer teilweise erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und kann sogar die Behandlung der jeweiligen herausgearbeiteten (Immunsuppression, Chemotherapie, Diabetes mellitus, Rauchen) und die häufige Assoziation mit zuvor aufgetretenen entzündlichen Zuständen der Kiefer unterstreichen die jüngst publizierten pathogenetischen Modelle, die den im Kieferbereich häufigen entzündlichen Veränderungen und den konsekutiven pH-Wert-Abfällen eine entscheidende Bedeutung Zusammenfassung: Neben der dringenden Notwendigkeit zu weiterer klinischer und
laborseitiger Grundlagenforschung zur Verbesserung unseres Verständnisses bisphosphonat- assoziierter Kiefernekrosen daher kommt einer adäquaten Prävention vor und unter Bisphosphonattherapie Mundhygieneinstruktionen und konservierende Behandlungsmaßnahmen zur Vermeidung von apikalen und marginalen Parodontitiden zukünftig eine Schlüsselrolle zu. Zellkulturelle Untersuchungen zum Einfluss von Dosis und pH-Wert auf die Pathogenese Bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrosen? Autor: Sven Otto
Co-Autor: Joanna Schwager, Christine Opelz, Ines Westphal, Matthias Schieker, Michael
Ehrenfeld, Christoph Pautke Institut: Klinik für Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie, Ludwig-Maximilians-Universität
Kontakt: Lindwurmstr. 2a, 80336 München, Deutschland
Email: Otto_Sven@web.de
Einleitung: Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen haben sich zu einem häufigen und
ernsthaften klinischen Problem entwickelt. Doch trotz zahlreicher Arbeiten und Theorien ist die Pathogenese weitgehend unklar. Eine neue Hypothese zur Pathogenese schreibt dem lokalen pH-Wert eine wichtige Rolle zu, da bei niedrigen pH-Werten, wie sie im Rahmen von Infektionen und Wundheilungsstörungen häufig auftreten, Bisphosphonate aus dem Knochen freigesetzt und aktiviert werden. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht daher in der Untersuchung des Einflusses unterschiedlicher Bisphosphonatdosierungen und pH-Werte auf mesenchymale Stammzellen, Osteoblasten und Osteoklasten in vitro. Material und Methode: Der Einfluss von zwei stickstoffhaltigen Bisphosphonaten
(Zoledronat und Ibandronat) und eines nicht-stickstoffhaltigen Bisphosphonates (Clodronat) auf mesenchymale Stammzellen (SCP-1), Osteoblasten (HOB) und Osteoklasten (HOC) wurde unter hinsichtlich der Dosis und des lokalen pH-Wertes verschiedenen Bedingungen untersucht. Gemessen wurde das Zellüberleben durch Zellzählung, die Zellaktivität mit Hilfe eines WST-assay und die Zellmotilität durch einen scratch-assay mit mikroskopischer Zeitreihenanalysen (time lapse-Mikroskopie). Resultate: Der Einfluss von stickstoffhaltigen (Zoledronat, Ibandronat) und nicht-
stickstoffhaltigen Bisphosphonaten (Clodronat) auf die untersuchten Zellen unterscheidet sich erheblich. Stickstoffhaltige Bisphosphonate zeigen signifikante Dosis- und pH-Wert- abhängige Einflüsse auf die Zellvitalität, Zellaktivität und Zellmotilität. Steigende Bisphosphonatdosen (Zoledronat, Ibandronat) und abnehmende pH-Werte führen zu einer Abnahme der Anzahl überlebender Zellen (p < 0,01) sowie zu einer signifikanten Abnahme der Zellaktivität und der Zellmotilität (p < 0,01). Äquimolare Dosen des untersuchten, nicht- stickstoffhaltigen Bisphosphonates (Clodronat) zeigen mit steigenden Konzentrationen keine signifikanten Effekte hinsichtlich Zellvitalität und Aktivität. Diskussion: Sowohl die Zellvitalität als auch die Zellaktivität der Zellen des syncytialen
Zellvernbandes des Kieferknochens, insbesondere mesenchymale Stammzellen, Osteoblasten und Osteoklasten werden durch steigende Konzentrationen von stickstoffhaltigen Bisphosphonaten und durch sinkende pH-Werte negativ beeinflusst. Dies ist in Übereinstimmung mit aktuellen pathogenetischen Konzepten zur Enstehung bisphosphonat- assoziierter Kiefernekrosen, welche der pH-Wert-bedingten Freisetzung und Aktivierung insbesondere stickstoffhaltiger Bisphosphonate eine wesentliche Rolle beimessen. Zusammenfassung: Hohe Konzentrationen von stickstoffhaltigen Bisphosphonaten und
lokale Gewebe-pH-Wert-Verschiebungen, wie sie häufig im Rahmen von entzündlichen Zuständen im Kiefer auftreten, könnten eine Schlüsselrolle bei der Entstehung Bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrosen spielen. Mikrochirurgische Kieferknochennekrose Autor: Rolf-Dieter Bader
Co-Autor: Christina Wolf, Gregor Raschke, Rene Wohlrath, Stefan Schultze-Mosgau
Institut: Klinik und Poliklinik für MKG-/Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Jena
Kontakt: Erlanger Allee 101, D-07740 Jena, Deutschland
Email: rolf.bader@med.uni-jena.de
Einleitung: Die systemische Gabe von Bisphosphonaten hat in der Onkologie, insbeondere
bei Knochenmetastasierung, eine große Bedetung zur Stabilisierng des Skelettes und damit zum Erhalt der Lebensqualität. Erst vor wenigen Jahren zeigten sich als unerwünschte Wirkung das Auftreten von bisphosphonatassoziierte Kieferknochennekrosen. Bei der Therapie im Stadium III muss zumeist großvolumig Kieferknochen abgetragen werden. Bei Rezidiven kann dann die Integrität des Knochens soweit geschwächt werden, dass eine Rekonstruktion notwendig wird. Ziel unsere Untersuchung war es, die Tauglichkeit von freien mikrochirurgischen Knochentranfer in diesen Fällen zu untersuchen. Material und Methode: In der Zeit von 04/2005 bis 08/2010 wurden bei insgesamt 367
Patienten mikrochirurgische Rekonstruktionen durchgeführt (m=248/w=119). Der Altersdurchschnitt lag bei 58,3 Jahren (Median 57,0; 2 – 89 Jahre, s=14,3). Hierbei erfolgte in 177 Fällen auch der Transfer von Knochen. Seit 03/2009 wurde in fünf Fällen eine mikrochirurgische Rekonstruktion bei bisphosphonatassoziierter Knochennekrose als ultima ratio durchgeführt. Der Altersdurchschnitt lag bei 56,6 Jahren. Erhoben wurden die onkologische Grunderkrankung, die Dauer und Art der Bisphosphonattherapie, der verwendete Lappen, sowie die Erfolgsrate. Resultate: In drei Fällen war ein Plasmozytom, in einem Fall ein metastaierendes
Nierenzellkarzinom und in einem Fall ein metastasierendes Prostatakarzinom ursächlich für die Bisphosphonattherapie. In allen Fällen erfolgte die Bisphosphonattherapie intravenös mit Zoledronsäure (Zometa®) über einen Zeitraum von über drei Jahren. In zwei Fällen erfolgte die Rekonstruktion mittels Fibula, in drei Fällen über Skapula. In einem Fall kam es zum Lappenverlust, in der anderen Fällen verlief die Einheilung ohne Komplikationen. Diskussion: Bisphosphonate stellen immer noch eine tragende Säule in der onkologischen
Therapie dar. Ziel der Behandlung muß die Vermeidung eines Stadium III sein. Zusammenfassung: In den Einzelfällen, in denen die Knochennekrose soweit fortgeschritten
ist, dass eine Kontinuitätsresektion erfolgen muß, stellt der mikrochirurgische Knochenersatz trotz systemischer Wirksamkeit der Bisphosphonate eine Option zum Erhalt der Lebesqualität Osteonekrose der Kiefer unter antiresorptiver Therapie mit Denosumab – erste klinische Fälle Autor: Russmüller G.
Co-Autor: Seemann R., Pirklbauer K., Pöschl P.W., Klug C., Ewers R., Wutzl A.
Institut: MKG AKH-Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: Das Auftreten von Osteonekrosen der Kiefer ist ein Krankheitsbild, welches
häufig bei Patienten auftritt, welche an schweren Knochenstoffwechselstörungen leiden oder mit antiresorptiven Medikamenten behandelt wurden. Sein Einführung der Bisphosphonate werden die Fälle von bisphosphonat-assoziierten Osteonekrosen der Kiefer immer häufiger. Als möglicher Ersatz für die Bisphosphonate wurde kürzlich der hier behandelte anti-RANKL Antikörper Denosumab eingeführt. Material und Methode: Aufgrund der Behandlung von Patienten mit Denosumab im
Rahmen klinischer Studien, wurden an unserer Institution erste Fälle von Denosumab- assoziierter Osteonekrose der Kiefer diagnostiziert und therapiert. Resultate: Erste Ergebnisse aus der Behandlung dieser neuen Entität der Osteonekrose zeigen
Parallelen zur bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose. Nach Absetzten der Therapie mit Denosumab und unter konservativer Therapie zeigte sich nur eine partielle Besserung der klinischen Situation. Im Falle von chirurgischer Therapie zeigten sich bisher gute Ergebnisse. Diskussion: Ähnlich zum Auftreten der bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose der Kiefer
könnten die kieferchirurgischen Zentren in Zukunft mit einer steigenden Zahl von Denosumab-assoziierten Ostenekrosen der Kiefer konfrontiert werden. Bei im Vergleich zur bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose klinisch ähnlicher Ausprägung, aber grundsätzlich anderer Pharmakodynakik und –kinetik, muss bei diesem neuen Krankheitsbild nun der beste therapeutische Weg gefunden werden. Zusammenfassung: Wir berichten über die ersten Fälle von Osteonekrosen der Kiefer unter
dem neuen antiresorptiven Medikament Denosumab und zeigen therapeutische Ergebnisse dieser neuen Form der OSteonekrose. Vorhersage von Osteosyntheseversagen bei Collumfrakturen auf Basis von postoperativen Panoramaröntgen Autor: Rudolf Seemann
Co-Autor: Günter Lauer, Simone Holawe, Kurt Schicho, Christian Czerny, Gerald
Krennmair, Christos Perisanidis, Rolf Ewers, Clemens Klug Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurige
Kontakt: Lannerstrasse 23/3, 1190 Wien, Österreich
Email: rudolf.seemann@gmail.com
Einleitung: Von allen Unterkieferfrakturen zeigen die Collumfrakturen die höchsten
Osteosyntheseversagensraten. In unserer Klinik wurden Osteosyntheseversagensraten von 11,3 % bei einer Miniplatte, 6,7% bei zwei Miniplatten und 4,4% bei Medartis Collumplatten beobachtet. Das Ziel dieser Studie war auf Basis von in konventionellen Panoramaröntgen erfassbaren Parametern einen Vorhersagealgorithmus zu bestimmen, welcher die Wahrscheinlichkeit von Osteosyntheseversagen angibt. Material und Methode: Insgesamt wurden 136 Patienten (22 mit Osteosyntheseversagen und
114 ohne Osteosyntheseversagen) in diese Studie eingeschlossen. Erhebungszeitraum der 22 Osteosyntheseversagen war 1995 bis 2009. Insgesamt Röntgenparameter wurden mit der gesunden Kontrollegruppe von 114 Patienten mit insgesamt 129 Frakturen verglichen. Ein rekursiver Partitionsalgorithmus (RPART) wurde verwendet um die Reihenfolge der Parameter zu bestimmen. Resultate: Signifikante Vorhersagekraft hatte die Ramushöhe (p<0.001). Die
Wahrscheinlichkeit eines Osteosyntheseversagens ist auf ein Achtel reduziert, wenn entweder die Fragmente deutlich überlappen oder eine sichtbare Stufe mit Verkürzung des Ramus, dh. proximales Fragment posterior zu distalem Fragment oder der Frakturspalt kaum sichtbar ist. Weitere das Osteosyntheseversagen begünstigende Vorhersageparameter sind die Anzahl an sicheren Schrauben im proximalen Fragment, die Zahl der fehlenden oder gefüllten ersten und zweiten Molaren und der Winkel zwischen Platte und Ramushinterrand. Der Algorithmus erkennt 88,1% der Daten korrekt und hate ine Sensitivität von 59.1% und eine Spezifität von Diskussion: Neben dem verwendeten Material spielen andere Parameter bei dem
Osteosyntheseversagen eine erhebliche Rolle. So ist die Ramushöhe ein entscheidender Faktor. Zwei vereinfachte Konzepte der Ramushöhe wurden untersucht, wobei sich die Ramusverkürzung als besserer Vorhersagewert herausstellte. Colla mit sichtbarer Stufe, wobei das proximale Fragment relative zum distalen Fragment posterior lag oder sichtbarer Überlappung der Fragmente oder kaum sichtbarem Frakturspalt hatten nur 1/8 Risiko eines Collumversagens im Vergleich zu solchen mit deutlich sichtbarem Frakturspalt. Distrahierte Colla mit einem sichtbarem Frakturspalt größer als eine Schraubenbreite waren nur annähernd signifikant höher risikogefährdet (p= 0.051). Zusammenfassung: Für das Osteosyntheseversagen bei Collumfrakturen wirkt eine
Osteosyntheversagensalgorithmus vorgestellt, der Collumfrakturen in 5 Risikoklassen einteilt. Dreidimensional vergleichende Vermessung von Polyurethan Schädelfräsmodellen auf Basis von CT- und MRT- Datensätzen Autor: Reinbacher Knut Ernst
Co-Autor: Feichtinger M, Wallner J, Kärcher H
Institut: MKG- Chirurgie Graz
Kontakt: Auenbruggerplatz 5, 8036 Graz, A Email: reinbacher@me.com
Einleitung: Die 3D Modellherstellung gewinnt, bei ständiger Erweiterung der OP Indikation
und rasch fortschreitenden technischen Entwicklungen, in komplexen chirurgischen Fällen zunehmend an Bedeutung. In der Chirurgischen Befunderhebung ist die Strahlenbelastung radiologischer Untersuchungen immer Thema von Diskussionen. So wurde die Möglichkeit der 3D Modellherstellung auf Basis von magnetresonanztomographischen DICOM Datensätze zur Operationsplanung in Frage gestellt Material und Methode: Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden 15 Patienten, an
welchen im Rahmen der Befunderhebung, in zeitlicher Nahbeziehung, sowohl Magnetresonanz- als auch Computertomographie- Datensätzen des Gesichtsschädels erhoben wurden, selektiert. Es wurden pro Patient je zwei Modell angefertigt: eines an Hand der MR- Untersuchung und eines an Hand der CT-Untersuchung. Die physischen Modelle wurden mit einem tastenden Verfahren eines Koordinatenmeßgerätes vergleichend vermessen. Resultate: Die Herstellung von 3D Modellen auf Grundlage von MR-Datensätze stellt sich
am gewählten Patientenkollektiv als technisch gut durchführbar dar. Die erhoben Messpunkte wurden in den entsprechenden Modellen auf dreidimensionaler Weise korrespondierend Diskussion: Die Operationsplanung welche eine physisches Substrat und nicht die reine
Darstellung präoperativer Verhältnisse als Ziel hat, findet durch MR-basierte Schädelmodelle eine strahlungsarme Alternative. Die Notwendigkeit der genauen Selektion der knöchernen Struktur ergibt sich aus der Strahlenphysik der Magnetresonanz. So fußt der Erfolge dieser Studie sicher auch auf der enge Auswahl der knöchernen Struktur. Die klinische Relevanz ergab sich in der Herstellung von Rekonstruktionsplatten vor Knochenresektionen. Zusammenfassung: Die 3D-Modellherstellung von knöchernen Strukturen basierend auf
Magnetresonanz Untersuchungen ist bei genauer Selektion der knöchernen Struktur möglich und kann als Basis zur präoperativen Herstellung von individuellem Osteosynthesematerials Intraoperative 3D Bildgebung bei der Versorgung von Jochbeinfrakturen mit Orbitawandbeteiligung. Autor: Frank Wilde
Co-Autor: Claudia Ebner, Christoph Riese, Marcus Heufelder, Alexander Schramm
Institut: Bundeswehrkrankenhaus Ulm und akademisches Krankenhaus Universität Ulm
Kontakt: Oberer Eselsberg 40, 89081 Ulm, Deuntschland
Email: dr.frankwilde@yahoo.de
Einleitung: Die Standardbildgebung zur Frakturdiagnostik von Mittelgesichtsfrakturen stellt
heutzutage die multislice Computertomographie dar (MSCT). Frakturlinien und der Dislokationsgrad lassen sich hierdurch in allen drei Ebenen darstellen. Isolierte Jochbeinfrakturen zeigen hierbei häufig als Begleitverletzung eine Fraktur der caudalen Orbitawand, die mehr oder minder disloziert imponieren kann. Für den Kliniker stellt sich in solchen Fällen immer die Frage, ob neben der Reposition der Jochbeinfraktur auch die Rekonstruktion der Orbita notwendig ist. Dies bedeutet immer einen zweiten operativen Zugang im Bereich des Unterlides mit erhöhter Morbidität. Falls möglich wäre es somit wünschenswert auf die operative Rekonstruktion der Orbita und Implantation von Fremdmaterial zu verzichten. Dies erscheint, in vielen Fällen durch die alleinige Reposition des mit dem Orbitaboden i. d. R in Verbindung stehenden Jochbeins im Sinne einer geschlossenen Reposition möglich. Um hier die Reposition intraoperativ zu kontrollieren und zu dokumentieren, ist jedoch eine suffiziente intraoperative 3D Bildgebung notwendig. Ziel der Studie war es die Qualität und Aussagekraft der intraoperativen 3D C-Bogen Bildgebung bei der Versorgung von Jochbeinfrakturen mit Beteiligung der Orbita zu evaluieren. Material und Methode: Über einen Zeitraum von 2 Jahren wurden am
Bundeswehrkrankenhaus Ulm 60 Patienten mit unilateralen Jochbeinfrakturen operiert. Die Reposition erfolgte i.d.R. über einen enoralen Zugang mit Osteosynthese auf der crista zygomatico alveolaris. Bei allen Patienten wurde routinemäßig nach Reposition des Jochbeins eine intraoperative 3D C-Bogen Kontrolle durchgeführt (Siemens Iso-C-3D). Nach Datenakquisition erfolgte die intraoperative Befundung, ob eine Revision der Orbita zusätzlich indiziert ist. Diese wurde im Bedarfsfall im Anschluss durchgeführt. Bei allen Patienten erfolgte dann postoperativ die definitive radiologische Kontrolle anhand einer Resultate: Bei zwei der 60 Patienten entschloss man sich intraoperativ nach 3D C-Bogen
Bildgebung zur Rekonstruktion der Orbita. Bei den übrigen 58 Patienten wurde die Reposition der Frakturen einschließlich der Orbita und die Lage des Osteosynthesematerials als suffizient beurteilt. Bei keinem Patienten war nach anschließender postoperativer MSCT eine weitere Revisionsoperation notwendig. Bei keinem Patienten kam es postoperativ zu funktionellen Einschränkungen der Augen- oder Lidfunktion. Diskussion: Die intraoperative 3D C-Bogen Bildgebung stellt ein effizientes Verfahren zur
intraoperativen radiologischen Beurteilung nach Reposition von Jochbeinfrakturen mit Orbitawandbeteiligung dar. Die Qualität der Bilder und Rekonstruktionen erreicht zwar mit dem verwendeten Gerät Iso-C-3D noch nicht die Qualität der MSCT, doch lassen sich die wichtigen knöchernen Strukturen des lateralen Mittelgesichts und der Orbita in Bezug auf Reposition und Lage des Osteosynthesematerials suffizient beurteilen. Eine zusätzliche postoperative MSCT erscheint in den meisten Fällen sogar entbehrlich. Ein solches Vorgehen könnte somit die Operationszeiten und die Morbidität des Eingriffes reduzieren, da ein zweiter operativer Zugang in die Orbita meist vermieden werden kann. Desweiteren ließe sich letztlich durch den Verzicht auf eine postoperative Bildgebung die Strahlenexposition der Patienten reduzieren. Zusammenfassung: Die Studie konnte zeigen, dass in nahezu allen Fällen von isolierten
Jochbeinfrakturen mit Orbitabodenbeteiligung auf eine gesonderte Rekonstruktion der der Orbita verzichtet werden kann. Doch konnte auch aufgezeigt werden, dass bei einem solchen Vorgehen eine suffiziente intraoperative 3D Bildgebung notwendig ist Zweitoperationen zu verhindern. Desweiteren scheint es möglich bei dieser Indikation die postoperative Bildgebung durch die intraoperative Bildgebung mit 3D C-Bögen in Zukunft nahezu vollständig zu ersetzen. Vorteile der sekundären Referenzierung von CT-Datensätzen mit gemarkten DVT- Subvolumen in der computer-assistierten Chirurgie Autor: H. Essig
Co-Autor: M. Rana, H. Kokemüller, F. Tavassol, C. von See, M. Rücker, N.-C. Gellrich
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: essig.harald@mh-hannover.de
Einleitung: Ziel dieser Studie war die Evaluation einer neuen Methode zur Registrierung von
dreidimensionalen Datensätzen zur Erleichterung des Arbeitsablaufes in der Navigations- assistierten Chirurgie. Material und Methode: Bei Patienten mit komplexen Traumata wird frühzeitig die
Indikation zur Computertomographie des Schädels gestellt. Meist geschieht dies bereits in der Notaufnahme. Dieser CT-Datensatz verfügt jedoch üblicherweise nicht über Marker, die für eine Registrierung im Rahmen einer navigierten Operation notwendig sind. Um eine zusätzliche Strahlenexposition für den Patienten möglichst gering zu halten, wurde im Rahmen dieser Studie, nach Insertion von Navigationsmarkern oder –splinten, ein Subvolumen, welches diese Marker beinhaltete, mit dem Digitalen Volumentomographen (DVT) erstellt. Es folgte die Fusionierung der initial erstellten Computertomographie mit dem 3D-DVT-Datensatz (inkl. Registrierungsmarker). Zwei unterschiedliche Beobachter werteten bei 25 Patientendatensätzen die Genauigkeit der Registrierung mit Hilfe der BrainLab- Software iPlan 3.0 aus (BrainLab, Deutschland). Resultate: Es konnte keine signifikante geometrische Verzeichnung festgestellt werden. Die
mittlere Abweichung der Registrierung mittels DVT Subvolumen zeigte 0,31 mm (SD = 0,1 mm). Im Vergleich dazu zeigte sich bei der Registrierung mittels Computertomographie inklusive Registrierungsmarkern eine mittlere Abweichung von 0,29 mm (SD = 0,11 mm). Diskussion: Bisher war, bei nicht gemarkertem primären 3D-Datensatz, state-of-the-art, einen
weiteren CT-Datensatz mit geeigneten Referenzierungsmarkern (Navigationsschrauben oder - splinten) anzufertigen. In seltenen Fällen erlaubt auch die Referenzierung über anatomische Landmarken im primären Datensatz eine hinreichend genaue Registrierung. Die hier vorgestellte Methode, ein gemarkertes DVT-Subvolumen zu erstellen, welches mit einer deutlich geringeren Strahlenexposition für den Patienten einhergeht, und mit dem primären Datensatz zu fusionieren, erleichtert die Vorbereitung eines Navigations-assistierten Zusammenfassung: Die Fusionierung einer initialen Computertomographie (ohne Marker)
mit einem DVT, welches geeignete Registrierungsmarker erhält und lediglich einen Teil des Gesichtsschädels darstellt, erlaubt eine adäquate Genauigkeit der Registrierung und erleichtert so nicht nur den Arbeitsablauf in der Navigations-assistierten Chirurgie, sondern minimiert auch die Strahlenexposition für den Patienten. Ergebnisse der Fraktur-Versorgung von atrophen Unterkiefern mit der Funktionsdynamischen Überbrückungsplatte (FDÜP) Autor: Simon Enzinger
Co-Autor: J. Hachleitner, C. Brandtner, C. Krenkel, A. Gaggl
Institut: MKG-Chirurgie Salzburg
Kontakt: Müllner Hauptstrasse 48, 5020 Salzburg, Österreich
Email: s.enzinger@salk.at
Einleitung: Die von Krenkel ursprünglich für Unterkiefer-Rekonstruktionen bzw.
Unterkiefer-Defekten Funktionsdynamische Überbrückungsplatten (FDÜP) kamen ab 1993 auch zur Fraktur-Versorgung von atrophen und hoch atrophen Unterkiefern zur Anwendung. In den Jahren 1994 bis 2009 wurden 18 Patienten nach Frakturen atropher Unterkiefer mit diesem System therapiert. Material und Methode: Diese 18 Patienten wurden in die Studie aufgenommen, die OP-
Berichte, Röntgenbilder und Krankengeschichten analysiert. Die FDÜP besteht aus zwei Plattenteilen mit jeweils 4 Schraubenlöchern und einem verbindenden (überbrückenden) Bügel mit quadratischem Querschnitt (3x3 mm), welcher etwa 50% der Festigkeit eines durchschnittlichen Unterkiefers aufweist und somit in einem dosierten Ausmaß Zug-, Druck- und Torsionskräfte zuläßt, die die Knochenbruchheilung bzw. die Einheilung von Knochentransplantaten fördern. Zur Sicherung einer anatomischen Reposition können zuerst Osteosynthesen mit Miniplättchen oder Zugschrauben eingebracht werden. Resultate: Bei allen 18 Patienten kam es zu einer Ausheilung der Frakturen. Bei einem
Patienten wurde wegen teilweiser Schraubenlockerung eine FDÜP durch eine weitere FDÜP ersetzt. Auch in diesem Fall verlief die weitere Heilung ungestört. Bei einer Patientin kam es im Laufe von 2 Jahren zu einer weiteren Atrophie des Unterkiefers, sodass nur mehr eine ganz zarte Knochenmanschette um den Nervus alveolaris inferior erhalten blieb. Hier fungiert die FDÜP weiterhin als reine Überbrückungsplatte. Die Sensibilität im Versorgungsbereich des N. alv. inf. war bei allen Patienten nach dem 12. post-operativen Monat weitgehend unauffällig. Es kam zu keinen Dehiszenzen oder Perforationen im Bereich der FDÜP. Alle Patienten zeigten dauerhaft eine stabile Situation des verplatteten Unterkiefers. Diskussion: Herkömmliche Osteosynthesematerialien wie Miniplatten oder Zugschrauben
gewährleisten bei der Versorgung atropher Unterkieferfrakturen häufig nicht ausreichende Stabilität, sodass es zu sekundären Heilungen und Pseudoarthrosen kommen kann bis hin zur Notwendigkeit des mikrovasculären Unterkieferersatzes bei oft multimorbiden Patienten. Große Rekonstruktionsplatten sind in Relation zum atrophen Unterkiefer oft überdimensioniert (Probleme mit der Weichteildeckung und Prothesenfähigkeit). Diese Probleme können mit der Verwendung der FDÜP vermieden werden. Zusammenfassung: Die Funktionsdynamische Überbrückungsplatte sichert durch ihre
Formgebung bei der Frakturversorgung atropher Unterkiefer ausreichende Stabilität und komplikationsfreie Knochenbruchheilung. Komplikationen an den Unterlidern beim subciliären und transkonjunktivalen Zugang zum Autor: Rolf-Dieter Bader
Co-Autor: Christina Wolf, Michael Thorwarth, Gregor Raschke, Stefan Schultze-Mosgau
Institut: Klinik und Poliklinik für MKG-/Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Jena
Kontakt: Erlanger Allee 101, D-07740 Jena, Deutschland
Email: rolf.bader@med.uni-jena.de
Einleitung: Der Orbitaboden stellt einen der dünnsten Knochen des Mittelgesichtes dar. Bei
Frakturen des Mittelgesichtes zeigt sich daher häufig eine Beteiligung des Orbitabodens. Einklemmungen von Orbitainhalt können zu Motilitätsstörungen der Augen führen. In der Literatur sind multiple Zugänge zum Orbitaboden beschrieben. Im Rahmen unserer retrospektiven Untersuchung soll das Auftreten von Ek- bzw. Entropien beim transkonjuktivalen und subciliären Zugang untersucht werden. Material und Methode: In der Zeit von 04/2005 bis 09/2009 wurden insgesamt n=1218
Patienten mit Frakturen des Mittelgesichtes operativ versorgt. Hierbei war in n=390 Fällen eine Orbitabodenbeteiligung vorhanden. In n=36 Fällen handelt es sich um Mittelgesichtsfrakturen mit Orbitaboden- und Nasenbeinbeteiligung, in n=210 Fällen um Mittelgesichtsfrakturen mit Orbitabodenbeteiligung, in n=13 Fällen um isolierte Orbitabodenfrakturen mit Nasenbeinbeteiligung und in n=131 Fällen um isolierte Orbitabodenfrakturen. In n=151 Fällen erfolgte die Versorgung über einen subcilliären, in n=2 Fällen über einen transantralen, in n=214 Fällen über einen transkonjuktivalen und in n=23 Fällen über einen kombinierten Zugang. Erhoben wurde, in welchen Fällen eine operative Revision eines En-/oder Ektropiums notwendig war. Anhand des OP-Berichtes wurde untersucht, ob sich Häufungen bei einzelnen Operateuren oder Techniken zeigten. Resultate: Bei 3,27% der Fälle mit einem transkonjuktivalen Zugang (n=7) zeigte sich ein
revisionspflichtiges Entropium. Bei 3,31% der Fälle mit einem subcilliären Zugang (n=5) zeigte sich ein revisionspflichtiges Ektropium. Zwischen den beiden Gruppen zeigt sich kein signifikanter Unterschied. Eine Signifikanz auf einen einzelnen Operateur läßt sich weder bei den En- noch bei den Ektropien zeigen. Bei allen Entropien hat sich jedoch eine Narbe nahe dem Orbitarahmen gezeigt. Diskussion: Sowohl der transkonjunktival als auch der subciliäre Zugang zeigen in ca. 3%
der Fälle die Neigung zu einem En- bzw. Ektropium. Anders als beim subciliären Zugang scheint es jedoch beim transkonjuktivalen Zugang möglich über einen großen Abstand vom Orbitarahmen das Auftreten zu vermeiden. Zusammenfassung: Beim operativen Zugang zum Orbitaboden kommt es an unserem
Patientengut sowohl beim transkonjunktivalen als auch beim subcilliären Zugang in ca. 3% der Fälle zu Komplikationen. Orthognathe Chirurgie
Knochendichte der Gaumennaht sieben Monate nach chirurgisch unterstützter Gaumennahterweiterung Autor: Winfried Harzer
Co-Autor: S. Petrick, E.Tausche
Institut: Poliklinik für Kieferorthopädie ,TU Dresden
Kontakt: Fetscherstr.74, 01307 Dresden, Deutschland
Einleitung: Mittels Computertomografie (CT) wurden Veränderungen der Knochendichte in
der Gaumennaht nach chirurgisch unterstützter forcierter Gaumennahterweiterung (GNE) mit dem knochenverankerten Dresden Distraktor (DD) analysiert. Präoperative Daten wurden mit den Werten einer Kontrollgruppe verglichen. Material und Methode: An 16 erwachsenen Patienten (Durchschnittsalter 24,5 Jahre)
wurden axiale CT-Aufnahmen vor und sieben Monate nach GNE durchgeführt. Die Kontrollgruppe von 66 Patienten (Durchschnittsalter 25,7 Jahre) diente zum altersabhängigen Vergleich der Knochendichte. In der Koronarebene wurde die Knochendichte im anterioren, medianen und posterioren Teil der Gaumennaht bestimmt Resultate: Die höchste Dichte wurde im posterioren Anteil (1046HU) vor der Expansion
gemessen. Sieben Monate nach GNE betrug die Knochendichte 48% (anterior), 53% (median) und 75% (posterior) der Ursprungswerte. Innerhalb der Kontrollgruppe waren die Houndsfield Einheiten in allen Schnittebenen annähernd gleich (889 – 900HU). Diskussion: Sieben Monate nach der GNE hat die Gaumennaht nur knapp die Hälfte bis
Dreiviertel der Ausgangsdichte erreicht. Um den entsprechend hohen Widerstandskräften standhalten zu können, die von dem nicht separierten posterioren Teil (Flügelfortsäte) resultieren, sollte die Retentionszeit verlängert werden. Zusammenfassung: Nach forcierter Gaumennahterweiterung beim Schmalkiefer kommt es
häufig augrund der hohen Restspannungen zum Rezidiv. Eine gute Mineralisation im Bereich der Sutura palatina ist die Voraussetzung für eine gute Stabilität. Die höchste Dichte wurde im posterioren Anteil (1046HU) vor der Expansion gemessen. Sieben Monate nach GNE betrug die Knochendichte 48% (anterior), 53% (median) und 75% (posterior) der Ursprungswerte. Um den entsprechend hohen Widerstandskräften standhalten zu können, die von dem nicht separierten posterioren Teil (Flügelfortsäte) resultieren, sollte die Retentionszeit verlängert Rezidivprohylaxe Autor: R. Koehnke
Co-Autor: A. Schuster², O. Ploder
Institut: MKG-Chirurgie und Abteilung für Radiologie² LKH Feldkirch
Kontakt: Carinagasse 47, 6800 Feldkirch, Austria
Email: kieferchirurgie@lkhf.at
In den letzten Jahren wird Botulinumtoxin in verschiedenen Bereichen von Muskel-basierten Fehlfunktionen eingesetzt. Es wurden Versuche zur Kontrolle von Gang Beschwerden, Achalasien, Anismus, Stottern sowie spastischer Blasenlähmung durchgeführt. In der ästhetischen Gesichtschirurgie fand dieses Mittel speziell im Bereich der Reduktion von Gesichtsfalten im Bereich der Strinregion eine breite Anwendung. Zusätzlich wird Botulinumtoxin bei oromandibuläre und zervikalen Dystonien und Hypertrophien des Musc. masseter und temporalis eingesetzt. In dieser Präsentation werden die ersten Erfahrungen bei der Applikation von Botulinumtoxin bei orthognathen Eingriffen zur langfristigen Rezidivprohyplaxe dargestellt. Bei 5 Patienten wurde vor der Operation eine Ultraschall-kontrollierte Injektion von Botulinumtoxin in den jeweiligen Muskel (Musc. geniohyoideus, genioglossus und mylohyoideus) auf beiden Seiten vorgenommen. Die Lage der Nadel bei der Applikation des Depots (5IU pro Muskel) wurde mit dem Ultraschall überprüft. 1, 3 und 6 Wochen, sowie 3 und 6 Monate nach Applikation wurde eine Ultraschallkontrolle mit Vermessung der Muskelbäuche duchgeführt. Nach 6 Monaten wurde die Anwenung der Botulinumapplikation mittels Ultraschall wiederholt. Die Patienten wurden vor der Anwendung über die Risken der Behandlung aufgeklärt. Die mittlere Vorverlagerung des Unterkiefers betrug bei den Patienten x.x mm (von xxmm bis xx mm). Postoperativ wurden leichte Elastics (3/16gr, xxx) für 6 Wochen eingehängt. Der intraoperativ verwendete Splint wurde am xx Tag nach der Operation entfernt. Bei xx Patienten wurde eine zusätzliche Le Fort I Osteotomie und bei xx Patienten eine Kinnosteostomie durchgeführt. Bei keinem Patienten wurden Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit oder andere klinische Nebenwirkungen festgestellt. Die Darstellung zeigt die Anwenung von Botulinumtoxin zur Vermeidung eines Spätrezidivs, welches durch erhöhten Muskelzug der supryhoidealen Muskukatur entstehen kann. Weitere Nachuntersuchungen mit Vermessung der Fernröntgenbilder und Analyse der Okklusionsverhältnisse werden im Rahmen der prospektiven Studie durchgeführt. Erfahrungen mit dem Maxillomandibulären Advancement beim obstruktiven Schlafapnoe Autor: Klug C
Co-Autor: Pirklbauer K, Nell C, Millesi G, Ewers R
Institut: AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: clemens.klug@meduniwien.ac.at
Einleitung: Der aktuellen Literatur kann man für das Maxillomandibuläre Advancement
(MMA) bei schwergradigem obstruktivem Schlafapnoesyndrom (OSAS) einen Empfehlungsgrad B nach den Cochrane-Kriterien für Evidenz-basierte Medizin entnehmen. Von verschiedenen Autoren sind unterschiedliche Modifikationen der Planung und Durchführung der Osteotomie beschrieben worden. Material und Methode: An unserer Institution wurden sieben Patienten mit schwergradigem
OSAS mit Umstellungsosteotomien und Vorbewegung der Kiefer behandelt. Dabei wurde geradliniges MMA, MMA mit Rotations-Advancement unter Erhalt der Seitzahnokklusion und MMA mit Rotations-Advancement und Einstellung eines seitoffenen Bisses durchgeführt. Bei fünf Patienten wurde zusätzlich eine Genioplastik mit Verlagerung der spina mentalis nach ventral durchgeführt. Resultate: Alle Patienten haben durch den Eingriff profitiert. Der präoperative
Apnoe/Hypopnoe-Index (AHI) konnte durch die Operation im Mittel um 78% gesenkt werden. Das Ausmaß der Ventralbewegung des Zungengrundes und die daraus resultierende Erweiterung des Posterior Airway Space (PAS) waren je nach angewandter Methode unterschiedlich. In allen Fällen konnte der PAS signifikant erweitert werden. In Fällen mit Rotations-Advancement, mehr noch bei Einstellung eines seitoffenen Bisses konnte der PAS weiter als bei geradlinigem MMA vergrößert werden. Bei zusätzlicher Genioplastik konnte dieser Effekt zusätzlich gesteigert werden. Diskussion: Die meisten Patienten mit schwergradigem OSAS haben auch eine Retrognathie,
häufig mit Klasse II/2 Verzahnung und Deckbiss. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters besteht zumeist ein kompromittierter Zahnstatus mit Brückenkonstruktionen oder Implantaten in situ. Eine kieferorthopädische Umstellung der Bißlage ist daher kaum realisierbar. Um dennoch eine im Sinne der OSAS Therapie ausreichende Vorverlagerung des Pogoniums (Po) zu erreichen, ohne in der Oberkieferfront/Lippen Region ästhetische Störungen zu bewirken, ist das Rotations-Advancement eine zielführende Methode. Die bewusste Einstellung eines seitoffenen Bisses unterstützt den Rotationseffekt des Po gegen den Uhrzeigersinn. Der Schluss des Bisses erfolgt durch prothetische Maßnahmen oder durch geführte Extrusion der Molaren mit ausschleifbaren Okklusionsausgleichsschienen. Zusammenfassung: Die Ergebnisse unserer konsekutiven Fallserie decken sich mit den in
der Literatur angegebenen Erfolgsraten. Große Bedeutung kommt der individuellen Fallplanung besonders im Hinblick auf das Ausmaß eines Rotationsadvancements zu. VIOSS-Vienna Orthognathic Surgery Study-eine demographische Darstellung von 1516 konsekutiven orthognathchirurgischen Patienten über 15 Jahre Autor: Susanne Chiari
Co-Autor: watzke ingeborg
Institut: smz donauspital
Kontakt: langobardenstrasse 122, 1220 wien, österreich
Email: ingeborg.watzke@wienkav.at
Einleitung: Die Orthognathe Chirurgie nimmt einen großen Bereich der kieferchirugischen
Tätigkeit ein. Die Kenntnis und Analyse demographischer Daten der orthognath- chirurgischen Patientenpopulation ist in Hinsicht auf die Qualitätssicherung der chirurgischen Betreuung, die bestmögliche Patienteninformation und für die Aufklärung bei solchen Eingriffen von großer Bedeutung. Material und Methode: Die im Rahmen der routinemäßig durchgeführten präoperativen
Untersuchung prospektiv erhobenen Patientendaten aller konsekutiven Patienten am Institut für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Donauspital des Sozialmedizinischen Zentrum Ost in Wien wurden in eine elektronische Datenbank eingefügt. Im Anschluss wurden die demographischen Daten mit Hilfe deskriptiver, statistischer Methoden beschrieben und hinsichtlich der Veränderung über den Beobachtungszeitraum analysiert. Resultate: Zwischen 1994 und 2009 unterzogen sich 1516 Patienten (67.2% weiblich, 32.7%
männlich) mit einem Durchschnittsalter von 26.9 Jahren (Min.: 13 , Max.: 66) einem orthognathchirurgischen Eingriff wie einer Lefort 1 Osteotomie, BSSO, Genioplasitk oder einer Kombination dieser Operationen. Über den Beobachtungszeitraum war eine hochsignifikante Steigerung des Patientenalters (p-wert= 0.0009) zu vermerken. Die Verteilung des Geschlechts zeigte konstante Werte über die Zeit. Der durchschnittliche BMI der Patienten lag bei 21.79 kg/m2(Min. 14.87, Max. 46.29).Des weiteren zeigte sich eine signifikante Steigerung des BMI über die Jahre (p-wert= 0.01). Diskussion: Orthognath-chirurgische Eingriffe sind elektive Maßnahmen. Qualitätssicherung
ist dabei ganz besonders wichtig. Da generell die Komplikationsrate bei diesen Eingriffen sehr gering ist, benötigt man für aussagekräftige Analysen eine hohe PatientInnenzahl. Unsere umfassende Datenbank erlaubt neben der Auswertung demografischer Daten sowohl deskriptive als auch analytische Untersuchungen. Zusammenfassung: Eine große Anzahl von Patienten unterziehen sich einem elektiv
orthognathchirurgischen Eingriff, wobei sich ein deutliches Übergewicht an weiblichen Patienten zeigt. Im Verlauf der letzten 15 Jahre stieg das Alter sowie der BMI des typischen orthognath chirugischen Patienten deutlich. Funktion und/oder Ästhetik als Motivationsgrund zur chirurgischen Korrektur von PatientInnen mit Dysgnathien Autor: Hardt Miriam
Co-Autor: Susanne Chiari*, Ingeborg Watzke
Institut: smz ost donauspital
Kontakt: langobardenstrasse 122, 1220 wien, österreich
Email: ingeborg.watzke@wienkav.at
Einleitung: Orthognathe Chirurgie wird im Allgemeinen bei dentofacialen Anomalien wie
Lageanomalien von OK und UK oder Asymmetrien im Kiefer-Gesichtsbereich durchgeführt. PatientInnen mit dentofacialen Malformationen unterziehen sich aus unterschiedlichen Gründen einer operativen Korrektur. Funktionelle und ästhetische Probleme können dabei eine Rolle spielen. In der Literatur werden verschiedene Prozentsätze für die Motivation angegeben. Ziel dieser Präsentation ist es vorzustellen, aus welchen Gründen sich PatientInnen aus unserem Patientengut für einen operativen Eingriff entscheiden. Material und Methode: Die Daten von 1874 PatientInnen aus unserer prospektiv angelegten
Datenbank (VIOSS) von 1994 bis 2009 wurden statistisch ausgewertet. Eingeschlossen in die Präsentation sind die Daten alle PatientInnen, welche sich einer Le fort I Osteotomie, BSSO, Genioplastik alleine oder Kombinationen dieser Operationen unterwarfen. Dies sind 1529 PatientInnen in diesem Zeitraum. Dabei wird in dieser Präsentation ausschließlich auf die Motivation zur Operation eingegangen. Resultate: Die Auswertung der Frage- und Untersuchungsbögen betrifft den gesamten
Untersuchungs-Zeitraum. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen war der Motivationsgrund häufiger ein ästhetischer als ein funktioneller. In unserem Patientengut zeigt sich, dass die Art der Motivation signifikant mit dem Alter korreliert. Diskussion: Eingriffe im Gesicht bedeuten immer auch Eingriffe in die Ästhetik, Harmonie
und Balance eines Gesichtes. Patienten bei denen die Gesichtsproportionen nicht in den Normbereich fallen, leiden daher häufig unter diesem "Anderssein". Gleichzeitig besteht bei dentofacialen Anomalien auch ein funktionelles Problem. Funktion und Ästhetik spielen dabei eine gleichwertige Rolle. Anders als in anderen Publikationen überwiegt in unserem Patientengut der Wunsch nach ästhetischer Verbesserung gegenüber den funktionellen Bedürfnissen. Dies ändert sich jedoch altersabhängig. Zusammenfassung: Im Gegensatz zu anderen Studien findet sich in unserem Patientengut,
dass das Alter der PatientInnen eine entscheidende Rolle bei der Motivation zur Operation Die Transversale in der orthognathen Chirurgie-eine Nachuntersuchung an hundert Patienten. Autor: Rippel C
Co-Autor: Brandtner C, Schachner P., Trießnig R., Gaggl A.
Institut: Uni.-Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Müllner Hauptstr. 48, 5020 Salzburg, Österreich
Email: c.rippel@salk.at
Einleitung: An der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Salzburg
werden seit über einem Jahrzehnt Oberkieferzahnbögen in der orthognathen Chirurgie verbreitert. In einer retrospektiven Studie wird die Langzeitstabilität dieser Zahnbogenverbreiterung überprüft. Material und Methode: Anhand einer Modellvermessung präoperativ, postoperativ und im
Nachuntersuchungszeitraum wird bei hundert Patienten mit transversaler Verbreiterung im Rahmen der orthognath-chirurgischen Behandlung die Langzeitstabilität nachuntersucht. Resultate: In einer Doppelconférence werden die Ergebnisse präsentiert und die Vor- und
Nachteile einer transversalen Zahnbogenverbreiterung erläutert. Kortikosteroidinstillation zur Therapie des zentralen Riesenzellgranuloms – ein Fallbericht Autor: C. Nell
Co-Autor: M. Riha, K. Pirklbauer, R. Ewers, C. Klug
Institut: MKG-Chirurgie, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: Das zentrale Riesenzellgranulom ist eine gutartige Läsion unklarer Genese,
welche vor allem in den zahntragenden Abschnitten des Gesichtsschädels auftritt. Traditionell wird ein chirurgisches Vorgehen mit Kürettage oder bei ausgedehnten Fällen die Resektion als Behandlungsmethode gewählt. Die rezente Literatur enthält aber vielversprechende Ansätze für konservative Therapieoptionen. Unter anderem werden Kortikosteroide, Calcitonin und alpha-Interferon angewandt. Wir berichten über die erfolgreiche Therapie einer ausgedehnten Läsion durch wiederholte Kortikosteroidinstillation. Material und Methode: Eine 34jährigePatientin mit einer leicht schmerzhaften
Raumforderung im Unterkiefer wird an unsere Ambulanz 2007 vom Zahnarzt zugewiesen. Sowohl ein OPTG als auch eine CT und weiters eine Probeexzision werden durchgeführt. Die Histologie ergibt die Diagnose zentrales Riesenzellgranulom. Daraufhin erfolgt die Instillation von Triamcinolonacetonid (Volon A® 10mg) und Lidocain (Xylanest® 0,5%) in gleichen Dosen einmal wöchentlich über sechs Wochen. Die CT-Kontrolle sechs Wochen später zeigte Größenkonstanz mit Zunahme der Sklerose. Der Patientin wurde daraufhin die Exstirpation mit Armierungsplatte empfohlen. Die Patientin lehnte die Operation ab. Nach 17 Monate wurde die Patientin erneut vorstellig. Bei der CT-Untersuchung zeigte sich eine deutliche Reossifizierung. Es wurde neuerlich zweimal Triamcinolonacetonid (Volon A® 10mg) und Lidocain (Xylanest® 0,5%) in einem Verhältnis von 1:1 instilliert. In der CT von Juli 2010 zeigt sich eine zunehmende, jedoch noch inkomplette Remineralisierung, weshalb die Indikation zur Exkochleation gestellt wird. Resultate: Beim Exkochleationseingriff zeigt sich ein komplett durchgebauter Unterkiefer.
Aus dem Biopsat des Zentrums der ursprünglichen Läsion konnte kein zentrales Riesenzellgranulom mehr nachgewiesen werden. Dieser Fall zeigt die vollständige Remission eines ausgedehnten zentralen Riesenzellgranuloms durch Kortikosteroidinstillation nach einem Intervall von fast zwei Jahren. Diskussion: Bei der beschriebenen Läsion dieses Falles wäre infolge einer chirurgischen
Behandlungsmethode wohl eine ausgedehnte Defektsituation entstanden. Eventuell wäre sogar eine Unterkieferteilresektion erfolgt. Aufgrund der Op-Ablehnung durch die Patientin und das lange Behandlungsfenster von 17 Monaten konnte die Wirksamkeit der Kortikosteroidinstillation dokumentiert werden. Zusammenfassung: Durch die konservative Behandlung mit Kortikosteroiden kann eine komplette Remission erzielt werden. Allerdings zeigt unser Fall, dass ein Ansprechen auf diese Art der Therapie erst nach einem langen Zeitraum festgestellt werden kann. Wurzelspitzenresektionen im Unterkiefer-Molarenbereich – vorläufige Ergebnisse Autor: Hof Markus
Co-Autor: G.D. Strbac, D. Pichler, G. Watzek, W. Zechner
Institut: Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik
Kontakt: Sensengasse 2a, 1090 Wien, Österreich
Email: markus.hof@meduniwien.ac.at
Einleitung: Die konventionelle Wurzelspitzenresektion mit retrograder Füllung ist aufgrund
von anatomischen und patientenbezo- genen Besonderheiten nicht immer uneingeschränkt durchführbar. Hier ist die extrakorporale Wurzelspitzenresektion oft die einzige Alternative zur definitiven Extraktion (Dryden et al., 1994; Weine FS, 1980). Ziel dieser Studie ist die Evaluierung des längerfristigen Be- handlungserfolges extrakorporaler und konventioneller Wur- zelspitzenresektionen im Unterkiefer hinsichtlich Funktion und Ästhetik nach mindestens 12 Monaten bis maximal 120 Monate postoperativ. Material und Methode: 20 Patienten (8m/12w) mit 10 extrakorporalen und 10
konventionellen Wurzelspitzenresektionen wurden im Rahmen eines Recalls nachuntersucht. Radiologisch wurde der pe- riapicale Heilungszustand mittels Scanora-Panorama- und Kleinbildröntgen in Rechtwinkeltechnik erfasst (Abb.4), die klinische Untersuchung umfasste die Messung der parodon- talen Parameter (Taschentiefenmessung, Bleeding on Probing, Mobilität), sowie die Periotestmessung zur Stabilitätsmessung (Abb.5), die mit dem kontralateralen Zahn verglichen wurde. Anhand der klinischen und radiologischen Beurteilungskriterien wurde die Behandlung gemäß folgender Definitionen als Erfolg, als unsicher oder als Misserfolg bewertet: Erfolg: klinisch unauffälliger und symptomloser Befund mit radiologisch als geheilt beurteilten apikalen Strukturen. Unsicher: klinisch unauffälliger und symptomloser Befund mit radiologisch als verkleinerter, jedoch nicht als geheilt interpretierter apikaler Läsion. Misserfolg: klinisch auffälliger Befund oder Symptomatik oder radiologisch fehlender Heilung bzw. Vergrößerung der apikalen Läsion. Resultate:
nachuntersuchten Wurzelspitzenresektion) bei einer durchschnittlichen Beobachtungsdauer von 5,8 Jahren (Minimum: 3 Jahre, Maxi- mum: 10 Jahre) betrug die Überlebensrate 90% bei den kon- ventionell resezierten Zähne (n=9) und 70% der extrakorporal resezierten Zähnen (n=7). Die Erfolgsrate der extrakorporalen Wurzelspitzenresektionen mit intentioneller Replantation, gemessen an den genannten Erfolgskriterien, betrug 60% bei den konventionellen und 70% bei den extrakorporalen Wurzelspitzenresektionen. Hinsichtlich der Stabilität lieferten die Periotestmessungen (Mittelwert: 2,02 +/- 3,77 SD) bei klinisch und radiologisch unauffälligen Zähnen vergleichbare Werte verglichen mit den kontralateralen Zähnen, bei diagnostizierten Misserfolgen wurden deutlich schlechtere Periotest-Ergebnisse gemessen. Diskussion: Die extrakorporale Wurzelspitzenresektion bei Unterkiefermolaren stellt eine
Behandlungsalternative Wurzelspitzenresektion dar, wenn eine konventionelle Wurzelspitzenresektion aus anatomischen oder patientenseitigen Gründen nicht möglich ist. Zusammenfassung: Die Erfolgsrate der extrakorporalen Wurzelspitzenresektionen mit
intentioneller Replantation ist durchaus mit der konventionellen Wurzelspitzenresektionen Impact of Implant Length on Implant Failure: a Meta-analysis Autor: Bernhard Pommer
Co-Autor: S. Frantal, J. Willer, M. Posch, G. Tepper, G. Watzek
Institut: Abteilung für Orale Chirurgie, Medizinische Universität Wien
Kontakt: Währingerstr. 25A, A-1090 Wien, Österreich
Einleitung: Short dental implants provide a therapeutic alternative to supplementary bone
augmentation procedures in patients with limited bone volume. Material und Methode: To test the hypothesis of no difference in failure rates of short
(under 10 mm in length) and longer implants, a meta-analysis was performed on non- randomized prospective clinical trials. Having additional data supplied by the authors, 54 publications were included (19,236 implants). Resultate: The overall failure rate was 1.8% after the first year of prosthetic loading. Short
implants showed a significantly higher failure rate compared to longer implants (OR = 1.9, 95% CI = [1.4, 2.6]). A significant impact of implant length was observed in the anterior (OR = 6.1) and posterior (OR = 3.0) maxilla, while no effect could be seen in the anterior and posterior mandible. Rough-surfaced implants demonstrated significantly lower failure rates than machined implants (OR = 3.6), while no significant influence of implant diameter could be substantiated. Diskussion: While short implants did not show increased failure rates in the mandible, the
present meta-analysis suggests that implants under 10 mm in length represent a risk factor for implant failure in the maxilla. Zusammenfassung: The use of short implants should be guided by the intraoral location.
Implant diameter increase can not compensate for length reduction. Heat progression in human bone caused by trephine osteotomies Autor: Christoph Arnhart
Co-Autor: B. Pommer, E. Unger, T.Bernhart, G. Watzek, G. Watzak
Institut: BGZMK/ Orale Chirurgie
Kontakt: Währingerstrasse 25A, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: Trephine osteotomies (TO) may cause rise in local temperature due to friction.
Thermal injury of bone causes cell necrosis and protein denaturation delaying local regenerative capacity. In order to assess the influence of drilling depth, drill diameter and drill wear during TO thermal changes were monitored in this in vitro model. Further the impact of a supplementary internal irrigation system was examined. Material und Methode: Overall 400 TO (STOMA® trephines 5/6 and 8/9 diameter) were
realized to a depth of 6mm in 10 unfixed human calvarias by a standardized procedure applying a constant force of 37 N and a rotation speed of 2000 rpm. Test group consisted of technically modified trephines with an additional internal cooling system. For control standard trephines with a conventional external irrigation system were used. Temperature was recorded on surface and in a depth of 2, 4 and 6 mm by a 4-canal-thermocouple placed in a vertical canal drilled 1 mm adjacent to the drilling site. Resultate: A depth dependent rise in temperature could be observed with a maximum at 4mm
(p<0.05). Drill diameter has no influence on bone heating (p>0.05). Diameter size 8/9 accomplishes the cutting procedure twice as long as size 5/6 (p<0.05). Worn trephines cause higher temperatures (∆T=14.44°C vs. 12.14°C) (p<0.05). Modified 8/9 trephines produce less heat than the standard 8/9 trephines (∆T=11.87±5.86 °C vs. 14.38±4.5 °C) (p<0.05) though their drilling time is longer (p<0.05). Diskussion: The approved level for heat induced bone tissue injury is represented by the
temperature threshold of 47 °C for one minute or longer (Eriksson & Albrektsson 1984, Eriksson & Albrektsson 1983, Eriksson, et al. 1982). In case of bone machining friction determines thermal properties. The quantity of temperature progression depends on physical parameters like drill geometry, grinding pressure, rotational speed, drilling time and local tissue morphology (Chacon, et al. 2006, Sharawy, et al. 2002, Tehemar 1999). Even though the main part of temperature rise is affected by the irrigation system (Sener, et al. 2009, Benington, et al. 2002). Zusammenfassung: Overall trephine osteotomies cause extensive rise in temperature and
therefore are at risk to compromise bone turnover activity. The use of a supplementary internal irrigation significantly reduces bone heating in case of using large diameter trephines. Drill wear out significantly leads to more heat production. Large diameter trephines need nearly twice as long as narrow to accomplish the cutting procedure. Effekt der Vitamin D Supplementierung auf die Osseointegration im Rattenmodell Autor: Dvorak Gabriella
Co-Autor: Reinhard Gruber
Kontakt: Währingerstrasse 25a, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: Derzeit liegen keine Studien vor, welche die knöcherne Einheilung von
Titanimplantaten, genannt „Osseointegration", unter dem Einfluss von Vitamin D Verabreichung im defizienten Rattenmodell. Vitamin-D3 sorgt für die Einlagerung von Calcium und ist somit für die Stabilität der Knochen mitverantwortlich. Versuchsziel ist es, den Effekt von Vitamin D Mangel, sowie die Supplementation von Vitamin D nach Restriktion auf die Implantateinheilung in der Ratte zu ermitteln. Da ein Großteil der Bevölkerung einen Vitamin D Mangel hat, lässt sich eine Auswirkung auf die Osseointegration und Knochenheilung nicht ausschließen. Aufgrund der mangelnden Daten zu Vitamin D und Knochenregeneration, erscheint dieses Thema als klinisch höchst relevant. Material und Methode: Zur Durchführung dieser Studie sind folgende Maßnahmen geplant:
45 Ratten werden in drei Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe (n=16) ist Vitamin D defizient induziert durch nutritive Restriktion für 8 Wochen (Vitamin D freies Futter, SSNIFF, Deutschland). Die zweite Gruppe (n=16) besteht aus Vitamin D supplementierten Ratten für 2 Wochen (Vit D 2400 IE/kg Futter, SSNIFF, Deutschland) nach 6 wöchiger Vitamin D Restriktion, und die dritte Gruppe dient als Kontrollgruppe (n=15) (Vit D 2400 IE/kg Futter). Jeweils 2 Titanimplantate (1 mm Durchmesser, 3 mm Länge) werden in die Tibia gesetzt und das Futterschema für 4 Wochen fortgeführt. Die Vitamin D Serum Spiegel sowie eine etwaige Hyperkalzämie, durch erhöhte Parathormonwerte, werden mittels Blutabnahme am Tag der Implantation und am Tag vor der Opferung nachgewiesen. Das Ausmaß der Osseointegration wird mittels Histomorphometrie am Dünnschliffpräparat bestimmt. Sowie die dynamischen Mineralisationsparameter anhand einer Fluorochrom Markierung zwei, respektive drei Wochen nach Implantation. Resultate: Immunhistochemisch konnten Vitamin D Rezeptoren sowohl im Zahn,
Zahnhalteapparat histomorphometrische Auswertung ist kurz vor Abschluss, derzeit gibt es nur Hinweise auf eine positive Auswirkung der Vitamin D Supplementierung. Diskussion: Je nach Sonneneinstrahlung, geographischer Lage, Ernährungsgewohnheiten,
und Bevölkerungsgruppe fällt der Vitamin-D Serum Spiegel im Blut in Bereiche, bei denen man von einem Vitamin-D-Mangel ausgehen muss. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel prädisponiert für eine Reihe von Krankheiten. Ab einer Serumkonzentration von unter 25 ng/ml kompensiert der Körper die mangelnde Vitamin-D-Wirkung auf den Calciumhaushalt mit einer erhöhten Parathormon Ausschüttung. Etwa eine Milliarde der Weltbevölkerung hat einen Vitamin-D-Mangel, mit einem Anteil von 40-100% bei der älteren Bevölkerung in den USA und Europa. Dies ist vergleichbar mit einer rezenten Studie, die eine Prävalenz von etwa einem Viertel der gesunden österreichischen Bevölkerung, angibt. Eine nicht optimale Vitamin D Versorgung führt zu einer eingeschränkten Knochenregenerationskapazität. Da der Prozess der Implantateinheilung, durch eine suboptimale Versorgung mit Vitamin D beeinträchtigt sein könnte, muss gerade bei älteren Patienten mit Implantatwunsch an einen Vitamin D Mangel gedacht werden. Trotz der jüngsten Empfehlung, Vitamin D peri-operativ bei oralchirurgischen Eingriffen zu verabreichen, gibt es bislang keine Studie die eine Supplementierung rechtfertigt. Daher ist es von Bedeutung die Wirkung von Vitamin D auf die Osseointegration zu evaluieren. Ziel dieser Studie ist es die Auswirkung eines nutritiv induzierten Vitamin D Mangels auf die Osseointegration anhand der Ratte zu erforschen. Weiters die Evaluierung einer möglichen Förderung der Knochenregeneration, durch Verabreichung von Vitamin D mit der Nahrung, nach vorangegangenem Mangel. Die Tibia Titanschraube im Rattenmodell, ermöglicht eine detaillierte Analyse der Osseointegration durch Vermessung der histologischen Schliffe. Die Vitamin D defiziente Ratte ist ein etabliertes Modell. Eine Vitamin D Verabreichung hat sich bei der Frakturheilung in 18 Monate alten Ratten bewährt, und führte zu einer Steigerung der mechanischen Stabilität. Zusammenfassung: Der Mangel an Vitamin D beeinflusst den Prozess der Osseointegration
von Titanimplantaten negativ. Diese beeinträchtige Knochenregeneration kann durch eine Verabreichung von Vitamin D, zu einer Verbesserung und Beschleunigung der Einheilung von Titanimplantaten führen. Chirurgie, Prothetik und Zahntechniker – komplexe Situationen gemeinsam gelöst Autor: Peter Kapeller
Co-Autor: R. Koehnke (2), W. Burger (1), R. Hölbl (1), O. Ploder (2)
Institut: Praxis Bregenz (1), Abteilung für MKG-Chiurgie Akdaemisches Lehrkrankenhaus
Kontakt: Rathausstr. 2, 6900 Bregenz, Österreich
Email: peter@zahnarzt-kapeller.at
Einleitung: Die Aufgaben, die ein niedergelassener Zahnarzt heute zu bewältigen hat, werden
immer komplexer. Die Entwicklungen in den einzelner Fachdisziplinen setzen ein fundiertes Fortbildungsengagement voraus. Die Begehrlichkeiten der Patienten nehmen zu. der einzelne Praktiker ist mit den komplexen Herausforderungen oft überfordert und nicht selten heißt es dann, dass eine Therapieoption nicht möglich ist. Material und Methode: Anhand von drei Fallbeispielen soll gezeigt werden, dass bei
entsprechender Kommunikation, Planung und Zielsetzung auch sehr komplexe chirurgisch- prothetische Fälle in der Praxis gelöst werden können. Nach schwerer Parodontitis sind oft ausgeprägte Knochen- und Weichgewebsdefekte vorhanden, die eine rein prothetisch- ästhetische Rekonstruktion im Frontzahnbereich unmöglich machen. Im ersten Beispiel wird der Ablauf einer Teamarbeit bei einer aufwendigen implantologischen Lösung demonstriert. Nach Augmentation mit vertikaler Distraktion, lateraler Blockaugmentation und Sinusbodenelevation wurde eine festsitzende implantologische Versorgung durchgeführt. Im zweiten Beispiel wird die Zusammenarbeit bei einem Patienten mit Dysgnathie (maxilläre Retrognathie und dentale Klasse III) und prothetischer Versorgung mit Kronen- und Brückentechnik demonstriert. Durch die kombinierte Behandlung (orthognathe Korrektur und Prothetik) konnte eine Verbesserung der Ästhetik (Profil und Front) und der Funktion ermöglicht werden. Im dritten Beispiel wird die Zusammenarbeit bei einer prothetischen Versorgung eines Patienten mit einer LKG-Spalte demonstriert. Diskussion: Anhand von drei klinischen Beispielen wird der optimale Dialog zwischen
Chirurgie, Zahnheilkunde und Zahntechnik dargestellt. Diese Beispiele sollen für niedergelassene Kollegen den Anreiz bieten, komplexere Situationen im Team zu planen und Wie verhalten sich mesenchymale Stromazellen in einem 3D-Tissue Engineering- Knochenkonstrukt? Autor: Ralf Smeets
Co-Autor: Marco Blessmann, Sabrina Baden, Dieter Riediger, Max Heiland
Institut: Zahn-, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum
Kontakt: Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, BRD
Email: rasmeets@ukaachen.de
Einleitung: Zielsetzung der Arbeit war die Erarbeitung der Grundlagen zur Entwicklung
eines dreidimensionalen Knochenäquivalents, das für die Behandlung von Knochendefekten im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgi. Der Einfluss der Dreidimensionalität eines Konstruktes zur Knochenregeneration bestehend aus einem textilen Träger und Knochenersatzmaterialien (KEM) auf die Proliferation und die osteogene Differenzierung mesenchymaler Stromazellen (MSC) sollte analysiert werden. Material und Methode: Hierfür wurden MSCs für 21 Tage in einem 3D-Konstrukt,
bestehend aus einem KEM (Cerasorb® M, Ostim®, Fortoss VitalTM, Tricos®, Nanobone®, BioOss®, OsteoBiol®mp3), Fibringel und einem textilen PLLA-Träger, kultiviert. Gemessen wurden Proliferation, Zytotoxizität, alkalische Phosphataseaktivität und Genexpression verschiedener Knochenmarkergene (PCR) über den Untersuchungszeitraum. Außerdem erfolgte eine immunhistochemische Analyse osteogener Markerproteine. Resultate: Dabei zeigte sich, dass im 3D-Konstrukt die Zellzahl bereits ab dem 14. Tag
absinkt. Mittels Bestimmung der Alkalischen Phosphatase, der Genexpressionsanalyse und der immunhistochemischen Färbung konnte gezeigt werden, dass eine Differenzierung im 3D- Konstrukt verspätet einsetzt. Darüber hinaus stellte sich in dieser Arbeit heraus, dass die Auswahl des KEM nicht beeinflussend auf die Osteogenese der mesenchymalen Stromazellen wirkt. Eine osteogene Differenzierung konnte bei Verwendung von BioOss nachgewiesen werden. Für die KEMs Ostim, Cerasorb M und Fortoss VitalTM konnte mit zwei der drei Methoden eine osteogene Differenzierung nachgewiesen werden. Bei Ostim im 3D-Verbund wurde die höchste ALP-Konzentration gemessen. Es wurden jedoch keine Knochenmarkergene mittels PCR detektiert. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Verwendung von reinem ß-Trikalziumphosphat (Cerasorb M). Hier wurde ein ähnliches Ergebnis wie mit HA erzielt. Eine osteogene Differenzierung im Konstrukt mit Fortoss VitalTM konnte mit der Bestimmung der ALP-Konzentration und der Genexpressionsanalyse, nicht aber mit der immunhistochemischen Färbung, nachgewiesen werden. Diskussion: Abschließend kann man zusammenfassen, dass mesenchymale Stammzellen im
hergestellten 3D-Konstrukt nicht ihr Potenzial zur Differenzierung in Osteoblasten verlieren. Die Osteogenese tritt allerdings mit einer Zeitverzögerung von sieben Tagen ein. Hierbei ist es nicht entscheidend, ob Hydroxylapatit oder â-Trikalziumphosphat als Kalziumquelle Lipidsenker wie Oxysterol und Purmorphamin – Die Lösung eines Problems im Tissue engineering von Knochen? Autor: Ralf Smeets
Co-Autor: Marco Blessmann, Melanie Böbel, Dieter Riediger, Max Heiland
Institut: Klinik für Zahn-, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie,
Universitätsklinikum Aachen Kontakt: Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, BRD
Email: rasmeets@ukaachen.de
Einleitung: Für altersbedingte Krankheiten, traumatische Knochenverletzungen sowie
Knochendefekte, die auf parodontale Erkrankungen, genetische Konditionen oder Tumoren zurückzuführen sind, könnten stammzell-basierte Therapieansätze eine Alternative zu heutigen Behandlungsstandards darstellen. Die Generierung von Knochengewebe erfordert eine hohe Anzahl Zellen, die osteogen differenzieren können. Aufgrund ihrer Proliferationskapazität sowie ihrer Multipotenz scheinen mesenchymale Stammzellen (MSC) für die Konstruktion biotechnologisch hergestellten Knochengewebes als besonders geeignet. Zielsetzung war daher die Optimierung der osteogenen Differenzierung von MSC in vitro, mit dem Ziel einer beschleunigten Transplantation (kürzere Zeitperiode in vitro) der vordifferenzierten MSC für die Knochenregeneration. Material und Methode: MSC wurden aus Femurknochen von Ratten isoliert, kultiviert und
osteogen differenziert. Die Effizienz der osteogenen Differenzierung wurde im Vergleich mit der klassischen Methode nach Pittenger et al. (1999) untersucht. Als Zusätze wurden jeweils Purmorphamin, Fluvastatin, Lovastatin und Hydroxycholesterole verwendet. Die osteogene Differenzierung wurde mittels Bestimmung der alkalischen Phosphataseaktivität, Quantifizierung der Mineralablagerungen (nach Gregory et al. 2004) und semiquantitativer RT-PCR Analyse von Knochenmarkergenen (Kollagen Typ 1, Osteocalcin und Oteopontin) Resultate: Die Differenzierungsansätze hatten keinen Einfluss auf die Proliferation der MSC.
Nach der Differenzierung zeigte sich durch eine Alizarin Red S Färbung, dass sowohl die Zugabe von Oxysterolen wie auch von Purmorphamin die Bildung von Mineralablagerungen deutlich beschleunigt. Bereits nach 7 Tagen war die Mineralablagerung so stark ausgeprägt, wie es bei klassischer Differenzierung erst nach 21 Tagen auftritt. Bei der Expressionsanalyse der Knochenmarkergene zeigte sich, dass sowohl der Zusatz von Purmorphamin als auch von Oxysterolen die Expression der für die Osteogenese wichtigen Marker, früher und in größerer Menge induzierten, als dies bei Kultivierung mit klassischen Medium allein der Fall war. Diskussion: Durch die Auswahl verschiedener Zusätze konnte die osteogene Differenzierung
von MSC beschleunigt werden. Es konnte gezeigt werden, dass jeweils Purmorphamin und Oxysterol zusammen mit dem klassischen Standardmedium bei Ratten-MSC die osteogene Differenzierung beschleunigt. Die Ergebnisse rechtfertigen, beide Zusätze als therapeutisch wirksame Agenzien zur Steigerung der osteogenen Differenzierung von MSC im Rahmen einer stammzell-basierten Strategie zur osteogenen Regeneration zu testen. Use of demineralized bone matrix "DBX ®" in the fillig of bone defects in region maxilomandibular Autor: F. Mayorga
Co-Autor: Rodriguez Berart P., Herce J., Tofe A., Coello Ja, Lledo El, El Khouri L.
Institut: Hu Virgen Macarena Sevilla
Kontakt Dr. Fredriani 3, 41009 Sevilla, Spanien
Email: fmayorgaj@gmail.com
Einleitung: Demineralized bone matrix "DBX ®" is a substitute for cancellous bone, which
can be used in the reconstruction of bone defects in maxillofacial region. The objective was evaluate the possible complications arising from the use of "DBX ®" and present our protocol for using DBX ® Material und Methode: Prospective study of patients in which DBX ® was used as fill
material in maxillomandibular bone defects. Patients data are studied, the indication for surgery, months of follow up, quantity of "DBX ®, complications and comparisons with other bone fillers . It was an assessment of clinical and radiographic complications by panoramic radiograph of the patients. The results were compared with the results found in the literature. Resultate: 32 patients, 20 men and 12 women, aged (15 to 68años) with a mean age of 37
years and a follow-up period of two years (January 2008-January 2010), in which was used different quantity of DBX ® (1 cc-8 cc) with an average of 1.7cc, for different filling bone defects as those produced by 6 tooth extractions, 14 root cysts, 4 follicular cysts, 3 cysts in the maxilla and mandible, a mandibular fibroma, a maxillary atrophy with a mandibular graft, one giant mandibular ameloblastoma and one nasoalveolar cyst. No complications (infection, rejection, discomfort) have been observed during the follow-up period. Diskussion: Many substances have been used for filling bone cavities in the jaw bone.The
demineralized bone matrix is one of them and the results we have obtained are quite favorable Zusammenfassung: The use of demineralized bone matrix DBX ® may be useful in the
treatment of bone defect fill in the maxillomandibular region. Zugangsalternative Autor: Jan-Thomas Krause
Co-Autor: Meckfessel,S., Bormann,K.-H., Rücker,M., Gellrich,N.-C.
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Einleitung: Aufgrund der Weiterentwicklung der verschiedenen Implantatsysteme erweitert
sich der Indikationsbereich stetig und so wird auch zunehmend im atrophen Oberkieferseitenzahnbereich implantiert. Die Techniken des internen und externen Sinuslifts sind hier standardisierte Verfahren zur Knochenaugmentation. Im Folgenden berichten wir über eine Methode, bei der der operative Zugang für den externen Sinuslift einzig mittels Bonescraper anstelle eines rotierenden Instrumentes durchgeführt wird. Material und Methode: Nach ausführlicher klinischer und röntgenologischer Diagnostik
wird die Restknochenhöhe im Operationsgebiet ermittelt. Mittels eines Rasparatoriums wird das Weichgewebe abgelöst, der Alveolarkamm und die vestibuläre knöcherne Begrenzung der Kieferhöhle dargestellt. Das Knochenfenster wird nun ausschließlich mittels Bonescraper angelegt. Der so gewonnene autogene vitale Knochen wird im Auffangbehälter gelagert und enthält alle für die spätere Einheilung relevanten Leitstrukturen. Nun wird mittels Sinusliftinstrumenten die Schneider'sche Membran abgelöst. Dieser Hohlraum wird nun mit dem Knochen, der durch das Anlegen des vestibulären Knochenfensters angefallenen ist und nicht verworfen wurde, exakt aufgefüllt und verfugt. Um das Einwachsen von Bindegewebe zu verhindern, wird das Sinusliftfenster mit einer Kollagenmembran abgedeckt, das Weichgewebe reponiert, und das Wundgebiet einschichtig vernäht. Zusammenfassung: Die Implantatinsertion ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe in
der Zahnheilkunde und in der Allgemeinzahnarztpraxis. Daher nimmt die Anzahl der durchgeführten Knochenaugmentationen und damit des Sinuslifts fortlaufend zu. Das Anlegen des Knochenfensters mittels Bonescraper bietet den großen Vorteil des autogenen Knochengewinns. Somit wird kein vitaler und biologisch adäquater Knochen verworfen. Der auf diese Weise gewonnene Knochen wird direkt im selben Eingriff für den externen Sinuslift, das Verfugen des präparierten Hohlraumes zwischen Kieferkamm und Schneider'scher Membran verwendet. Somit erübrigt sich auch die Benutzung von Knochenersatzmaterial bei diesem Vorgehen. Die Sandwichosteotomie - Eine Technik zur Knochenaugmentation im atrophierten Autor: Sandra Meckfessel
Co-Autor: Bormann,K.-H.; Krause,J.-T.; Rücker,M.; Gellrich, N.-C.
Institut: MKG, Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str.1, 30625 Hannover, Deutschland
Einleitung: Die Sandwichosteotomie ist eine Technik zur Knochenaugmentation im
unbezahnten atrophierten Unterkiefer, welche eine Zunahme der vertikalen sowie der transversalen Dimension erzielt, so dass sekundär eine Implantation möglich ist. In der Abteilung Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover wurde eine retrospektive Studie mit 27 Patienten ausgewertet, um den Dimensionsgewinn Sandwichosteotomie zu ermitteln. Material und Methode: Die retrospektive Studie wurde mit 27 Patienten und mit insgesamt
40 Sandwichosteotomien durchgeführt. Die Indikationsstellung wurde anhand eines Volumendatensatzes gestellt und zwar bei einer Knochenhöhe < acht Millimeter und/oder einer Knochenbreite < 5 Millimeter. Post-operative Kontrollen wurden an Tag 10, 42 und 84 durchgeführt. Die vertikale und horizontale Dimensionsveränderung wurde durch Vergleich eines prä-operativen und eines post-operativen Volumendatensatzes erhoben. Resultate: Bei 18 Patienten war der Heilungsverlauf komplikationslos. Sechs Patienten
wiesen eine temporäre Gefühlsstörung im Bereich der Unterlippe auf. Bei drei Patienten kam es postoperativ zu komplikationslosen Wunddehiszenzen. Der Gewinn an Knochen in der vertikalen Dimension lag zwischen 0,5 und 12 mm (Mittel 3,41±2,76 mm), in der transversalen Dimension zwischen 0,2 und 8,5 mm (Mittel 2,93±1,97 mm). Alle geplanten 88 Implantate konnten zwölf Wochen nach der Augmentation inseriert werden und waren zum Zeitpunkt der Datenerhebung komplikationslos in situ. Diskussion: Die Sandwichosteotomie hat den Vorteil, dass hierdurch im
Unterkieferseitenzahnbereich nicht nur eine Zunahme der vertikalen, sondern auch der transversalen Dimension erzielt werden kann. Des Weiteren handelt es sich bei der Alveolarfortsatzknochen dieser Position und nicht um ein Knochentransplantat. Zusammenfassung: Die Sandwichosteoplastik bietet einen Projektionsgewinn in vertikaler
und transversaler Dimension und ermöglicht eine Implantation 12 Wochen nach IL-1 Polymorphismus und Periimplantitis Autor: Heike Kloppenburg
Co-Autor: Bormann KH, von See C, Z'graggen M, Kokemüller H, Rücker M, Gellrich NC.
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Einleitung: Bei der entzündlichen Erkrankung der Gewebe um osseointegrierte Implantate
wird zwischen einer periimplantären Mukositis und einer Periimplantitis unterschieden. Die periimplantäre Mukositis stellt eine reversible Entzündung der das Implantat umgebenden Weichgewebe dar, während es bei der Periimplantitis zusätzlich zu einem progressiven Knochenverlust um das osseointegrierte Implantat kommt. Der wichtigste ätiologische Faktor für eine solche Periimplantitis mit Knochenabbau ist die Biofilmakkumulation und die damit verbundene entzündliche Erkrankung der Gewebe um osseointegrierte Implantate. Die vorliegende Arbeit soll eine Literaturübersicht über einen möglichen Zusammenhang IL-1 Polymorphismus und Periimplantitis darstellen Material und Methode: Für diese Arbeit wurden Recherchen in den Literaturdatenbanken
Pubmed und Web of Knowlege durchgeführt. Dabei wurde in 3 Durchgängen mit den Begriffen: „ peri implantitis il-1", „dental implants il-1", „dental implants peri implantitis il- 1" sowie „interleukin peri implantitis" gesucht. Sie ergaben insgesamt 31einschlägige Artikel. Resultate: Von diesen kommen 4 Autorengruppen zu dem Ergebnis, dass kein
Zusammenhang zwischen dem IL-1 Polymorphismus und Periimplantitis besteht. In mehreren Artikeln wird wiederum der IL-1 Polymorphismus mit dem progressiven periimplantären Knochenverlust in Verbindung gebracht. Andere Arbeiten belegen, dass in der Sulkusflüssigkeit (GCF) entzündeter Implantate die Entzündungsmediatoren aber auch IL-1β auffällig erhöht waren. Diskussion: Etliche Studien dokumentieren, dass der IL-1 Polymorphismus nicht allein als
Risikofaktor für den periimplantären Knochenabbau angesehen werden kann. Allerdings weist der IL-1 Polymorphismus in Verbindung mit einem gesteigerten Zigarettenkonsum eine grosse Assoziation zu periimplantärem Knochenverlust auf. Zusammenfassung: Es bedarf noch weiterer Studien, um mögliche Zusammenhänge
zwischen IL-1 Polymorphismus und Periimplantitis zu belegen. Maxillomandibuläre Schlafapnoesyndroms - klinische Ergebnisse Autor: K. Pirklbauer
Co-Autor: G. Russmüller; C. Nell; K. Sinko; G. Millesi; R. Ewers; C. Klug
Institut: Universitätsklinik für MKG Chirurgie, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Einleitung: Das Obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist durch wiederholte
Obstruktionen der oberen Atemwege charakterisiert, die durch Erschlaffung der pharyngealen Muskulatur und folgendem Kollaps des Weichgewebes entstehen. Kardinalsymptome sind Schnarchen, erhöhte Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung. Neben dem erhöhten Risiko für Verkehrs- und Arbeitsunfälle kann langfristig erhöhte kardiovaskuläre Morbidität resultieren. Bei den chirurgischen Behandlungsoptionen gilt das Maxillomandibuläre Advancement (MMA) als die erfolgreichste Therapie. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Präsentation der eigenen klinischen Resultate. Material und Methode: Seit 2005 wird das MMA an der Universitätsklinik für Mund- Kiefer
– und Gesichtschirurgie im AKH Wien bei OSAS Patienten, die eine Überdruckbeatmung (CPAP) ablehnen oder diese erfolglos ist, durchgeführt. Zur Evaluierung des Erfolges der Operation wird bei allen Patienten eine Schlaflaboruntersuchung ungefähr sechs Monate nach der Operation veranlasst. Als Hauptparameter wird der Apnoe- Hypopnoeindex (AHI) verwendet. Zusätzlich werden die subjektiven Veränderungen durch individuelle Fragebögen, sowie dem Epworth Sleepiness Scale (ESS) untersucht. Die postoperative Fernröntgenanalyse zeigt das Ausmaß der skelettalen Vorverlagerung, sowie die Erweiterung des posterior airway Resultate: Bisher liegen von fünf Patienten mit mittleren bis schweren OSAS (AHI 15- 84/h)
prä- und postoperative Schlaflabordaten vor. Durch das MMA wurde eine durchschnittliche Ober- und Unterkiefervorverlagerung von 6,6 und 11, 4 mm erreicht. Vier von fünf Patienten erzielten nach der Operation AHI Werte ≤13/h, dabei wurde der AHI durchschnittlich um 78% reduziert. Bei einem Patienten mit obstruktiven und zentralen Apnoephasen wurde der AHI nur von 84/h auf 71/ h gesenkt, subjektiv gab dieser Patient nach der Operation trotzdem eine Besserung der Tagesmüdigkeit an. Der ESS zeigte generell eine Reduktion der Einschlafneigung am Tag. Die Fragebögen über die subjektiven Veränderungen durch das MMA lieferten ebenfalls überwiegend positive Resultate. Diskussion: Vor allem Patienten mit engen PAS und reinem OSAS profitieren vom MMA.
Eine Vorverlagerung des Unterkiefers um ca. 10 mm sollte durchgeführt werden um eine ausreichende Erweiterung der Atemwege zu erzielen. Bei Bewertung der postoperativen Schlaflabordaten anhand der in der Literatur üblichen Erfolgskriterien, ergibt sich bei unserem bisherigen Patientenkollektiv eine Erfolgsrate von 80%. Zusammenfassung: An unserer Institution wird das MMA bei folgenden Indikationen
angewandt: mittel- bis schwergradiges OSAS, enger PAS, subjektiver Leidensdruck und Ablehnung oder nicht ausreichende Effizienz der CPAP Therapie. Spontanes Mundbodenhämatom bei chronischer Intoxikation mit Phenprocoumon (Marcumar®). Ein Fallbericht Autor: Kai Wolfgang Wagner
Co-Autor: Pit Jacob Voss, Otto Fakler, Rainer Schmelzeisen
Institut: Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Freiburg
Kontakt: Hugstetter Straße 55, D-79106 Freiburg, Deutschland
Einleitung: Die orale Antikoagulantientherapie mit Phenprocoumon (Marcumar®) ist eine
verbreitete medikamentöse Dauertherapie zur Thromboseprophylaxe. Die Indikation wird bei Zustand nach Herzklappenersatz, künstlichen Gefäßbypässen, Herzunterstützungssystemen und bei bestimmten Herzrhythmusstörungen gestellt. Weiterhin wird es zur Prophylaxe peripherer venöser Thrombosen und Lungenembolien eingesetzt. Der Grad der Antikoagulation wird mit der Prothrombin-Thromboplastin-Zeit (Quick-Wert) bzw. deren logarithmischem Ausdruck INR (international normalized ratio) wiedergegeben. Der therapeutische Bereich liegt in der Regel zwischen INR 2,0-3,5. Material und Methode: Fallbericht: Eine 90-jährige Frau wurde unserer Klinik mit einer seit
einem Tag zunehmenden Mundbodenschwellung mit einhergehender Atemnot überwiesen. Klinisch zeigte sich ein ausgeprägtes Mundbodenhämatom mit Anhebung des Zungenkörpers. Ein Trauma war nicht erinnerlich. Es bestanden weitere Hämatome an Armen, Hand- und Kniegelenken. Die Patientin war bei Herzrhythmusstörungen mit Phenprocoumon antikoaguliert. In der laborchemischen Untersuchung lag der Quickwert zum Aufnahmezeitpunkt mit <10% (INR >6) im nicht mehr messbaren Bereich. Resultate: Wir verabreichten Vitamin K1 (Konakion®) intravenös zur Anhebung des Quick-
Wertes/der INR. Unter abschwellenden Maßnahmen bildete sich das Mundbodenhämatom allmählich zurück. Eine zunächst vorgesehene notfallmäßige Tracheotomie konnte zurückgestellt werden. Neurologisch war die Patientin allzeit unauffällig. Im angefertigten CCT fand sich kein Nachweis einer intrakraniellen Blutung. Diskussion: Quickwert-/INR-Entgleisungen sind eine mögliche Komplikation bei der oralen
Antikoagulation mit Marcumar. Häufig manifestieren sich Hämatome an Extremitäten oder in Gelenken. Weiterhin kann es zu intrakraniellen Blutungen mit der Möglichkeit schwerster neurologischer Komplikationen kommen. Spontane Mundbodenhämatome sind relativ selten, stellen aber bei Möglichkeit einer Atemwegsverlegung eine ernste Komplikation dar. Zusammenfassung: Die eingeschlagene Therapie fokusierte sich im aktuellen Fall auf
respiratorische Kontrolle, Quickwertanhebung und abschwellende Maßnahmen. Die Patientin konnte nach sieben Tagen in gutem Allgemeinzustand und vollständig zurückgebildetem Lokalbefund aus unserer stationären Betreuung entlassen werden. stammzellbesiedelter Kompositgerüste Autor: Probst F.
Co-Autor: Otto S., Schwarz C., Cornelsen M., Saller M., Seitz H., Schieker M.
Institut: Experimentelle Chirurgie und Regenerative Medizin (ExperiMed) an der
Chirurgischen Klinik Innenstadt, Klinikum der LMU München Kontakt: Nussbaumstr. 20, 80336 München, Deutschland
Einleitung: Bezüglich der Regeneration ausgedehnter knöcherner Defekte, sogenannter
„critical size defects", im Kiefer-, Gesichts- und Schädelbereich definiert immer noch die autologe Knochentransplantation den Goldstandard. Die Nachteile die damit assoziiert sind könnten durch Verfahren des Tissue Engineering aus dem Weg geräumt werden. Ziel war es die Durchführbarkeit der Rekonstruktion ausgedehnter Knochendefekte mittels individuell gefertigter stammzellbesiedelter Kompositgerüste zu untersuchen. Material und Methode: CT-Datensätze ausgedehnter knöcherner Defekte der Kiefer-
Gesichtsregion wurden in ein 3D-Bildverarbeitungsprogramm (Osirix) importiert und ein entsprechendes dreidimensionales Modell der gewünschten Leitschiene virtuell erstellt. Anschließend wurde durch 3D-Printing eine Kompositleitschiene aus Tricalciumphosphat mit infiltriertem Polyhydroxybutyrat (TCP-PHB) erstellt. Es folgte die Besiedelung der Gerüste mit humanen mesenchymalen Stammzellen und deren Differenzierung. Anschließend wurden die biomechanischen Eigenschaften der Gerüste untersucht. Zudem wurden Zellansiedlung, Zellproliferation und Zellüberleben (WST-assay, live-dead assays) ebenso wie der Sauerstoffgehalt innerhalb des Gerüstes evaluiert. Resultate: Die biomechanischen Eigenschaften konnten durch die Polymer-Infiltration
deutlich verbessert werden (589,4N ± 10N vs. 160,2N ± 10N). Das Zellüberleben betrug 84 ± 5 % (mean ± SD). Erste Resultate des WST-proliferationsassays weisen auf eine vielversprechende 3-fache Vermehrung von mesenchymaler Stammzellen über einen Zeitraum von 21 Tagen hin. Der Sauerstoffgehalt konnte, auch in den zentralen Bereichen der Scaffolds, als gut bezeichnet werden. Diskussion: Computergestützt gefertigte und mit mesenchymalen Stammzellen besiedelte
TCP-PHB-Leitschienen genügen biomechanischen und biologischen Anforderungen. Die CAD/CAM-Fertigung ermöglicht außerdem die genaue Wiederherstellung auch komplexer dreidimensionaler Strukturen. Zusammenfassung: CAD/CAM gefertigte stammzellbesiedelte Kompositgerüste bieten
einen vielversprechenden Ansatz zum Tissue Engineering im Kiefer-, Gesichts- und Schädelbereich. Infantile Hereditäre Systemische Hyalinose - Ein Fallbericht Autor: O. Haechl
Co-Autor: F.R. Kloss , M.Rasse
Institut: MKG Chirurgie Innsbruck
Kontakt: Anichstrasse 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: oliver.haechl@uki.at
Einleitung: Die infantile hereditäre sytemische Hyalinose ist eine sehr seltene, autosomal
rezessiv vererbte und progressiv verlaufende Krankheit des Kindesalters. Die Ätiologie der Krankheit ist weitgehend unbekannt. Kennzeichnend sind Ablagerungen von hyalinem Material in der papillären Dermis und anderen Geweben. Klinische Hauptmerkmale sind fortschreitende Gelenkkontrakturen mit bewegungsbedingten Schmerzen, hyperpigmentierte Flecken der Haut im Hand- und Fußgelenksbereich, perlenförmig verdickte Haut, perianale Knotenbildung, Enteropahien, rezidivierende Infekte, Zahnanomalien bzw. - fehlstellungen sowie eine mehr oder weniger ausgeprägte Zahnfleischhypertrophie des Ober- und Unterkiefers. In schweren Fällen können die Infekte bzw. Enteropathien mit massivem Eiweißverlust zum Tode des Patienten führen. Material und Methode: Anhand eines Fallbeispieles wird die kieferchirurgische Affektion
einer infantilen hereditären systemischen Hyalinose bezüglich Diagnoseerstellung, chirurgischer Therapie und Nachbehandlung dargestellt. Resultate: In unserem Fallbeispiel berichten wir über eine südtiroler Patientin, die im Alter
von 20 Monaten wegen einer progressiven Gingivahypertrophie des OK und UK an der Universitätsklinik für MKG Chirurgie in Innsbruck vorgestellt wurde. Anamnestisch konnte eine Spontangeburt in der 49 SSW. eruiert werden. Das Geburtsgewicht des Kindes betrug 2850 g, die Grösse 49 cm . Die beiden Elternteile sind als Cousins 3. Grades miteinander blutsverwandt. Bei keinem weiteren Verwandten sind Erbkrankeiten oder Missbildungen bekannt. Seit den ersten Lebenswochen zeigt die Patientin eine verminderte und schmerzhafte Beweglichkeit der oberen Extremitäten mit schmerzhaften Kontrakturen der großen Gelenke (insbesondere des Schulter- und Ellenbogengelenkes). Seit dem 4. Lebensmonat Auftreten von rosafarbenen bis dunkelroten Papeln an den Nasenflügelfurchen, unter der Columella, den Ohrmuscheln und perianal. Mit zunehmenden Lebensalter Ausbreitung und Verbreiterung der Papeln über den ganzen Körper. Trotz einer Retardierung der motorischen Entwicklung zeigt die Patientin eine normale Intelligenz mit guter Sprachentwicklung. Ein um den 18. Lebensmonat durchgeführte MR Untersuchung des Gehirns, ein Herz und Abdomen Ultraschall zeigen normale Resultate. Ab dem 15. Lebensmonat entwickelt die Patientin eine fortschreitende Zahnfleischhypertrophie des OK und UK wobei die Zähne kaum mehr ersichtlich sind. Die Nahrungsaufnahme, Zahnreinigung und die Sprachentwicklung sind erschwert. Im Zuge des stationären Aufenthaltes werden die Zahnfleischhypertrohien in Allgemeinnarkose mittels Elektroschlinge abgetragen und die Zähne fluoridiert. Diskussion: Bei der infantilen hereditären sytemischen Hyalinose handelt es sich um eine
äußerst seltene (etwa 70 Fälle weltweit beschrieben) Erbkrankheit, welche sich durch die Ablagerung von hyalinem Material in der Haut,Organen und der Muskulatur auszeichnet. Ebenso zeigen sich mehr oder weniger ausgeprägte Gingivahypertrophien des OK und UK. Therapeutisch lässt sich die Krankheit derzeit nur symptomatisch mittels Schmerztherapie, Physiotherapie, Abtragung der Haut- und Zahnfleischläsionen bzw. Ersatz von Eiweiß und Flüssigkeit durch Infusionen therapieren. Unbehandelt kann die Krankheit zum Tode führen. Zusammenfassung: Die infantile hereditäre systemische Hyalinose ist ein seltenes
Krankheitsbild des Kindesalters welches auch trotz Behandlung durch seine Progressivität meist zum Tode führt. Dreidimensionale Fixation von Gelenkfrakturen des Unterkiefers mit resorbierbaren Autor: M. Schneider
Co-Autor: U. Eckelt
Institut: Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Fetscherstrasse 74, 01307 Dresden, Deutschland
Einleitung: Der Einsatz von resorbierbaren Osteosynthesematerial ist gerade bei
Gelenkfortsatzfrakturen des Unterkiefers interessant. Grund der hohen Patienten-Akzeptanz ist vor allem die nicht mehr notwendige Entfernung des Osteosynthesematerials. Die prinzipiell geringe Stabilität der resorbierbaren Osteosynthese gegenüber konventionellen Materialien aus Titan oder Stahl erfordert allerdings ein technologisches Umdenken. Material und Methode: Bei mäßig bis stark dislozierten Gelenkfortsatzfrakturen an der
Basis und am Gelenkhals treten nach der Reposition intra- und postoperativ erhebliche Rückstellkräfte auf. Um diese zu kompensieren, wird vorgeschlagen, um den bereits reponierten Gelenkfortsatz ein resorbierbares Mesh aus ResorbX® (Fa. Martin, Tuttlingen) dreidimensional zu modellieren. Die im Wasserbad plastifizierte Meshplatte kann an einem sterilen Phantommodell zunächst primär konturiert werden. Folgend wird die Passung dann direkt am Knochen mittels spezieller Ultraschallansätze oder warmer Tupfern optimiert. Bereits mit Aushärtung der Meshplatte in situ ist die Fraktur körperlich gefasst und in korrekter Stellung fixiert. Abschließend wird die Osteosynthese mit Pins aus dem SonicWeld® System gegen Lageverschiebung gesichert. Resultate: Die auf diese alternative Weise hergestellten resorbierbaren Osteosynthesen
konnten bisher bei 5 Patienten erfolgreich eingesetzt werden. Es handelte sich um tiefe und mittelhohe nach medial und lateral dislozierte Gelenkfortsatzfrakturen. Im Rahmen der Röntgenkontrollen Wundheilungsstörungen oder die von resorbierbaren Materialien bekannten Schwellungen traten nicht auf. Diskussion: Die komplikationslose Einheilung von großen Mesh-Platten aus PolyD/L-Lactid,
die mit Pins aus dem SonicWeldRx®-System befestigt wurden, konnte schon in verschiedenen experimentellen Arbeiten und durch in vivo Studien nachgewiesen werden. Zusammenfassung: Die klinische Anwendung in der kraniofacialen Chirurgie und bei
Mittelgesichtschädelfrakturen gilt als etabliert. Mit der dreidimensionalen Fixation der Gelenkfrakturen konnte auch bei dieser Indikation eine Möglichkeit zur stabilen resorbierbaren Osteosynthese geschaffen werden. Mikrochirurgische Rekonstruktion des Gesichtes nach schwerem Schrotschusstrauma Autor: Gudewer, Eva
Co-Autor: Li, Lei
Institut: Klinikum Oldenburg
Kontakt: Rahel-Straus-Str. 10, 26133 Oldenburg, D
Einleitung: Gesichtsverletzungen durch Schrotwaffen können zu sehr ausgedehnten und
komplexen Defekten führen. Die funktionelle und ästhetische Rekonstruktion wird erst möglich, wenn die Vitalität der erhaltenen Gewebeanteile sicher ist. Techniken des mehrzeitigen mikrochirurgischen Gewebetransfers führen zu einer schrittweisen Rehabilitation des Patienten. Material und Methode: Am 08.10.2008 hatte sich ein 54jähriger Mann in suizidaler Absicht
mit einer Schrotflinte die linke Gesichtsseite weggeschossen. Der linke Unterkiefer war nicht mehr identifizierbar, die Wangenweichteile und der linke Mundwinkel fehlten, Jochbein, Orbitaboden und Oberkiefer waren zertrümmert, der N. fazialis zerfetzt. Anhand von Fotodokumentationen werden die Schritte der mehrzeitigen mikrochirurgischen und korrigierenden Rekonstruktionen dargestellt. 2 Wochen nach Akutversorgung, Stabilisierung des Allgemeinzustandes und periorbitaler Frakturversorgung erfolgte ein mikrochirurgisches Fibulatransplantat mit 2 Hautinseln zur Rekonstruktion des Unterkiefers und benachbarter Weichteile. Nach weiteren 2 Wochen gelang der Verschluss des durchgehenden Wangendefektes mit einem mikrochirurgischen Latissimus-dorsi Lappen. Es folgte eine mehrmonatige Konsolidierungsphase. Ober- und Unterkiefer wurden mit einem dritten mikrochirurgischen Transplantat (osteomyokutane Fibula) augmentiert. Resultate: Alle 3 Transplantate sind eingeheilt. Die Knochen- und Weichteildefekte konnten
mit gesundem Gewebe aufgefüllt werden. Als Anschlussgefäße wurden die großen Halsgefäße gewählt. In End-zu-Seit Technik konnten 2 Lappen auf der linken Halsseite anastomosiert werden. Das dritte Transplantat wurde mit einem Veneninterponat auf der Gegenseite angeschlossen. Eine intraorale Perforator-Hautinsel wurde nekrotisch. Eine Speichelfistel und entzündliche Reaktion am Wundrand des Latissimus dorsi Lappens erforderte eine Revision. Diskussion: Das Fibulatransplantat bietet die Möglichkeit, den Knochen durch
Segmentierung zu formen. Mehrere Hautinseln können unabhängig voneinander positioniert werden. Durch ein Interponat kann der Gefäßanschluss auch kontralateral erfolgen. Arterielle und venöse end-zu-Seit Anastomsoen an die grpßen Halsgefäße sind sehr sicher. Der Latissimus dorsi Lappen wird bei großen Volumenverlusten bevorzugt. Die Insertion von Zahnimplantaten wird die Versorgung mit Zahnersatz ermöglichen. Der Patient ist bereits jetzt mit dem ästhetischen und funktionellen Ergebnis sehr zufrieden. Zusammenfassung: Erst wenn ausreichend gesundes Gewebe vorhanden ist, kann durch
Korrektureingriffe eine ästhetische und funktionelle Rehabilitation erreicht werden. Tumor of parotid region - differential diagnostic Autor: Rastislav Poljovka
Co-Autor: A. Oroz, M. Pavlovic, M. Radosevic, I. Petrovic, M. Mesterovic
Institut: University Clinic Zemun
Kontakt: Vukova 9, 11 080 Beograd- Zemun, Serbia
Email: rale2007@nadlanu.com
Einleitung: Tumors of the parotid region are in most cases benign in nature and usually
belong to the parotid gland. Nevertheless, it must be taken into account that tumors in the parotid-masseteric region have outcomes in other organs or system of organs, with the clinical presentation of isolated tumor states. The objective of the study was to examine which tumor formations may be expected in this region. Material und Methode: We retrospectively analyzed medical records of patients examined at the Department for Maxillo-Facial Surgery, University Clinic of Zemun-Belgrade, Serbia, in the period from 2005 to 2010. Resultate: There were 132 patients with the diagnosis of parotid region tumor. The most
frequent diagnosis was benign neoplasm, 67 of which were pleomorph adenoma, 23 Cystic adenolymphoma (Warth tumors), Lipoma 3, Lymphoepithellial lesion 2. The frequencies of other malignancy tumors were as follows: Adenocarcinomas 5, Mucoepidermoid 3, Lymphoma 9, Sec. dep. 6, Melanoma secundary depositions SCC 14. Diskussion: Majority of the patients (98%) were primarily surgically treated, with the
preoperative imaging diagnostics such as CT, MRI and FNB in formations similar to tumors. Zusammenfassung: According to the analyzed material, the dominant diagnosis in this
sample was benign neoplasm, as well as a large number of secundary malignoma depositions from the neighboring regions and the tumors of lymphoreticular system. which, in terms of treatment, require specific attention. Herzmetastase eines Mundhöhlenkarzinoms – Eine Rarität Autor: A.W. Eckert
Co-Autor: Konstanze Scheller, D. Stiller, U. Bilkenroth, H. Taubert und J. Schubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Fernmetastasen durch Plattenepithelkarzinome der Mundhöhle sind sehr selten.
Typische, wenn auch seltene Fernmetastasierungen betreffen die Lunge, die Leber, das Mediastinum oder auch das Skelett. Wir berichten über den Fall eines zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Mundbodenkarzinom, wobei eine Herzmetastase bewiesen werden konnte. Material und Methode: Im Januar des Jahres 2010 stellte sich der Patient mit einem
ausgedehnten Plattenpithelkarzinom der Zunge und des Mundbodens rechts vor. Die Probeexzision bestätige das Vorliegen eines schlecht differenzierten, gering verhornenden Plattenepithelkarzinoms. Das CT beschrieb einen raumfordernden, die Mandibula umfassenden Prozess mit Arrosion der Kortikalis. Im MRT wurde das die Mittellinie überschreitende Neoplasma der Zunge und des Mundbodens rechts bestätigt. Zudem konnten multiple, dringend metastasenverdächtige Lymphknoten in den Halsgefäßscheiden beidseits und suspekte Lymphknoten in der linken Supraklaviculargruppe beschrieben werden. Resultate: Unter der klinischen Tumorformel T4N2Mx wurde vor einer pirmär chirurgischen
Intervention abgesehen und auf eine Radio-Chemotherapie orientiert. Nur einen Monat später verstarb der Patient an den Folgen des malignen Grundleidens. Auf Veranlassung der Angehörigen erfolgte eine Obduktion, welche als Nebenbefund eine Herzmetastase des bekannten Mundhöhlenkarzinoms bestätigte. Diskussion: Die aktuelle Literatur beschreibt nur wenige Fälle einer Herzmetastase, welche
auf ein Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle zurückgeht. Im eigenen Krankengut ist dies der erste derartige Fall innerhalb der letzten 20 Jahre. Die Prognose ist dann immer infaust, therapeutisch kommen nur noch palliative Maßnahmen in Betracht. Zusammenfassung: An das Vorliegen einer Herzmetastase sollte differentialdiagnositsch
gedacht werden, wenn der Patient im Rahmen der Nachsorge plötzlich über unklare kardiale Beschwerden klagt. Diese sollten dann nicht nur internistisch sondern auch mittels bildgebender Diagnostik [Echokardiographie und kardiales MRT] abgeklärt werden. Im internationalen Schriftentum konnte bestätigt werden, dass vor allem Zungenkarzinome vermehrt zu derartigen Metastasen neigen. Die Gründe hierfür sind allerdings völlig unklar. Seltener Verlauf eines malignen Melanoms der Gaumenschleimhaut Autor: Leiter-Zitzelsberger Elisabeth
Co-Autor: E. Bruckmoser, P. Hakl, N. Jurasch, F. Watzinger, D. Turhani
Institut: MKG-Chirurgie St. Pölten
Kontakt: Stroheckgasse 6/16, 1090 Wien, Österreich
Email: lisabeth.z@gmx.at
Einleitung: Das maligne Schleimhautmelanom der Mundhöhle ist ein seltener aggressiver
Tumor, welcher 0,2-8% aller malignen Melanome ausmacht. Meist wird diese Läsion an der Schleimhaut des harten Gaumens und der Maxilla nachgewiesen. Nur selten ist sie im Bereich des Unterkiefers, der Zunge, der Wangenschleimhaut oder der Lippen lokalisiert. Der Großteil der malignen oralen Melanome stellt eine pigmentierte Läsion dar, weniger als 10% sind amelanotische Melanome. Männliche Patienten sind mit einer Disposition von 2:1 häufiger betroffen als weibliche. Die Veränderung tritt vorzugsweise in der fünften und sechsten Dekade auf. Orale Melanome, welche größtenteils de novo entstehen, haben eine viel schlechtere Prognose als Melanome der Haut, da sie oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt werden. Material und Methode: Eine jetzt 75-jährige Patientin mit St. p. malignes orales Melanom
am harten Gaumen Regio 12 wurde mittels Foto- und radiologischer Dokumentation über eineinhalb Jahre begleitet. Seit der Diagnose im Mai 2009 an der Abteilung für MKG- Chirurgie St. Pölten fanden vier operative Eingriffe statt. Es wurden eine Exzisionsbiopsie, zwei Nachresektionen, sowie eine Vestibulumplastik durchgeführt. Im Anschluss an die zweite Nachresektion erfolgte eine Strahlentherapie. Im Februar 2010 wurden bei einer PET- CT Untersuchung multiple, diffus über beide Lungen verteilte Sekundärblastome diagnostiziert. Seit März 2010 wird monatlich ein DTIC- Chemotherapiezyklus durchgeführt Resultate: Die histopathologische Untersuchung des Resektats zeigte ein teils superfiziell
spreizendes, teils noduläres malignes Melanom mit einer Infiltrationstiefe von 1,4mm. Immunhistochemisch reagierte das Tumorgewebe positiv mit HMB-45, Melan A und S-100. Seit der zweiten Nachresektion wurde kein lokales Rezidiv nachgewiesen. Nach dem 6. Zyklus der Chemotherapie gibt es derzeit keinen Hinweis mehr auf Lymphknoten- oder Diskussion: Melanome sind maligne Neoplasien, welche aus Zellen der Neuralleiste
entstehen. In der Mundhöhle finden sich normalerweise, ähnlich wie bei der Haut, Melanozyten in der Basallamina. Aufgrund der meist tödlichen Prognose ist das maligne Melanom, trotz seines seltenen Auftretens, eine der bedeutendsten pigmentierten Veränderungen der Mundhöhle. Eine frühe Diagnose sowie Therapie können die Mortalität senken. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt im Durchschnitt dennoch nur 10-25%. Der Grund hierfür ist die schwierigere Diagnose der Läsion, da eine orale pigmentierte Veränderung natürlich immer schlechter sichtbar ist, als ein Melanom der Haut. Klinisch können maligne Melanome viele andere pigmentierte Veränderungen im Bereich der Mundhöhle imitieren. Ein malignes Schleimhautmelanom nur aufgrund einer klinischen Untersuchung zu diagnostizieren ist nicht möglich. Zusammenfassung: Orale Schleimhautmelanome sind äußerst seltene und extrem aggressive
maligne Tumoren. Das hier präsentierte Fallbeispiel zeigt, dass jede enorale Pigmentierung immer biopsiert und histopathologisch abgeklärt werden muss. Surgical treatment of faxial caner: Two year analysis Autor: I. Petrovic
Co-Autor: A. Oroz, R. Poljovka, N. Sjerobabin
Institut: KBC Zemun, Sluzba za ORL i Maksilofacijalnu hirurgiju
Kontakt: Vukova 9, Belgrad Belgrad, CSG
Email: dr.ivap@gmail.com
Einleitung: Facial cancers are considered to be the most frequent pathology in maxilo-facial
surgery. Due to their diverse embiological origin and biological characteristic, the therapeutic approach should be careful and optimized. Material und Methode: Retrospective analysis comprised records of patients diagnosed with
facial tumor, in the period of 2008-2010, at the Department for Maxillo-Facial Surgery, Clinical Hospital Center of Zemun, Belgrade, Serbia Resultate: RESULTS: 243 patients with facial tumors were treated in this period, with the
following frequencies BCC 138, SCC. 88,Melanoma 7, Mercel cell ca 4., Fibrosarcoma 4., Dermatofibrosarcoma 2. Majority of patients were primarily treated by surgical excision, whereas others were treated by symptomatic or palliative methods, due to the increased surgical risk and general condition. After the surgical excision the deffects were reconstructed by the means of regional and local flaps, as well as by the free skin transplant by Tirsch . Complications in terms of frequent recurrence were evidenced in 3 patients with diagnosis of dermatofibrosarcoma, two of which were males and one female. Diskussion: The objective of this study was to examine our recent experience with this
pathology, as well as the most acceptable method of treatment given to the type and nature of Zusammenfassung: Adequate selection of surgical therapy is of the essential importance to
the success of treatment of malignant facial tumors, especially sarcoma, considering the high percentage of recurrence. Adenokarzinom der kleinen Speicheldrüsen – Fallbeispiel und Übersicht der Literatur Autor: E. Bruckmoser
Co-Autor: E. Zitzelsberger, P. Hakl, W. Sutter, N. Jurasch, F. Watzinger und D. Turhani
Institut: Abteilung für MKG Chirurgie, Landesklinikum St. Pölten
Kontakt: Propst-Führer-Straße 4, 3100 St. Pölten, Österreich
Einleitung: Das polymorphe low grade Adenokarzinom ist eine seltene Tumorart, die ca. 1,5
bis 11% aller Neoplasien der kleinen Speicheldrüsen ausmacht. Die häufigste Lokalisation liegt dabei am harten Gaumen, gefolgt von Wangenschleimhaut und Lippen. Histologisch ist vor allem die Diskrepanz zwischen der Vielfalt an morphologischen Wachstumsmustern und dem vergleichsweise monomorphen Erscheinungsbild der einzelnen Tumorzellen charakteristisch. Das langsame, infiltrative Wachstum mit seltener und oft erst sehr später Fernmetastasierung erklärt den sich häufig über Jahrzehnte erstreckenden Verlauf bis zur Diagnosestellung. Material und Methode: Ein 49-jähriger Patient wurde zur Begutachtung und weiteren
Abklärung einer derben Vorwölbung im Bereich der Oberlippe links in unserer Ambulanz vorstellig. Laut Angabe des Patienten bestand diese Auffälligkeit bereits seit 18 Jahren, habe jedoch in den letzten 2-3 Jahren an Größe zugenommen. Im Anschluss an die weiterführende Diagnostik mittels Gesichtsschädel-CT und PET-CT wurden mehrere repräsentative Gewebeproben entnommen. Nach Vorliegen des histologischen Befundes wurde der Tumor vollständig entfernt. Der so entstandene Defekt wurde mittels lokaler Lappenplastik - Nasolabiallappen Oberlippe rechts und Abbé-Lappen Unterlippe links - gedeckt. Die einzelnen Operationsschritte wurden dabei umfangreich fotografisch dokumentiert. Resultate: Die histologische Untersuchung der Biopsie ergab ein polymorphes low grade
Adenokarzinom G1. Der Tumor wurde im Anschluss vollständig operativ entfernt. Nach histologischer Aufarbeitung des gesamten, in toto excidierten Tumors lautete die die abschließende Klassifikation wie folgt: polymorphes low grade Adenokarzinom G1 mit Lymphscheideneinbrüchen (pT2 pL1 pV0 Nx Mx, lokal pR0). Diskussion: Das hier präsentierte Fallbeispiel zeigt, dass auch über viele Jahre bestehende
Raumforderungen immer einer weiterführenden Diagnostik bedürfen, um langsam wachsende Malignome rechtzeitig erfassen und behandeln zu können. Die Prognose eines mit ausreichendem Sicherheitsabstand im Gesunden entfernten, polymorphen low grade Adenokarzinoms ist grundsätzlich gut. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind jedoch über einen langen Zeitraum erforderlich, da in der Literatur sowohl Rezidive als auch Transformationen in high grade Malignome beschrieben sind. Zusammenfassung: Wir berichten über einen Patienten, der nach langjährigem Verlauf einer
Raumforderung im Bereich der Oberlippe links an unserer Abteilung vorstellig wurde. Die Resektion des diagnostizierten Adenokarzinoms mit anschließender Defektdeckung mittels lokaler Lappenplastiken wird anhand des umfangreichen fotografischen Bildmaterials RECTANGULAR BODY OSTECTOMY FOR THE TREATMENT OF SEVERE MANDIBULAR PROGNATHISM Author: Aydin GULSES 1
Co- author (s): Metin SENCIMEN 2, Fidan SABUNUCOGLU 3, Hüseyin OLMEZ4, Hasan
Institut: 1,2,5 Gulhane Military Medical Academy, Department of Oral and Maxillofacial
Surgery, Ankara/ TURKEY 3,4 Gulhane Military Medical Academy, Department of Orthodontics, Ankara/ TURKEY Kontakt: Gulhane Military Medical Academy, Department of Oral and Maxillofacial
06018 Etlik Ankara/ TURKEY Email: aydingulses@gmail.com
Introduction: Several methods have been proposed for the surgical correction of skeletal
class III malocclusion. However, there remains a degree of controversy with regard to where and how the mandible should be cut.The aim of this paper is to present the surgical technique and the outcomes of rectangular body ostectomy in the treatment of severe mandibular Material and Method: Mandibular set back by bilateral rectangular body ostectomies
combined with Le Fort I level maxillary advancement were performed. The deep bony concavity of paranasal area was grafted with bone blocks harvested from the ostected segments of the mandible. Results: Satisfactory functional and esthetic outcomes were obtained by rectangular body
ostectomy combined with Le Fort I level maxillary advancement and an acceptable profile was provided for the patient. Discussion: Before the surgeon decides to use the rectangular body ostectomy, the patient
should undergo detailed clinical and orthodontic evaluations and a radiographic examination. Accepted indications for mandibular rectangular body ostectomy include: • edentulous mandibular prognathism • if edentulous gaps are available in the posterior dental arch • if dental occlusion in the posterior molar region is almost normal and recession of the whole mandible will result in a poorer occlusion • if retrusion of the whole mandible will result in the loss of the last available molar Rectangular body ostectomy can provide good results if proper case selection is made. Potential complications of body ostectomy are: nerve disturbances, nonunion or delayed union skeletal relapse, periodontal defects of the teeth adjacent to the osteotomy sites, dental pulp devitalization and skeletal relapse. A multidisciplinary approach is essential for the best results to be obtained. The simulated operation should be performed first on mounted dental study casts to ensure that the orthodontic and surgical objectives can be met. Conclusion The mandibular rectangular ostectomy remains a safe and versatile procedure with predictable results in well selected cases. Perioperative Bisphosphonattherapie beeinflusst Therapieergebnisse von Patienten mit Kieferosteonekrose Autor: P. Braun
Co-Autor: C. Klug, R. Seemann, P. Pöschl, G. Lauer, J. Drach, C. Glaser, R. Ewers, A.
Institut: Universitätsklinik für MKG-Chirurgie, Medizinische Universität Wien
Kontakt: Wimbergergasse 9/34, 1070 Wien, Österreich
Email: pamela.braun@gmx.at
Einleitung: Osteonekrosen der Kieferknochen werden als intraorale Komplikation unter der
Gabe von stickstoffhaltigen Bisphosphonaten beschrieben. In einer retrospektiven Studie wurden Patienten 6 Monate nach chirurgischer Intervention bei Osteonekrosen der Kieferknochen unter Bisphosphonaten nachuntersucht und eruiert, ob das Absetzen der Bisphosphonate nach Auftreten der Osteonekrose das chirurgische Therapieergebnis Material und Methode: Wir untersuchten 58 Patienten, die von 2004 bis 2006 an unserer
Abteilung wegen Bisphosphonat-assoziierten-Osteonekrosen behandelt wurden. Im Durchschnitt war Pamidronat 36mal und Zoledronat 23.5mal bis zum Auftreten der Osteonekrose verabreicht worden. Die Patienten wurden 6 Monate nach der therapeutischen Intervention klinisch untersucht und die Bisphosphonatmedikation erfragt. Resultate: Bei 41 Patienten wurde eine Sequesterentfernung und Dekortikation durchgeführt.
55.8% der Patienten waren bei der 6-Monats-Kontrolle schmerzfrei und dental rehabilitiert. Patienten bei denen die Bisphosphonate vor der Operation abgesetzt wurden, zeigten in einem Mann-Whitney-U Test statistisch signifikant bessere Ergebnisse als jene Patienten, die weiterhin Bisphosphonate bekommen hatten (p=0,05). Diskussion: Sequestrektomie und Dekortikation mit anschließender Weichteildeckung ist
eine erfolgreiche Therapieform der Osteonekrose unter Bisphosphonattherapie. Zusammenfassung: Eine signifikante Verbesserung des chirurgischen Therapieergebnisses
ist durch das Absetzen der Bisphosphonate zu erwarten. Jaws osteonecrosis associated with bisphosphonates. Autor: Coello J.A.
Co-Autor: Mayorga F., Lledo E, El Khoury L., Tofe A.
Institut: Hu Virgen Macarena Sevilla
Kontakt: Dr. Fredriani 3, 41009 Sevilla, Spanien
Email: joseacoellos@gmail.com
Einleitung: Jaws osteonecrosis is a serious , adverse and potentially disabling reaction,
associated with the use of bisphosphonates since 2003. It appears with an exposed or necrotic jaws bone that persists longer than eight weeks, in the absence of radiation therapy . It may be asymptomatic or may be accompanied by pain, clinical evidence of infection and other sort of complications. The incidence of jaws osteonecrosis in these patients is 0.8 to 12% in cancer patients, and less than 1 per 1,000 in patients with osteoporosis. Risk factors are the greater potency of bisphosphonates, the intravenous administration, the accumulation of dose (this drug accumulates in the bone), and dental procedures, which may be the factor triggering this process. Due to its accumulation in bone, interruption of drug treatment is not effective to prevent its onset associated with dental surgery. The consensus in literature says that the best measure is prevention. The preventive protocol reinforces the fundamental role of the dentist in the effective prevention of this process before, during and after treatment. Material und Methode: A descriptive study was performed on a sample of 44 patients who
underwent history, examination, diagnosis and accordingly with these actions were performed oral hygiene instruction, prevention and treatment of different types. At the conclusion the patient is refered to the specialist with a report which finds the revisions planning. The monitoring process consists in reviews every three months with the possibility of emergency consultation if there is any eventuality.It is performed radiological monitoring and counseling on oral hygiene and plaque control with fluoride application and professional tooth cleaning. Resultate: Only one third of patients did not need treatment because their healthy
Stomatognathic System. Preventive, restorative and prosthetic surgical treatment were carried Diskussion: A high percentage of patients need specialized dental care before treatment.
There is evidence of the effectiveness of preventive measures but this has not yet been Zusammenfassung: A protocol of treatment is presented in this report.
Beidseitige Elongation des Processus coronoideus: Ein Fallbericht Autor: Carsten Peters
Co-Autor: Simon Spalthoff, Horst Kokemüller, Nils-Claudius Gellrich und Frank Tavassol
Institut: Med. Hochschule Hannover, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtchirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: peters.carsten@mh-hannover.de
Einleitung: Die Elongation des Proc. coronoideus wurde erstmals von Langenbeck im Jahr
1853 beschrieben. Ein Impingement des Processus gegen die mediale Fläche des Jochbogens führt zu einer in der Regel schmerzfreien Mundöffnungseinschränkung. Material und Methode: Wir berichten hier über einen 13jährigen Patienten, welcher alio
loco vergeblich über einen Zeitraum von 18 Monaten an einer auf 10 mm limitierten Mundöffnung zunächst unter Einsatz von kieferorthopädischen Apparaturen behandelt wurde. Resultate: Im Verlauf erfolgte der Versuch einer Kieferdehnung in Narkose. Schließlich
stellte sich der Pat. in unserer Klinik vor. Die erneute Beurteilung der vor einem Jahr angefertigten CT-Untersuchung ergab beidseitig elongierte Processus coronoideii. Es wurde in Intubationsnarkose eine transorale Abtragung der Processus durchgeführt. Diese ergab eine sofortige Mundöffnung von 48mm. Diskussion: Bei schmerzfreien Mundöffnungseinschränkungen sollte daher immer eine
Elongation des Proc. coronoideus in Betracht gezogen werden. Hilfreich hierbei ist die dreidimensionale Bildgebung mittels Computertomographie oder DVT. Zusammenfassung: Wir berichten über einen 13jährigen Patienten mit schmerzfreier, auf
10mm limitierter Mundöffnung aufgrund beidseitiger Elongation der Processus coronoideii. Nach transoraler Abtragung der Processus in Intubationsnarkose wurde eine sofortige Mundöffnung von 48mm erreicht. Zur Diagnostik ist die präoperative Beurteilung durch dreidimensionale Bildgebung mittels CT oder DVT hilfreich.

Source: http://www.mkg-kongress.at/uploads/media/Abstracts_2011.pdf

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The bioMérieux solution Did you know? VITEK2 has been challenged with ESBL in http://www.lahey.org/studiesSite of Lahey Clinic, where tables are updated for several studies.The broader scope has been B-lactamases with amino-acid sequences published by Livermore et al.

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Registro Ministerio de Gobierno Res. Nº 1774/88 ANA MARIA JARAMILLO TORRES Cali, enero 13 de 2006 Gobernador del Valle del Cauca Gerente Imprenta Departamental Fundada el 9 de mayo de 1910 - AÑO XCV - Número 5387 GOBERNACION DEL VALLE DEL CAUCA e. Los contratos y órdenes de trabajo o servicio cualquiera sea su modalidad de contratación, que tengan formalidades plenas de acuerdo con la capacidad de